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Ein Kind wird getauft. Damit wird es in die Gemeinschaft der Christen aufgenommen. In der Osternacht wird es in Poing auch eine Taufe geben – die Taufe eines Erwachsenen.

Entgegen des Trends wachsen in Poing die beiden großen Kirchengemeinden

Viele Kinder, viele Taufen

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Poing ist eine der geburtenstärksten und kinderreichsten Gemeinden in Deutschland, außerdem eine Kommune mit sehr jungem Durchschnittsalter im Vergleich zu anderen in der Bundesrepublik.

Poing – Poing liegt seit Jahren in diesen Statistiken ganz vorne. Der ungebrochene Zuzug von insbesondere jungen Familien bedeutet nicht nur Bevölkerungswachstum und neue Wohngebiete, er sorgt auch dafür, dass die beiden großen Kirchen im bayern- und bundesweiten Vergleich gut dastehen. Gegen den Trend wachsen sowohl die katholische als auch die evangelische Gemeinde. Das liegt zum einen am Zuzug an sich, aber auch an den Neugeburten, von denen viele getauft werden.

In der katholischen Pfarrgemeinde St. Michael gab es laut Pfarrer Christoph Klingan im Jahr 2016 exakt 50 Taufen, 2017 waren es 54. Der evangelische Pfarrer Michael Simonsen berichtet von 26 Taufen in 2016 und 31 in 2017. Zuzug und Geburten sorgen dafür, dass die Anzahl der Mitglieder in beiden Kirchengemeinden leicht und stetig steigt. Ende 2017 zählte die Pfarrei St. Michael 6018 Katholiken, ein Jahr zuvor waren es 5930. In der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde sind es aktuell rund 2800 Mitglieder, Tendenz ebenfalls steigend. Insgesamt ist damit gut die Hälfte von Poings Bevölkerung Mitglied in einer der beiden großen Kirchen.

Die hohe und steigende Zahl an Taufen bedeutet für beide Pfarrer Mehrarbeit – die sie freilich gerne übernehmen. Insbesondere an Samstagen sind Christoph Klingan und Michael Simonsen im Einsatz. „Die sicher sehr hohe Zahl an Taufen sehe ich nicht als Zusatzbelastung, sondern als sehr erfreuliche Ereignisse, die ich gerne mit den jeweiligen Familien feiere“, sagt der katholische Pfarrer Klingan. Simonsen sieht es genau so, dennoch ist er froh, mit der neuen, zusätzlichen Pfarrerin Johanna Thein, auch hier Unterstützung bekommen zu haben. Manchmal, so erzählt der evangelische Pfarrer, komme es vor, dass an einem Samstag mehrere Taufen hintereinander stattfinden.

So, wie die Gemeinde Poing selbst eine junge Gemeinde ist (mit einem Durchschnittsalter von unter 38 Jahren), so sind es auch die Kirchengemeinden, berichten die beiden Pfarrer unisono. Das liege natürlich an den vielen Kindern und Jugendlichen im Ort, weshalb sowohl in der katholischen als auch in der evangelischen Kirche in Poing die Kinder- und Jugendarbeit einer der Schwerpunkte ist. Nach der Taufe geht es schließlich weiter, „uns ist es wichtig, die Familien zu binden und ins Gemeindeleben mit einzubeziehen“, betont Michael Simonsen. Im Laufe der Jahre folgt bei den einen die Konfirmation (evangelisch), bei den anderen die Erstkommunion (katholisch). Auch heuer wird, wie seit vielen Jahren, ein einziger Kommunions-Sonntag nicht ausreichen, berichtet Pfarrer Christoph Klingan: „Wir haben 95 Kommunionkinder, sodass wir an vier Sonntagen Erstkommunionsgottesdienste feiern werden.“

Jetzt aber steht in beiden Kirchengemeinden das Osterfest an. In der katholischen Pfarrkirche St. Michael wird es bei der Feier der Osternacht eine Taufe geben. Dieses Mal ist es ausnahmsweise kein Baby, das das Heilige Sakrament erhält, sondern ein Erwachsener.

„In unserer Gemeinde ist es dann schon die zweite Erwachsenentaufe in diesem Jahr“, freut sich Pfarrer Christoph Klingan auf die besondere Osternacht-Messe.

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