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Ob die Geothermieanlage in Poing für die Erdbeben verantwortlich ist oder nicht, konnte noch nicht endgültig geklärt wer den.

Gutachten

Poing bebt wohl nicht wegen Geothermie

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Das wissenschaftliche Gutachten, in dem ein möglicher Zusammenhang zwischen der Poinger Geothermie und der Erdbeben untersucht worden ist, ist so gut wie fertig. Die ersten Ergebnisse liegen unserer Zeitung vor. 

Poing – Noch immer warten Poings Bürger sowie die Verantwortlichen des Geothermie-Projekts auf die Ergebnisse des Gutachtens, das derzeit vom Leibniz Institut für Angewandte Geophysik in Hannover erstellt wird. Laut Bürgermeister Albert Hingerl soll die Untersuchung im Oktober abgeschlossen sein und vorliegen.

In einem internen E-Mailverkehr zwischen einer Poinger Bürgerin und dem Institut, der unserer Zeitung vorliegt, gibt Prof. Inga Moeck, die für das Gutachten verantwortlich ist, erste Details bekannt. Zitat: „Zusammenfassend kann ich sagen, dass unserem Wissen nach für Poing bei Betrieb der Geothermieanlage keine Gefahr besteht. Es wurde die ungefährliche P-Welle gespürt, es ist vergleichsweise geringe Energie freigesetzt worden. Wir brauchen aber auch noch Forschung, um genau zu erklären, was passiert und wie sich das System unter Poing in 20 oder 30 Jahren verhalten wird.“

Weil bei den bisherigen Erdbeben die gemessenen Ausschläge sehr gering gewesen seien, müsste man weitere und aufwändigere Untersuchungen durchführen, um die tatsächlichen Ursachen im Boden bzw. in den Erdschichten herausfinden zu können.

„Unsere Studie zeigt, dass wir die Prozesse, die zu den Beben in Poing führen, noch gar nicht verstanden haben. Dazu müssten wir auch die Seismizität messen können, die nicht spürbar ist“, schreibt Prof. Moeck.

Ihrer Aussage zufolge ist Poing „ein absoluter Sonderfall“. Begründung: „Erdbeben an Geothermieprojekten sind so extrem selten, dass uns die Vergleichszahlen fehlen. Poing ist das erste Wärmeprojekt weltweit, an dem Beben auftreten.“

Schäden, die nach dem jüngsten Erdbeben vom 9. September in Häusern und Wohnungen aufgetreten sein sollen (Risse an Wänden und Fliesen), müssten genau untersucht werden, ob diese tatsächlich mit der Erschütterung in Verbindung stehen. Für das Auftreten von Schäden dieser Art gebe es generell eine Vielzahl an Möglichkeiten.

Wie berichtet, hat das Bayernwerk nach dem jüngsten Erdbeben sein Geothermie-Projekt in Poing vorläufig außer Betrieb gesetzt. Das Fernwärmenetz wird, wie schon in den Jahren zuvor, derzeit ausschließlich mit Bio-/Erdgas gespeist.

Wissenschaftlich ist zwar kein Zusammenhang zwischen Geothermie und Erdbeben bewiesen, dennoch gab und gibt es zahlreiche Vermutungen, dass dem doch so sein könnte. Wie den schriftlichen Ausführungen von Prof. Moeck nun zu entnehmen ist, gibt es hierfür allerdings weiterhin keine eindeutigen Be- und Hinweise.

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