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Kein Weiterbau: Das Max-Mannheimer-Bürgerhaus wird nicht vergrößert. 

Kein Weiterbau

Bürgerhaus bleibt, wie es ist

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Das Max-Mannheimer-Bürgerhaus in Poing wird nicht weitergebaut. Im Gemeinderat ist ein Antrag der SPD-Bürgerliste auf Weiterplanung abgelehnt worden. 

Poing – Das Max-Mannheimer-Bürgerhaus ist eigentlich nur der erste Abschnitt eines Gesamtkomplexes mit großem Veranstaltungssaal und weiteren Räumen. Dabei bleibt es vorerst auch: Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich den Antrag der SPD-Bürgerliste abgelehnt, jetzt Planungen für den zweiten Bauabschnitt aufzunehmen. Um in etwa drei, vier Jahren mit dem Bau beginnen zu können. Für die Planungen, so lautete die Forderung der SPD-Fraktion, sollten schon im Haushalt 2020 finanzielle Mittel eingestellt werden.

Es war am Ende lediglich die SPD-Bürgerliste selbst, die sich für dieses Vorgehen aussprach. Alle anderen Fraktionen votierten dagegen – sie alle wiesen auf die finanzielle Situation der Gemeinde hin, die aufgrund zahlreicher Großinvestitionen und Pflichtaufgaben (unter anderem Schul- und Kita-Neubauten, Lehrschwimmbad, Bahnunterführung) im nächsten Jahr den Rekord-Schuldenstand in Höhe von 30 Millionen Euro erreichen wird.

CSU-Fraktionssprecher Ludwig Berger bezeichnete den SPD-Antrag als „sinnlos“ und „unseriös“. Man könne den Bürgern nicht etwas versprechen, wofür kein Geld vorhanden ist. „Die Poinger SPD baut Luftschlösser“, kritisierte Berger. Gleicher Meinung ist Wolfgang Spieth (FDP), der mit Blick auf die Verschuldung der Gemeinde sagte: „Dieser Antrag ist unverantwortlich und er kommt zur Unzeit.“ Dem pflichtete Dritter Bürgermeister Günter Scherzl (FWG) bei: „Der Weiterbau des Bürgerhauses ist momentan nicht finanzierbar.“

SPD-Fraktionssprecherin Bärbel Kellendorfer-Schmid verteidigte den Vorstoß mit den Worten: „Wir sind der Ansicht, dass es jetzt an der Zeit ist.“ Aufgrund des stetigen Wachstums von Poing müsse die Gemeinde den Bürgern unter anderem einen ordentlichen Veranstaltungssaal mit Platz für bis zu 500 Besuchern bieten. Wenn der Ort nach Ende der beiden noch ausstehenden Neubaugebiete W7 und W8 gut 20 000 Einwohner haben werde, brauche man „einen adäquaten Treffpunkt“, so Kellendorfer-Schmid. Hierfür müsse man schon jetzt die Weichen stellen und deshalb den Bedarf bei Vereinen und Organisationen abfragen und die Planungen beginnen.

Das sieht auch Rainer Koch (SPD) so, der grundsätzliche Fragen aufwarf: „Wollen wir weiter Politik machen wie immer, für ein Dorf? Wollen wir stehen bleiben? Oder passen wir uns der Einwohnerzahl an?“ Die Antwort gab er selbst: „Wir (die SPD, die Red.)wollen Poing auf die Zukunft vorbereiten. Ein Ort mit 20 000 Einwohnern braucht zwingend so eine Einrichtung.“ Damit diese baldmöglich realisiert wird, sollte schon jetzt mit den Planungen begonnen werden. Um in den Jahren 2022/23, wenn die finanzielle Talsohle durchschritten ist und die Großinvestitionen abgeschlossen sind, schon mit der Realisierung beginnen zu können.

In einem sind sich alle Fraktionen einig, wie die Diskussion ergab: Das Bürgerhaus will jeder. Aber nur, wenn es finanziell machbar ist. Bürgermeister Albert Hingerl (SPD) wies darauf hin, dass man frühestens 2022/23 konkret über das Bürgerhaus reden könne. Bis dahin seien diesbezüglich keine Investitionen möglich und vorgesehen. Auch keine weitere Kreditaufnahme. Die Kosten für den zweiten Bauabschnitt schätzt Hingerl grob auf 15 bis 20 Millionen Euro.

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