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Über Schule diskutierten   Günter Scherzl, Sylvie Schnaubelt, Michael Schwägerl, Prof. Michael Piazolo, Simone Fleischmann und Joshua Grasmüller. 

Schulstandort Poing

Lehrer nicht für alles zuständig

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Um Schule im Allgemeinen ging es hauptsächlich bei der Diskussionsrunde auf dem Podium in der Poinger Realschule. Aber nicht nur.  

Poing – Die einzige, die ein wenig aus dem örtlichen Nähkästchen plaudern konnte, war Sylvie Schnaubelt. Die Direktorin der Poinger Dominik-Brunner-Realschule berichtete, dass „wir durchaus ein bisschen gespannt sind auf das neue Gymnasium“. Weil es eventuell Auswirkungen haben könnte auf die Anmelde- und Schülerzahl in der Realschule. „Heuer hatten wir beim Übertritt etwa 50 Prozent an Schüler, die mit ihrem Notenschnitt auch aufs Gymnasium hätten gehen können“, berichtete Schnaubelt. Wenn dieses dann im Ort steht, ein modernes und attraktives noch dazu mit einem Wirtschaftszweig, dann würden wohl einige den Schritt tatsächlich aufs Gymnasium machen. Dieser Wirtschaftszweig könne aber auch gute Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit zwischen Gymnasium und Realschule bedeuten.

Die anderen Teilnehmer der Podiumsdiskussion „Schulstandort Poing – fit für die Zukunft?“ der Freien Wählergemeinschaft (FWG) Poing  in der Poinger Einkehr sprachen in der zweistündigen Veranstaltung fast ausnahmslos über Schule im Allgemeinen. Sie konnten auch nicht anders, handelte es sich doch um Bayerns Kultusminister Prof. Michael Piazolo (Freie Wähler), Michael Schwägerl (Vorsitzender des Bayerischen Philologenverbandes), Joshua Grasmüller (Landesschülersprecher für Gymnasien) und Simone Fleischmann (Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes). Letztere kritisierte einmal mehr, dass im Grund-, Mittel- und Förderschulbereich zu wenige Lehrkräfte vorhanden seien. Und dass man gut ausgebildete, kompetente Lehrer brauche, keine Aushilfskräfte wie im Bundesland Berlin, wo zwei Drittel der Neueinstellungen an Schulen gar keine Lehrer seien. Um den Beruf attraktiver zu machen, „braucht es für Grund- und Mittelschullehrer die gleiche Einstiegsbesoldung wie für alle anderen“, forderte sie.

Ein Drittel des bayerischen Haushalts geht in die Bildung

Piazolo entgegnete, dass ein Drittel des bayerischen Haushalts in die Bildung gesteckt werde: „Das muss so bleiben.“ Allerdings, so der Kultusminister mit Blick auf Forderungen nach ganzheitlichem Unterricht fernab von den üblichen Fächern, „ist die Schule kein Reparaturbetrieb für Missstände in der Gesellschaft oder in der Erziehung“. Lehrer seien nicht für alles zuständig.

Auch das Thema Digitalisierung wurde angeschnitten. Hier war es erneut Sylvie Schnaubelt, die aus der Praxis der Poinger Realschule berichtete, wo iPads im Unterricht eingesetzt werden. Das Problem laut Direktorin: Junge Lehrkräfte seien in Sachen digitalem Unterricht zu wenig ausgebildet und würden nicht wissen, wie man iPads sachgerecht anwendet. Diese Erfahrung habe sie jetzt gerade mit den neuen jungen Lehrerinnen und Lehrern gemacht, die in diesem Schuljahr an die Dominik-Brunner-Realschule gekommen sind.

In fünf Jahren soll das Poinger Gymnasium mit seinem Unterricht starten. Hier ist der Bericht 

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