+
Der Poinger Badesee als eigene, kleine Welt.

360-Grad-Aufnahmen

Der Rundum-Fotograf

  • schließen

Alexander Fischl aus Poing zeigt die Welt in 360-Grad-Aufnahmen. Damit hat er sich selbstständig gemacht und ein Unternehmen gegründet.

Ein Lieblingsort von Alexander Fischl: In der Fischer-Vroni bedient der Poinger zur Wiesnzeit.

Als Alexander Fischl die Internetseite eines italienischen Restaurants in München aufrief, weil er einen Tisch reservieren wollte, war er baff: Er sah eine 360-Grad-Aufnahme des Restaurants, mit der ein virtueller Rundum-Blick möglich ist. Fischls erste Reaktion: „Wow!“. Der zweite Gedanke: „Das müsste ich doch auch können.“ Fotografieren ist eh schon ein Hobby des Poingers, warum nicht diese zum Beruf machen? Er hat’s getan: Die Bachelor-Abschlussarbeit seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Online-Marketing trägt den Titel: „Kommunikationskonzept für 360-Grad-Aufnahmen.de“. So lautet die Internetseite seines Ein-Mann-Unternehmens. Alexander Fischl produziert seit zwei Jahren 360-Grad-Bilder und -Videos. Für Firmen, Privatpersonen und auch für Restaurants. Fachbegriff: „Produkt- und Raumfotographie“.

Selbstversuche: 360-Grad-Fotograf Alexander Fischl.

„Ich habe schon während des Studiums leidenschaftlich fotografiert“, erzählt der 26-jährige Poinger. Zum Start seines Unternehmens hat er sich eine Fotoausrüstung mit speziellem Fischauge-Objektiv gekauft, mit der 360-Grad-Aufnahmen möglich sind. Dazu eine Drohne, um beispielsweise Hotelanlagen von oben fotografieren zu können. Freilich stets mit Genehmigung des Luftfahrtbundesamtes. Das Endprodukt: Besucher der Internetseite des Kunden können aus der Luft die Anlage sehen und einen virtuellen Rundgang machen. „Ich möchte im Internet die Dinge transparenter und für den User besser vorstellbar gestalten“, sagt Fischl über seine Arbeit.

Gleich sein erster Auftrag vor rund zwei Jahren hat den Poinger vor eine große Herausforderung gestellt. Eine Firma, die Messgeräte herstellt und vertreibt, wollte sämtliche Produkte in 360 Grad fotografiert haben. „Da kam ein Lastwagen mit 270 verschiedenen Produkten, die innerhalb von zwei Wochen zu fotografieren waren.“ Hierfür hat Alexander Fischl in seinem Studio in München eine eigene Vorrichtung gebaut, in der sich Dinge auf einer Drehscheibe langsam drehen und gleichzeitig abgelichtet werden. „Inklusive Nachbereitung am Computer brauche ich für ein Produkt etwa 45 Minuten.“

Als zusätzliches Standbein macht Fischl Aufnahmen für das Internetunternehmen Google, insbesondere für Google-Maps. Straßen und Gebäude, die später auf den virtuellen Karten zu sehen sind. Und aus Spaß an der Freud’ fotografiert und filmt er weiterhin privat. Beispielsweise den Poinger Bergfeldsee, den er zunächst als 360-Grad-Panorama aufgenommen und anschließend am Computer zu einer „Little-World“ aufgerollt hat.

Seine eigene „kleine Welt“ erlebt der Poinger jedes Jahr auf dem Münchner Oktoberfest: Der 26-Jährige bedient in der Fischer-Vroni. „Weil es mir Spaß macht, und weil ich damit auch ein Stück weit meine Firma finanziere.“ Ehrensache, dass er auch das Festzelt schon abgelichtet und zu einem 360-Grad-Panorama aufbereitet hat.

Armin Rösl

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Markt Schwabener Fußballer hoffen auf neuen Platz und neues Heim
Markt Schwaben - Etwa 500 Jugendliche kicken im Verein in Markt Schwaben, dazu kommen noch etliche Senioren. Sie alle brauchen Platz. Platz, den es in ausreichendem …
Markt Schwabener Fußballer hoffen auf neuen Platz und neues Heim
Polizei schnappt Glonner Dealer
Glonn - Wegen des Verdachts des illegalen Handels mit Betäubungsmitteln hat die Kripo am Mittwoch die Wohnung eines 36-jährigen Tatverdächtigen in Grasbrunn. Dabei …
Polizei schnappt Glonner Dealer
Veronika aus Forstern
Ab sofort geht bei Familie Pinl alles nur noch im Quartett. Nach Sohnemann Maximilian ist Töchterchen Veronika in die Forsterner Familie gekommen. Mama Heidi und Papa …
Veronika aus Forstern
Zu hoch für die Waschanlage: Lkw bleibt stecken
Markt Schwaben - Da hat sich einer sauber verschätzt. Ein Fahrer eines Klein-Lkw blieb mit seinem Fahrzeug in einer Waschanlage in Markt Schwaben stecken. 
Zu hoch für die Waschanlage: Lkw bleibt stecken

Kommentare