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Auf einer Fläche von 1,5 Hektar in Poing-Nord graben Archäologen derzeit Reste von Häusern aus dem Mittelalter aus.

Archäologie

Mittelalter-Siedlung im Neubaugebiet

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Archäologen haben weitere Beweise dafür gefunden, dass Poing seit Tausenden von Jahren Siedlungsschwerpunkt ist. Auf der Fläche, auf der in einigen Jahren das Neubaugebiet W8 entstehen wird, standen schon im Mittelalter viele Häuser.

Aufgrund der seit vielen Jahren ständigen Ausweisung von Neubaugebieten gilt der Norden von Poing als eines der größten zusammenhängenden Archäologie-Gebiete in Bayern. Nicht nur das: Aufgrund einiger spektakulären Funde, beispielsweise das „Wagengrab“ und ein selten gut erhaltener Töpferofen aus der Römerzeit, ist Poing unter Archäologen bundesweit bekannt. Am gestrigen Dienstag sind neue Funde öffentlich geworden – bei einem Pressetermin am Nachmittag erläuterte Grabungsleiter Ulrich Schlitzer, was seine Mitarbeiter von Planateam entdeckt haben: Umrisse und Rückstände von zwölf Häusern, ersten Erkenntnissen zufolge aus dem Mittelalter. Gefunden auf einer 1,5 Hektar großen Fläche nördlich des Bergfeldsees. In unmittelbarer Nachbarschaft fanden die Wissenschaftler bereits vor etwa einem Jahr 17 Häuser, weshalb sie damals schon von einer größeren Siedlung ausgegangen waren. Diese Vermutung hat sich laut Schlitzer nun bestätigt.

Jede Verfärbung der Erde, jedes Fundstück wird markiert und akribisch aufgezeichnet.

Dass sich auf der Fläche von Poing-Nord seit Tausenden von Jahren Menschen angesiedelt und dort gelebt haben, dafür gibt es schon zahlreiche Beweise aus Funden vergangener Jahre. Die jetzt entdeckte Siedlung ist ein weiterer Beleg dafür, der Bürgermeister Albert Hingerl schmunzeln lässt: „Wir haben alles richtig gemacht.“ Mit den Neubaugebieten werde die Jahrtausende alte Siedlungspolitik fortgeführt.

Auf der jetzt freigelegten Fläche nord-westlich der Bergfeldstraße wird in einigen Jahren das letzte Neubaugebiet entstehen, das Quartier W8. Wie bei den bisherigen Flächen, unterstützt auch hier die Arbeitsgemeinschaft der Bauträger und Investoren (ARGE) am Bergfeld die Archäologie-Maßnahmen. Beim Abtragen der Humusschicht auf den aktuellen Flächen nördlich des Badesees sind durch Verfärbungen der Erde die alten Siedlungsstrukturen sichtbar geworden. Der gewonnene Humus und die Rotlage dienten der Verarbeitung im gegenüber liegenden „Seewinkel“, informiert ARGE-Sprecher Helmut Sloim.

In einem Baucontainer hängen Pläne der aktuellen Funde, Ulrich Schlitzer erläutert die bisherigen Funde. Er geht davon aus, dass noch weitere hinzukommen werden, schließlich sind die Altertumsforscher erst seit einer Woche auf dem 1,5 Hektar großen Areal tätig. Der Archäologe kennt die Erde unter Poing-Nord sehr gut. Seit 2004 ist er hier zugange, damals noch als Helfer, heute als Grabungsleiter. Er berichtet, dass die bislang ältesten Funde darauf hinweisen, dass Poing schon Mitte des dritten Jahrtausends vor Christus besiedelt war.

Für Interessierte wird die Grabungsstelle am Dienstag, 15. November, öffentlich zugänglich gemacht. Von 10 bis 11.00 Uhr können Besucher den Archäologen bei der Arbeit zusehen und erste Fundstücke betrachten. Grabungsleiter Ulrich Schlitzer wird die Gruppen über die Ausgrabungsstelle führen. Die Fläche befindet sich an der Bergfeldstraße, in der Kurve nördlich des Badesees. Parkplätze sind ausreichend vorhanden. Treffpunkt ist um 10 Uhr am Eingang des Edeka-Marktes. Anmeldung im Kulturamt Poing; per E-Mail: kultur@poing.de, oder Telefon (08121) 9794-125.

Armin Rösl

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