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Egal, ob die Flugzeuge nach dem Start vom Münchner Flughafen in „Betriebsrichtung Ost oder West“ fliegen: Die Lärmbelastung für Poing ist unter den gesetzlichen Richtwerten.

Fluglärm

Messergebnisse unter den Richtwerten

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Die Gemeindeverwaltung Poing hat auf aktuelle Fragen der SPD-Fraktion zum Thema Fluglärm geantwortet. Fazit: Die bisherigen Messergebnisse liegen alle unter den gesetzlichen Richtwerten.

Poing – Gerade in den Sommermonaten, wenn die Menschen öfters draußen verbringen, abends auf der Terrasse zum Beispiel, werden die Flugzeuge am Himmel deutlicher wahrgenommen als im Herbst und Winter. Das ist auch in Poing kein neues Phänomen. Dennoch habe es laut SPD in den vergangenen Wochen und Monaten verstärkt Beschwerden über den Fluglärm gegeben. Dies hat die Gemeinderatsfraktion der SPD-Bürgerliste zum Anlass genommen, der Verwaltung Fragen zu diesem Thema zu stellen. In der jüngsten Gemeinderatssitzung haben Bürgermeister Albert Hingerl (SPD) und Rathaus-Geschäftsleiter Thomas Stark darauf geantwortet. Fragen und Antworten im Wortlaut:

Frage 1: „In welchem Umfang wurden bisher Beschwerden in der Verwaltung abgegeben?“

Antwort der Verwaltung:„Vergangenes Jahr (2016) gingen im Zeitraum von April bis einschließlich Oktober sieben Beschwerden bei der Gemeinde Poing ein. Davon erfolgten vier Beschwerden telefonisch und drei Beschwerden schriftlich per E-Mail. Alle Bürger wurden auf die direkten Beschwerdemöglichkeiten beim Münchner Flughafen hingewiesen und die Beschwerden wurden an den Vertreter in der Fluglärmkommission weitergegeben. Um das Anliegen korrekt weitergeben zu können, ist die Verwaltung dazu übergegangen, die Betroffenen zu bitten ihre Beschwerden schriftlich zu formulieren und per E-Mail oder Brief zu senden. Daraufhin gingen im Zeitraum Juni bis einschließlich Oktober bei der Verwaltung insgesamt fünf schriftliche Beschwerden ein.“

• Frage 2: „Welchen Inhalt hatten diese Beschwerden?“

Antwort: „Inhaltlich umfassen die Beschwerden drei Kategorien: Fluglärm morgens früh ab 6 Uhr, Fluglärm spät abends (23 Uhr bis nach Mitternacht), Flugzeuge fliegen besonders tief.“

Fragen 3 und 4: „Wurden die Beschwerden an die Flugsicherung weiter geleitet? Erfolgte eine Stellungnahme?“

Das Funkfeuer oberhalb von Ottersberg dient Piloten nach dem Start als Orientierung.

Antwort: „Eine direkte Weitergabe der Beschwerden an die Flugsicherung erfolgt nicht. Die Beschwerden werden an den Vertreter in der Fluglärmkommission weitergeleitet. Die Stellungnahmen der Flugsicherung und des Flughafens München besagten bislang lediglich, dass sich alle Werte im gesetzlichen Rahmen bewegen. Die höhere Lärmbelastung entsteht dadurch, dass der Flughafenbetrieb vermehrt über die Betriebsrichtung ,West’ abgewickelt wird. Diese sorgt in unserer Region für eine deutlich höhere Fluglärmereigniswahrscheinlichkeit als die Betriebsrichtung ,Ost’. Die Messungen aus dem Jahr 2012 in der Gemeinde Poing ergaben jedoch, dass die Belastung der Gemeinde Poing auch bei einer hundertprozentigen Betriebsrichtung ,West’ noch deutlich unter den gesetzlichen Richtwerten lag. Auch bei Messungen in Markt Schwaben 2016 lagen die Werte unter den gesetzlichen Richtwerten.“

Darüber hinaus wollte die SPD-Bürgerliste wissen, wie denn die Erfahrungen von Nachbargemeinden in Sachen Fluglärm sei. Daraufhin antworteten Hingerl und Stark, dass Poing bei diesem Thema eng mit Anzing, Forstinning, Markt Schwaben und Pliening zusammenarbeite. „Die Bürgermeister haben sich jüngst in einem gemeinsamen Schreiben vom 23. Oktober an die Deutsche Flugsicherung gewandt mit der Bitte um Stellungnahme zu den folgenden Themen: Flugrouten, Dauerschallpegel, Lärmereignisse, Radar-Auswertung und Funkfeuer Ottersberg“, berichteten Bürgermeister und Rathaus-Geschäftsführer. Eine Antwort steht noch aus.

Außerdem wiesen Albert Hingerl und Thomas Stark in ihrer Antwort in der Gemeinderatssitzung darauf hin, dass die Interessen der Nord-Gemeinden durch einen Vertreter in der Fluglärmkommission vertreten werden. An den Sitzungen nehmen abwechselnd die Bürgermeister von Pliening (Roland Frick) und Markt Schwaben (Georg Hohmann) teil.

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