+
Der Spielplatz soll neu gestaltet werden.

Neue Ortsmitte Poing 

Jetzt doch kein öffentliches WC

  • schließen

Jahrelang Workshops und Dialoge. Was wird in Poings Ortsmitte nun umgesetzt? Fest steht schon mal:  Keine öffentliche Toilette.

Poing – Den Marktplatz überdachen, die Hütten vom Wochenmarkt entlang der Bürgerstraße, gegenüber des City Centers II, aufstellen, eine Bühne für Veranstaltungen auf dem Marktplatz bauen, einen Brunnen, gemütliche Sitzgelegenheiten: Was ist in den vergangenen Jahren nicht schon alles diskutiert worden über die Zukunft der Flächen in der Ortsmitte, nördlich des S-Bahnhofs. Zuletzt schien es fix zu sein, dass die Gemeinde eine öffentliche Toilette errichten wird. So zumindest war der Stand der Planungen in den jüngsten Bauausschuss-Sitzungen.

Jetzt ist wieder einmal alles anders, und das Thema wird auf die Wartebank verschoben. Weil die Verwaltung zunächst prüfen will, wie und zu welchen Kosten eine öffentliche Toilette in das bestehende Park- & Ride-Gebäude eingebaut werden kann. Rein technisch sei es möglich, informierte Bürgermeister Albert Hingerl in der Mai-Sitzung des Gemeinderates. Die Sanierung des Parkgebäudes soll nächstes Jahr stattfinden, ursprünglich war sie für heuer geplant, aber: „Aus diversen Gründen kann mit der Sanierung des Park- & Ride-Gebäudes in 2017 nicht mehr begonnen werden“, teilte Bauamtsleiterin Christine Wirth mit, ohne näher darauf einzugehen.

Für den Bau einer Toilette auf der Fläche der neuen Ortsmitte schätzt die Gemeindeverwaltung die Kosten auf mindestens 70 000 Euro. Hinzu kämen monatliche Reinigungs- und sonstige Kosten in Höhe von etwa 2000 Euro. In Sachen öffentliches WC herrscht also Stillstand, auf den Wochenmarkt und dessen Fieranten soll dies nicht zutreffen. Der Gemeinderat beschloss, dass die Gemeinde einheitliche, mobile Holzhütten kauft (Stückpreis laut Bauamtsleiterin Wirth: ca. 4000 Euro) und diese an die Fieranten verpachtet. „Natürlich nicht zu einem utopischen Preis“, betonte Bürgermeister Albert Hingerl (SPD). Einheitliche Hütten, so die einhellige Meinung im Gemeinderat, steigern die Attraktivität des Wochenmarktes. Ob die derzeitigen Beschicker die Hütten auch tatsächlich mieten, ist unklar.

Eine Maßnahme, um eventuell weitere Händler nach Poing zu locken, könnte die Änderung der Zeiten sein. Laut Marktgilde, die den Wochenmarkt derzeit führt, würde die Öffnung von 10 bis 18 Uhr viele auswärtige Fieranten abschrecken, weil es ihnen zu lange sei. Zweiter Bürgermeister Franz Langlechner (CSU) regte an, auch über den Wochentag selbst nachzudenken. Er schlug vor, den Wochenmarkt von Freitag auf Samstag zu verlegen, weil an diesem Tag mehr Menschen mehr Zeit zum Einkaufen hätten.

Neu gestaltet werden soll der derzeitige kleine Spielplatz nahe City Center II, sowie die Wiese nördlich des Marktplatzes, hin zum Bürgerhaus. Dort wird laut aktueller Planung ein Bolzplatz mit Tor samt Fangzaun errichtet.

Die Fläche des Spielplatzes wird erweitert, mit zusätzlichen Geräten. Am Ende entsteht laut Landschaftsarchitekt Max Bauer, der von der Gemeinde mit der Planung beauftragt worden ist, ein „Mehrgenerationenspielplatz“. Bauer plante und realisierte in den vergangenen Jahren unter anderem die Spielplätze und den Grünzug (heute: Bergfeldpark) in Poing-Nord.

Zwischen Spielplatz- und Marktbereich wird eine große Skulptur als Mittelpunkt der neuen Ortsmitte aufgestellt. Ob es sich dabei um einen großen Brunnen oder um ein Kunstwerk handelt, darüber muss der Gemeinderat noch gesondert entscheiden. Wenn es denn tatsächlich so kommen sollte.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Erdbeben beschädigt Poinger Schule
Nicht nur Privatpersonen haben nach dem Erdbeben vom Samstag, 9. September, frische Schäden an ihren Häusern und Wohnungen festgestellt, sondern auch das Landratsamt.
Erdbeben beschädigt Poinger Schule
Magdalena aus Ebersberg
Ein Schwesterchen haben Johanna (5) und Michael (2) bekommen – und alle sind überglücklich. Magdalena ist das dritte Kind von Christina und Michael Winhart aus Ebersberg …
Magdalena aus Ebersberg
Kiosk wird größer und ansehnlicher
Schöner und gemütlicher: Das soll der neue Kiosk am Poinger Badesee sein. Betreiber Jans Mende will bis zur nächsten Badesaison umbauen und erweitern.
Kiosk wird größer und ansehnlicher
Das „Straßerl“, das zum Bauwerk wurde
Die Grafinger Ostumfahrung ist am Mittwoch feierlich eröffnet worden. Es gab Gesten, Seitenhiebe und die Mahnung zur Verkehrswende.
Das „Straßerl“, das zum Bauwerk wurde

Kommentare