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Direktor geht, nur die Sakkos bleiben hier

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Von: Armin Rösl

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Die ehemalige Schulkleidung packt Matthias Wabner nicht in die Umzugskartons ein, alles andere schon. foto: rm

Gründungsdirektor Matthias Wabner verlässt nach neun Jahren die Dominik-Brunner-Realschule Poing. Wohin er wechselt und warum er seine Sakkos hierlässt:

Poing – Zwei Sakkos mit der Aufschrift „Realschule Poing“ befinden sich noch im Büro von Matthias Wabner. Alles andere ist weg. Der 45-Jährige hat am Freitag seinen letzten Tag als Direktor der Dominik-Brunner-Realschule gehabt. Ab 1. August leitet er die Realschule in Bad Aibling. 

Von Poing nach Bad Aibling

Von Poing nach Bad Aibling

„Die Sakkos lasse ich hier, wer sie möchte, kann sie gegen eine Spende für den Förderverein haben“, sagt er schmunzelnd. Die Sakkos sind ein Stück Schulgeschichte, von 2011 bis 2017 hatte die Poinger Realschule für Schüler und Lehrer eine Schulkleidung eingeführt. Genau so demokratisch, wie sie eingeführt worden war, wurde sie wieder abgeschafft. „Das war ein interessanter Prozess“, sagt Wabner heute.

Poing: Ein stetiger Entwicklungsprozess

Eigentlich sei alles interessant und neu gewesen in den vergangenen neun Jahren. Mit damals 36 wurde Matthias Wabner Direktor der Poinger Realschule. Das erste Jahr fand der Unterricht noch in Containern statt; als das Gebäude fertig war, war es eines der modernsten Schulhäuser in Bayern. Sowohl in der Gestaltung innen und außen, als auch im Schulleben selbst. Wabner hat die Digitalisierung eingeführt und vorangetrieben, inklusive innovative Unterrichtsausstattung und -methoden.

Realschule Poing: Von Digitalisierung bis Asylbewerber

Erlebt hat Wabner vieles, viel Neues und auch Unvorhergesehenes. Wie beispielsweise die Unterbringung von Asylbewerbern in der Realschulturnhalle. Oder die Auszeichnung mit dem Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, als erste Schule in Poing. „Jedes Jahr war ein Schulentwicklungsprozess“, sagt er rückblickend.

Schule mit Courage

Von den gesammelten Erfahrungen werde er versuchen, einige in seine neue Schule nach Bad Aibling zu transferieren. „Das Thema Digitalisierung startet dort gerade.“ Scheint so, als ob genau der richtige Mann dorthin wechselt.

Zeit für den Wechsel

Nach neun Jahren, sagt Wabner, sei es Zeit für einen Wechsel. Deshalb verlasse er Poing, nicht, weil er die Schule nicht mehr möge. Bei seiner Abschiedsfeier am Donnerstagabend nannte er zum Vergleich einen Frosch, der in einen Topf mit kaltem Wasser gesprungen ist. Das Wasser wird im Laufe der Zeit wärmer, angenehmer, der Frosch fühlt sich wohl. Aber irgendwann, wenn das Wasser kocht, ist es für einen Absprung zu spät. So lange habe er nicht warten wollen, so Wabner.

Von einem neuen in ein altes Schulhaus

In Bad Aibling erwartet ihn, der in Wasserburg am Inn wohnt, in vielen Dingen genau das Gegenteil wie in Poing: Die dortige Realschule ist 52 Jahre alt, entsprechend ist der Zustand des Gebäudes. Bald seien Brandschutz- und Sanierungsmaßnahmen notwendig – vielleicht, so hofft Matthias Wabner, könne er auch hier Erfahrungen aus Poing einbringen. Beispielsweise das Atrium mit Treppen, das in der Dominik-Brunner-Realschule die Aula bildet. 

Poing mit Aula, Bad Aibling ohne Aula

„In Bad Aibling gibt es gar keine Aula“, berichtet der Schulleiter. Obwohl es dort etwa 830 Schüler (gut 200 mehr als in Poing) und 70 statt 50 Lehrer sind. Auch die Schulleitung ist größer: In Bad Aibling besteht sie aus sechs Personen, in Poing sind es drei (jeweils inklusive Direktor). Nächste Woche bezieht Matthias Wabner dort sein Büro.

Die Sakkos lässt er übrigens nicht in Poing zurück, weil er die Realschule komplett vergessen möchte, sondern weil sie ihm schlichtweg nicht mehr passen: Seit vergangenem Jahr hat Wabner dank neuer Sportbegeisterung rund 28 Kilo abgenommen. 

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