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Kritisiert AfD Wahlplakat scharf: Poings Bürgermeister Albert Hingerl.

„Nazi-Propaganda“

Bürgermeister von AfD-Plakat zum Schulstart geschockt - das ist seine Reaktion

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So wie Poings Rathauschef Hingerl hat noch kein Bürgermeister im Landkreis öffentlich Kritik an der AfD geübt Auslöser: ein AfD-Wahlplakat zum Schulstart.

Poing – Bevor am Donnerstagabend der Gemeinderat Poing in die Tagesordnung eingestiegen ist, hat Bürgermeister Albert Hingerl (SPD) ein Statement verlesen, an dessen Ende er den Beifall aller Fraktionen erhielt. Hingerl warf der AfD vor, dass sich „diese sogenannte Partei nicht nur am rechten Rand bewegt, sondern mehr und mehr an die Nazi-Propaganda anknüpft und versucht, die Demokratie und den gesellschaftlichen Pluralismus zu vergiften“.

Grund für die scharfen Worte ist ein Wahlplakat der AfD, das er, Hingerl, am ersten Schultag an mehreren Stellen in Poing gesehen habe, wie er berichtete. „Es zeigt ein blondes Mädchen im karierten Kleid, den Arm triumphierend nach oben gestreckt“, so der Bürgermeister. „Unter dem Foto steht ,Islamfreie Schulen’, darüber ,Deutsche Leitkultur’.“

In seinem Statement betonte Hingerl: „Solche Parolen beschädigen das Zusammenleben an den Schulen und damit auch das Gemeindeleben.“ Das gelte auch für Poing. Deshalb sein Appell: „Ich rufe den Poinger Gemeinderat und alle Poinger Bürger dazu auf, die verfassungsgemäßen Rechte unserer muslimischen Mitbürgerinnen und Mitbürger, aber auch die der in Poing lebenden Bürger aus gesamt 100 Nationen zu schützen. Wir wollen die Würde und die Freiheit des Glaubens aller Poinger Kinder fördern und auch im Unterricht unserer drei Grundschulen, der Mittelschule, der Realschule, des Förderzentrums und des zukünftigen Gymnasiums die Religionsvielfalt erhalten.“

Weiter sagte Albert Hingerl: „Es gilt, das Abrutschen eines Teils der bundesrepublikanischen Bevölkerung in den braunen Sumpf und damit die Spaltung der Gesellschaft mit allen demokratisch legitimierten Mittel zu verhindern. Insbesondere dürfen unsere Kinder und damit Schülerinnen und Schüler diesen Hetzern nicht als Zielgruppe überlassen werden. Akzeptanz fördert Integration, Ausgrenzung fördert Radikalismus. Den dumpfen Parolen dieser fremdenfeindlichen Hetze gilt es deshalb die Willkommenskultur und ein friedliches, vielfältiges Miteinander entgegen zu setzen.“

Die AfD ließ nicht lange mit einer harschen Reaktion auf sich warten. Der Bürgermeister bekam Post vom Chef-Justiziar der Partei.

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