Hier wird an künftigen Stromspeichern geforscht: Arbeit im Münchner Batteriezellen-Labor von BMW.
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Hier wird an künftigen Stromspeichern geforscht: Arbeit im Münchner Batteriezellen-Labor von BMW.

BMW plant Pilotanlage

Poinger Bedenken gegen Parsdorfer Batterien

  • Armin Rösl
    vonArmin Rösl
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  • Robert Langer
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Die Bedenken aus Poing gegenüber dem Nachbarn Vaterstetten. Es geht um Pläne einer Pilotanlage zur Zellfertigung von BMW-Batterien im Gewerbegebiet Parsdorf.

Poing/Parsdorf – Im Namen der Gemeinde und des Gemeinderates hat der Poinger Bau- und Umweltausschuss jetzt beschlossen, dem von Vaterstetten geänderten Bebauungsplan nicht zuzustimmen. Grund: Poing möchte wissen, ob und wie sich die Batterie-Produktion auf Mensch und Umwelt auswirkt. Hier wolle man die Prüfung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) abwarten. „Zur Fertigung von Lithium-Ionen-Zellen werden akut toxische Stoffe eingesetzt, die für sich gesehen beziehungsweise in Verbindung mit anderen Stoffen erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt haben können“, heißt es in der Stellungnahme der Verwaltung. Als Nachbargemeinde ist Poing in die Bauleitplanung eingebunden und kann dazu Stellung nehmen.

Auswirkungen auf die Feuerwehr

Das hat der Bauausschuss nun mit der Ablehnung des Vorhabens getan. Bürgermeister Thomas Stark (parteifrei) sagte, dass er von der kurzfristigen Änderung des Bebauungsplans von vormals „Sondergebiet Logistik“ auf „großflächiges produzierendes Gewerbe“ irritiert sei. Bürger aus den Poinger Ortsteilen Grub und Angelbrechting, die unweit des neuen Gewerbegebiets liegen, hätten bei ihm bereits besorgt nachgefragt, ob die Produktionsstätte gefährlich sei und welche Auswirkungen sie auf die Ausstattung der örtlichen Freiwilligen Feuerwehren habe, berichtete Stark in der Ausschusssitzung. Fragen, die er im Zuge des Bebauungsplanverfahrens beantwortet haben möchte.

Vaterstetten reagiert gelassen

In Vatersteten reagierte Bürgermeister Leo Spitzauer (CSU) auf Nachfrage gelassen. Hintergrund: Bisher ging es auf dem Gelände neben der künftigen Ansiedlung von Krauss Maffei Technologies (bisher München) um die Errichtung einer Logistikhalle mit Parkhaus und Büros für das Automobil- Unternehmen aus der Landeshauptstadt. Nun soll ein Teilbereich der schon fertig gebauten BMW-Halle anders genutzt werden. Die Gemeinde Vaterstetten hat dazu ein neues Bauleitplanverfahren eingeleitet, das im Juni einstimmig vom Gemeinderat auf den Weg gebracht worden war (wir berichteten). Dazu wird laut Gemeinde Vaterstetten auf einer Fläche von rund 13000 Quadratmetern der Halle umgerüstet. Das ist rund ein Drittel der Gesamtfläche. Laut BMW soll das „Pilotwerk“ für die Batterie-Fertigung, Stichwort „Elektromobilität“, Ende 2022 den Betrieb aufnehmen. Das Gesamtprojektvolumen betrage knapp 110 Millionen Euro. Es gibt hohe staatliche Fördergelder. Ungefähr 50 Mitarbeiter sollen im Pilotwerk arbeiten. Ziel sei es, so BMW, die Batteriezellen in ihrer Leistungsfähigkeit weiter zu entwickeln und die Produzierbarkeit in der Großserienproduktion nachzuweisen.

Vaterstettens Bürgermeister Spitzauer akzeptiert, dass sich die Gemeinderäte und das Rathaus in Poing für ihre Bürger einsetzen. Die Bedenken zu den BMW-Plänen hingegen verstehe er nicht. Und auch eine Prüfung nach dem BImSchG sieht er unaufgeregt. „Das ist ein übliches Verfahren.“

Lautstarke Partys und Müll: Am Bergfeldsee häufen sich die Probleme. Polizisten ernteten kürzlich nur Gelächter.

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