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Raucher sollen durch die Frage oberhalb der Einwurflöcher zum Benutzen der Behälter motiviert werden. Am Dienstag präsentierten die Initiatorinnen Charlotte Schmid (re.) und Christina Landgraf zusammen mit Bürgermeister Albert Hingerl die Kippster auf dem Poinger Marktplatz. 

Gegen Zigarettenstummel

Lustige und gute Motivation: Abstimmen mit der Kippe

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Wie bringt man Raucher dazu, Kippen nicht achtlos auf den Boden, sondern in einen Kippster zu werfen? Die Gemeinde Poing hat eine Idee umgesetzt. 

Poing – Zur kurz und knapp gestellten Frage „Bestes Volksfest?“ gibt es zwei Antwortmöglichkeiten: „Volksfest Poing“ und „Oktoberfest München“. Darunter jeweils ein längliches, durchsichtiges Röhrchen, quasi als Abstimmungsurne. So sieht einer der drei „Kippster“ aus, die am gestrigen Dienstag am Poinger Marktplatz montiert worden sind. Kleine Behältnisse ausschließlich für Zigarettenkippen. Damit die Zahl der Stummel, die achtlos auf den Boden geworfen werden, weniger werden.

Charlotte Schmid, Mitglied der Interessengemeinschaft (IG) Artenschutz Poing, hat zusammen mit sieben freiwilligen Helfern an einem Tag im August erstmals sämtliche Kippen aufgesammelt, die auf dem Marktplatz lagen – und sie gezählt: 4139. Am Montag war Schmid zusammen mit Mit-Aktivistin Christina Landgraf und anderen erneut auf dem Marktplatz unterwegs. Dieses Mal seien es 2637 gewesen, erzählt sie. „In vier und in acht Wochen wird sich die Prozedur wiederholen, um feststellen zu können, ob die Kippster funktionieren“, kündigt Charlotte Schmid an.

Poing: Drei Kippster am Marktplatz

„Funktionieren“ würde bedeuten, dass Raucher ihre Zigarettenstummel künftig nicht mehr irgendwohin (Abfalleimer ausgenommen) werfen, sondern in einen der drei Kippster. Deren Standorte: auf der Südseite des Marktplatzes sowie beim Spielplatz und beim Literaturhaus. An jedem Kippster ist eine andere Frage zum Abstimmen angebracht. Beim Spielplatz heißt es „Bestes Verkehrsmittel? Fahrrad oder Auto?“, beim Literaturhaus „FC Bayern? Topp oder Flopp?“. Die Fragen, die zum Benutzen der Kippster motivieren sollen, werden regelmäßig gegen neue ausgetauscht, kündigt Bürgermeister Albert Hingerl an, der zusammen mit Schmid und Landgraf am Dienstag die Kippster präsentiert hat.

Marktplatz Poing: In vier Wochen wird wieder aufgesammelt

Bereits im Mai habe sie Hingerl ein ganzheitliches Projekt vorgeschlagen, um das Verhalten von Rauchern in Poing systematisch zu verbessern, berichtet Charlotte Schmid. Mit den Kippstern sind aus Worte nun Taten geworden. „Es ist erfreulich, dass die Gemeinde Poing sich bereit erklärt hat, diesen Versuch am Marktplatz zu ermöglichen“, sagt Schmid und fügt hinzu: „Noch erfreulicher ist das kontinuierlich steigende Interesse seitens Bürgerinnen und Bürger an diesem Anliegen.“

Die Kippsterbehälter sind mit einem Schloss abgesperrt, regelmäßig entleert werden sie von Mitarbeitern des Bauhofs. 

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