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Feuchtfröhlich: Die Hochzeitsgesellschaft aus dem Jahr 2015.

Fasching 2020

Nur alle 5 Jahre: Poing feiert Bauernhochzeit

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Der Gemeinde Poing steht Großes bevor. Nur alle fünf Jahre wird in Poing ein ganz besonderes Fest gefeiert: die Poinger Bauernhochzeit.

Poing – Die Poinger Bauernhochzeit: Das traditionelle Faschingsspektakel beginnt am Samstag, 8. Februar, mit der Ladung der Hochzeitsgesellschaft des Bräutigams im Lang-Hof in Poing und findet seinen Fortgang mit der Ladung der Hochzeitsgesellschaft der Braut am Samstag, 15. Februar, in Angelbrechting.

Der nächste Höhepunkt ist der große Polterabend am Unsinnigen Donnerstag, 20. Februar, im Poinger Pfarrheim St. Michael. Abschluss der faschingsträchtigen Feierlichkeiten bildet der große Umzug der Hochzeitsgesellschaften mit Ochsengespann und Prunkwagen und anschließender Trauung am Vorplatz der Anni-Pickert-Schule am Sonntag, 23. Februar. Veranstaltet wird das Großereignis vom Verein Poinger Bauernhochzeit, der sich ausschließlich zur Pflege dieses Brauchtums gegründet hat.

Das Herz dieses Vereins sind der 83-jährige Vorsitzende Alois Moser und seine Vorstandskollegen Reinhard Böhnisch und Christian Heuberger.

Faschingsbrauchtum seit 1935

Eingeladen zu den Veranstaltungsterminen sind alle, die das traditionelle Faschingsbrauchtum live miterleben wollen. Der Brauch, der in Niederbayern als Bettelhochzeit gepflegt wird und in Poing seit 1935 besteht, wird in Poing in außergewöhnlicher Form präsentiert. Die Poinger Bauernhochzeit findet nämlich im Gegensatz zu den Bettelhochzeiten im gehobenen Stand statt. Vermählt werden dementsprechend die Brautleute von Großgrundbesitzern, die in entsprechender Tracht die altbayerischen Riten einer Hochzeit auf dem Land in humoristischer Weise nachspielen. Dementsprechend ist der Brauch eine Persiflage auf die großartig inszenierten königlichen Trauungen wie die Landshuter Hochzeit oder die Vermählung Ludwig von Bayern mit der Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen, die Anlass für das heutige Oktoberfest war.

Die Ironie und die Komik der Bauernhochzeit zeigt sich vor allem in der Besetzung der Rollen. Alle Figuren der Hochzeitsgesellschaft werden von Männern besetzt. Sowohl die Braut als auch die weibliche Verwandtschaft und die ehemaligen Geliebten werden von bekannten männlichen Würdenträgern aus Poing dargestellt.

Bürgermeister macht auch mit

Poings Erster Bürgermeister Albert Hingerl, der seit vielen Jahren Mitglied im Verein der Bauernhochzeiter ist, spielt ebenso mit wie sein Stellvertreter Franz Langlechner. Die Geschichte der Bauernhochzeit wird anders als bei den historischen Hochzeiten jedesmal neu geschrieben und kabarettistisch auf aktuelle Ereignisse aus Welt- und Lokalpolitik angepasst. Raffael Scherer und Christian Falterer konzipieren gerade den Handlungsrahmen und besetzen zusammen mit Alois Moser die mitwirkenden Figuren. Beim letzten Organisationstreffen wurden auch die Wegeführung für den Umzug, die Termine und die Ausstattung der Wagen besprochen. Eingebunden in die Vorbereitungsarbeiten sind fast alle Vereine und Institutionen aus Poing. Die Feuerwehr, der TSV Poing, der Trachtenverein D’Aubergler, der Poinger Burschenverein und viele mehr arbeiten am Gelingen des Spektakels. Mit Begeisterung dabei ist auch der Burschenverein aus der Nachbargemeinde Pliening. Unterstützt werden die Poinger Bauernhochzeiter auch von der ARGE Poing „Am Bergfeld“, die viele kulturelle Veranstaltungen am Ort fördert. 

 Treffen am Mittwoch

Zur Planung und Organisation für die Faschingsbauernhochzeit 2020 treffen sich alle Mitwirkenden am Mittwoch, 8. Januar, um 19 Uhr im „ Wirtshaus“ Poinger Einkehr. Mit dabei sind folgende Vereine: Trachtenverein Aubergler, die Burschenvereine Poing-Angelbrechting, Pliening, sowie der TSV Poing.

Unseren  Bericht von der Poinger Bauernhochzeit anno 2015 lesen Sie hier

Dass es gar nicht so einfach ist, einen Faschingsverein wie die Poinger Bauernhochzeiter  am Leben zu erhalten, steht in diesem Bericht. 

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Ein Dorf mitten in Bayern macht mit einem YouTube-Video auf sich aufmerksam. Und das mit gutem Grund. Nach dem Tod des Dorf-Wirtes ist die Situation alles andere als gut.

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