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Das Logistikzentrum der Firma Schustermann und Borenstein in Poing läuft derzeit im Krisenmodus.

Covid-19 in Poing

Corona-Ausbruch bei Unternehmen im Münchner Umland: 19 neue Corona-Fälle

Nach großangelegten Tests bei Schustermann und Borenstein vor einem Monat: 81 Corona-Infektionen. Nun hat die Firma in Poing erneut Abstriche gemacht.

  • Bei dem Unternehmen Schustermann und Borenstein wurden großangelegte Corona-Tests gemacht.
  • Vor einem Monat gab es dabei 81 Infektionsfälle.
  • Nun hat die Firma erneut Coronavirus-Test durchgeführt.

Update vom 25. Mai: Nach Tests bei Schustermann und Borenstein gibt es 19 weitere Corona-Infektionen. Damit gibt es insgesamt 100 gemeldete Infektionen seit Ausbruch der Pandemie. Das teilte das Landratsamt in Ebersberg erst heute mit. 

Bei Abstrich-Aktionen am 7. und 14. Mai wurden je acht Mitarbeiter positiv auf das Virus getestet. Bei Abstrichen am 18. Mai wurde bei drei Personen das Coronavirus festgestellt. In Nacht- und Spätschicht seien keine positiven Fälle aufgetreten. Das Landratsamt spricht von einem erfolgreichen Konzept: „Das gemeinsam erarbeitete Hygienekonzept wirkt“.

In den Wochen davor wurden insgesamt 81 Mitarbeiter positiv auf das Virus getestet. Den ersten Fall gab es bereits im März. Dass sich die Mitarbeiter im Betrieb angesteckt haben, hielt das Unternehmen damals für „unwahrscheinlich“.

Update vom 12. Mai 2020

Poing - Am Donnerstag gibt es weitere großangelegte Tests bei Schustermann und Borenstein. Gestern wurden neu eingestellte Mitarbeiter sowie Angestellte, die aus dem Urlaub zurückgekehrt sind, untersucht, teilt das Landratsamt mit. 

Am Donnerstag soll es dann wieder eine große Abstrich-Aktion in der Firma geben. „Die Mitarbeiter aller Schichten sollen untersucht werden“, so die Kreisbehörde.

Artikel vom 6. Mai 2020

Poing – Im Logistikzentrum der Bekleidungsfirma Schustermann und Borenstein in Poing sind kürzlich 62 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. In großen Tests wurden 903 Mitarbeiter überprüft. Corona-Infizierte hat es im Logistikzentrum schon viel früher gegeben, wie eine Recherche der EZ zeigt.

Den ersten Corona-Fall habe die Firma bereits am 29. März der Gesundheitsbehörde gemeldet. „In den ersten Wochen gab es immer nur vereinzelt Fälle“, teilt ein Unternehmenssprecher auf Nachfrage mit. Als die Zahl der Infizierten zweistellig und die Abstände zwischen den Ansteckungen kürzer wurden, sollten alle Mitarbeiter getestet werden. Die Abstriche fanden am 25. und 27. April statt, knapp einen Monat, nachdem der erste Fall gemeldet wurde. Ergebnis: Insgesamt 81 Infektionen. Der Betrieb schickte alle Corona-Infizierte konsequent nach Hause.  

Schustermann und Borenstein: Mitarbeiter nicht im Betrieb angesteckt

Dass sich die Mitarbeiter im Betrieb angesteckt haben, hält das Unternehmen für „unwahrscheinlich“. Die Firma habe die Pandemie „von Anfang sehr ernst genommen“. Das Landratsamt teilt hingegen mit: „Das Virus muss von außen eingetragen worden sein.“

Ein Taxifahrer will am 14. April zudem gesehen haben, dass mindestens 20 Mitarbeiter ohne Mindestabstand zum Rauchen vor dem Gebäude standen. Schustermann und Borenstein äußert sich zu diesem Vorwurf nicht. Die Firma verweist auf ihr Abstandskonzept.

Behörde informierte das bayerische Landesamt am 23. April

Auch über den Zeitpunkt des ersten Corona-Falls ist sich das Landratsamt mit der Firma uneins. „Am 09. April wurden zwei Fälle bekannt“, teilt eine Sprecherin der Kreisbehörde mit. Die Behörde informierte das bayerische Landesamt am 15. April.

Inwieweit mögliche Infektionsketten der Mitarbeiter nachverfolgt werden konnten, teilt das Landratsamt nicht mit. Infektionswege können nur schwer verfolgt werden: Die Infizierten kommen aus allen anliegenden Landkreisen, plus den Kreisen Freising, Miesbach, Fürstenfeldbruck und Dachau. Viele Angestellte kommen mit der S-Bahn zur Arbeit.

Wöchentliche Abstriche, halbe Belegschaft, Messung der Körpertemperatur

Das Logistikzentrum zuzusperren – wie beim Stockdorfer Autozulieferer Webasto – hält das Landratsamt für nicht nötig. Wöchentliche Abstriche, halbe Belegschaft, Messung der Körpertemperatur: Es gebe nun „weitreichende Maßnahmen“.

Das Diagnostikzentrum in Ebersberg ist mit seinen Kapazitäten nur zu einem Viertel ausgelastet. Um Abstriche für Mitarbeiter müssten sich Firmen aber selbst kümmern, sowie bezahlen. 

Die wichtigsten Entwicklungen zur Coronakrise im Landkreis Ebersberg gibt es hier!

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