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Mit der Eröffnung der Isentaltrasse ist der Verkehr auf der A 94 mehr geworden. Verbunden mit zusätzlichen Lärm für Bewohner im angrenzenden Angelbrechting.    

Autobahnausbau

Angelbrechtinger klagen über A 94-Lärm

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Der Ausbau der A 94 bringt jetzt auch Anlieger aus der Gemeinde Poing auf die Palme. Bürger aus Angelbrechting beklagen Lärmbelästigung.

Poing – Nach der Eröffnung des Isentalabschnitts der Autobahn A 94 ist nicht nur der Verkehr mehr geworden, sondern auch der damit einhergehende Lärm deutlich stärker. Den Mehrverkehr belegen die täglichen Staus am Morgen und am Abend, die sich insbesondere im Bereich zwischen Forstinning und dem Autobahnkreuz München-Ost oftmals über mehrere Kilometer hinziehen. Durch das erhöhte Verkehrsaufkommen (wenn mal kein Stau) „ist auch Angelbrechting mit deutlich mehr Lärm als bisher belastet“. Das ist der Eindruck und das Gefühl von Bürgern aus Angelbrechting, die unmittelbar nördlich der A 94 wohnen. Sie haben sich mit einem Brief an alle im Gemeinderat vertretenen Fraktionen gewandt, aus dem das oben genannte Zitat stammt. Die Angelbrechtinger bitten die Verwaltung zu prüfen, ob und was die Gemeinde Poing gegen den vermehrten Lärm tun kann. In dem Schreiben wird verwiesen auf Gemeinden im Landkreis Erding und Mühldorf, die sich entlang des neu eröffneten A 94-Abschnitts befinden und die sich bereits für mehr Lärmschutz einsetzen. Bei einem Ortstermin war sogar Ministerpräsident Markus Söder dort und hatte mit betroffenen Bürgern über mögliche Nachbesserungen wie Flüsterasphalt und Tempolimit diskutiert.

Bürger fordern Lärmmessung

Um belastbare Daten zu haben, bitten die Angelbrechtinger in ihrem Brief die Gemeinde Poing darum, eine Lärmmessung über einen längeren Zeitraum durchführen zu lassen. Auch mit Blick auf den im Bundesverkehrswegeplan 2030 vorgesehenen, sechsspurigen Ausbau der A 94 zwischen München-Ost und Flughafentangente Ost (FTO), könnten die Messergebnisse Grundlage sein für zeitnahe Maßnahmen schon vor dem Ausbau, wie eine Geschwindigkeitsbegrenzung.

Das Schreiben aus Angelbrechting kam bei der jüngsten Gemeinderatssitzung zur Sprache. Die CSU-Fraktion reichte außerdem einen Fragenkatalog an die Verwaltung ein mit dem Ziel, einen Lärmaktionsplan zu erstellen. Dieser solle nicht nur die A 94 beinhalten, sondern auch die Bereiche entlang der Bahnstrecke, weil auch dort die Belastung immer größer werde durch zusätzliche Zugdurchfahrten. Außerdem sollte, so die CSU, der Fluglärm in den Aktionsplan einbezogen werden.

CSU befürchtet weiter wachsenden Verkehr

„Durch das Wachstum von Poing und des Großraums München werden in den nächsten Jahren zahlreiche Infrastrukturmaßnahmen hinzukommen, die mit einer Steigerung des Verkehrslärms verbunden sein werden“, schreibt die CSU-Fraktion. Selbst ohne weitere Ausbaumaßnahmen werde sich der Lärmpegel durch die Zunahme der Verkehrsteilnehmer zukünftig erhöhen, heißt es weiter. Deshalb kommt die CSU zu dem Schluss: „Die Gemeindeverwaltung sollte sich hier rechtzeitig vorbereiten und die Zeit nutzen, damit durch Zeitdruck und andere Umstände (wie zum Beispiel Mangel an personellen Ressourcen) keine Engpässe entstehen, sondern konkrete Pläne und mögliche Lösungen bereits vor Planung weiterer Maßnahmen vorliegen.“ Ebenso solle untersucht werden, wie die bestehende Lärmbelästigung (wie in Angelbrechting durch die A 94) durch nachträgliche Maßnahmen verringert werden kann. Hierzu, so die CSU, möge die Gemeinde Kontakt aufnehmen mit den zuständigen Behörden.

Gemeindeverwaltung will sich um das Thema kümmern

Die Gemeindeverwaltung unter der Leitung von Bürgermeister Albert Hingerl hat in der Gemeinderatssitzung zugesichert, die Fragen zu bearbeiten. Aus Angelbrechting berichten Bürger, die den Brief an die Gemeinderäte geschrieben haben, dass sich bereits alle Fraktionen rückgemeldet und geantwortet hätten, sich der Thematik anzunehmen.

Rund um Dorfen ist das Thema Lärm auf der neuen Autobahn schon länger ein Thema.

Wird es durch ein Tempolimit an der A94 leiser im Landkreis Erding? Das wird derzeit debattiert.

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