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Platz für alle: Diese Simulation zeigt, wie viele Schüler in die drei Gymnasien Poing, Vaterstetten und Markt Schwaben im Jahr 2030 gehen wür den.

Neue Schülerzahlenprognose

Studie: Poing braucht Gymnasium

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Das Ergebnis der neuen Einwohner- sowie Kinder- und Schülerprognose ist klar und deutlich: In Poing muss ein neues Gymnasium gebaut werden. Insbesondere, um das bestehende Humboldt-Gymnasium in Vaterstetten und das Franz-Marc-Gymnasium (FMG) Markt Schwaben zu entlasten.

Poing – Zu diesem Schluss kommt das Münchner Büro für Räumliche Entwicklung (BRE), das im Auftrag der Gemeinde Poing ein neues Gutachten erstellt hat. Demzufolge wären bei einem Neubau die benachbarten Schulen im Landkreisnorden und -westen nicht gefährdet. Im Gegenteil: „Ohne die Errichtung des neuen Gymnasiums in Poing bestehen in den 2020er-Jahren an beiden Gymnasien in Markt Schwaben und Vaterstetten deutliche Kapazitätsengpässe, so dass im nordwestlichen Landkreis Ebersberg die Gefahr besteht, dass Schüler abgewiesen werden müssen“, erläuterte Heike Pethe vom BRE in der Poinger Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend. Dies wäre der Fall, würde es mittelfristig kein neues Gymnasium in Poing geben.

Damit widerspricht das BRE der Schülerentwicklungsstudie, die der Landkreis vor etwa zwei Jahren erstellen hat lassen (wir berichteten). Damals wurde davon ausgegangen, dass ein Poinger Gymnasium jenes in Markt Schwaben gefährden würde. Pethe kommt zu einem anderen Schluss: Mit dann über 800 Schülern wäre das FMG weiterhin funktionstüchtig.

Zahlen hochgerechnet

Anders als in der Landkreisstudie hat das BRE die aktuelle Zahl sowie das Alter der Kinder hochgerechnet und auch die beiden künftigen Poinger Neubaugebiete mit Wohnraum für jeweils 2000 Menschen (siehe auch Seite 7) in die Studie einbezogen. Insbesondere aufgrund der Tatsache, dass die Zahl der Kleinkinder momentan sehr hoch ist – Kinder, die in einigen Jahren potenzielle Gymnasiasten sind.

Aufgrund des Bevölkerungswachstums in Poing und Umgebung sieht BRE die dringende Notwendigkeit für ein weiteres Gymnasium im Landkreisnorden. Egal, ob es ein acht- oder ein neunstufiges Gymnasium (G8/G9) wird. Das BRE hat für beide Varianten Szenarien erstellt und kommt jedes Mal zum gleichen Schluss.

Was sagt der Landkreissüden?

Heike Pethe wird die von ihr verfasste Studie demnächst der Arbeitsgruppe „Masterplan Schule“ vorstellen, die der Landkreis eingerichtet hat. Poings Bürgermeister Albert Hingerl (SPD) hat die Hoffnung, dass sich der Kreistag bald bewegen wird: „Ich glaube, dass dem Landkreis bewusst wird, dass er ein neues Gymnasium braucht“, sagte er in der Gemeinderatssitzung. Zweiter Bürgermeister Franz Langlechner (CSU) fügte hinzu, dass man sich zwar im Gemeinderat quer durch alle Fraktionen einig sei, dass eine weiterführende Schule her müsse, aber: „Ich bin gespannt, wie die Kreistagsmitglieder aus dem Süden die Sache sehen werden.“ Rainer Koch (SPD) sprach deutliche Worte: „Es ist aberwitzig zu glauben, dass eine Gemeinde von unserer Größe kein Gymnasium benötigt.“

Aktuell leben knapp 16 000 Menschen in Poing. Die Zahl der bis zu dreijährigen Kinder beträgt 781 (Stand 31. Dezember). Diese und jene Kinder, die in den nächsten Jahren geboren werden bzw. mit ihren Eltern zuziehen, sind laut Gutachterin Heike Pethe der Hauptgrund, warum der Landkreisnorden ein weiteres Gymnasium benötigt. Hinzu kommen die beiden Neubaugebiete für insgesamt rund 4000 Menschen, für die der Poinger Gemeinderat am Donnerstagabend den Grundsatzbeschluss gefasst hat.

In der Studie geht Pethe davon aus, dass im Jahr 2030 ein Gymnasium Poing etwa 1155 Schüler hat, das FMG in Markt Schwaben 850 und das Humboldt-Gymnasium Vaterstetten rund 1600. Damit könnten alle gut leben.

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