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Wohlfühlatmosphäre: Die Bewohner der neuen Außenwohngruppe ließen ihre privaten Räumlichkeiten von Pfarrer Christoph Klingan segnen.

Neue Außenwohngruppe in Poing

Behinderte Menschen mittendrin

  • Armin Rösl
    vonArmin Rösl
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Der Einrichtungsverbund Steinhöring hat  in Poing eine weitere Außenwohngruppe eröffnet. Wir waren bei der Einweihung dabei.

Poing – Gleich hinter der Eingangstür, im Vorraum, hängt ein Schild an der Wand, auf dem steht: „HOME“. Das „O“ ist durch ein Herz ersetzt. Ein Wohlfühlzuhause soll sie sein, die neue Außenwohngruppe des Einrichtungsverbundes Steinhöring. Sechs Menschen mit geistiger Behinderung im Alter von etwa 20 bis 45 Jahren leben seit dem 1. August hier unter einem Dach, zwei weitere kommen noch hinzu. Am gestrigen Freitagvormittag wurde das Gebäude offiziell eingeweiht, nachmittags gab es ein Fest mit den Nachbarn.

„Eine Wohngruppe mitten im Wohngebiet, so soll es sein“, sagte Gertrud Hanslmeier-Prockl in ihrer Begrüßungsrede. Die Gesamtleiterin des Einrichtungsverbundes Steinhöring ist froh und glücklich, dass in Poing eine weitere Möglichkeit geschaffen worden ist, Menschen mit Behinderung direkt mitten in der Gesellschaft zu integrieren.

Dabei geholfen hat die Wohnungsgenossenschaft (GWG) Ebersberg, die das Haus an der Bergfeldstraße errichtet hat. Direkt angrenzend befindet sich ein weiterer Komplex mit Sozialwohnungen. Einen Steinwurf entfernt stehen die ersten Häuser des Zauberwinkels. In den nächsten zwei, drei Jahren kommt direkt gegenüber, auf der anderen Straßenseite, ein weiteres Neubaugebiet mit Wohnraum für etwa 2000 Menschen hinzu. Und ein Gymnasium. „Dann sind Sie wirklich mittendrin im Leben“, sagte Landrat Robert Niedergesäß zu den Bewohnern.

Mit Außenwohngruppen wird behinderten Menschen die Möglichkeit gegeben, so gut es geht selbstständig zu wohnen und zu leben. Die Bewohner arbeiten größtenteils in Behindertenwerkstätten des Einrichtungsverbundes Steinhöring und kehren nachmittags zurück. In den Außenwohngruppen gibt es eigene Betreuer, die die Menschen unterstützen. Die Mitarbeiterinnen in Poing heißen Sonja Raithel, Evi Deutenbaur und Gudrun Schorb, die sich im Schichtdienst abwechseln.

Bei der Einweihung war der Gemeinschaftsraum voll mit Menschen mit und ohne Behinderung. Gemeinsam hörten sie die Lob- und Dankesreden von Landrat Niedergesäß, Einrichtungsverbundleiterin Hanslmeier-Prockl, Poings Bürgermeister Albert Hingerl und GWG-Vorsitzenden Ulrich Krapf. Anschließend segnete Poings katholischer Pfarrer Christoph Klingan das Haus und seine Räume, dabei erhielt er Unterstützung von den Bewohnern. Mit seiner Erlaubnis durften diese selbst das Weihwasser sprenkeln, wie bei einer Wallfahrt zog Klingan mit den Bewohnern, Betreuerinnen und Gästen durch alle Stockwerke zur Segnung der Zimmer.

Mit Blick auf die Neubaugebiete W7 und W8, die in den nächsten Jahren auf der anderen, nördlichen Seite der Bergfeldstraße realisiert werden (mit Wohnraum für insgesamt 4000 Menschen) kündigte Bürgermeister Hingerl an, dass für beide Neubaugebiete die Regel gelte: „Von 100 Prozent Wohnungsbau werden 40 Prozent als sozial gerecht realisiert, sodass die Wohnungen auch bezahlbar sind.“ Zum Abschluss sagte er zu den sechs neuen Bewohnern: „Fühlen Sie sich wohl bei uns in Poing!“

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