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Poings Pfarrei ist die erste im Landkreis, die Erstkommuniongottesdienste feiert. 

Katholische Pfarrei St. Michael

Poinger Erstkommunion-Marathon: 12 Gottesdienste für 84 Kinder

  • Armin Rösl
    vonArmin Rösl
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Poings Pfarrei St. Michael lässt nach der Lockerung von Corona-Beschränkungen die Erstkommunion stattfinden. Zwar unter geänderten Voraussetzungen, trotzdem: lieber jetzt, statt später. 

Poing – Fünf sind schon gefeiert, sieben folgen noch: In der katholischen Pfarrgemeinde St. Michael Poing gibt es heuer zwölf Erstkommunionfeiern. Richtig gelesen: zwölf. Insgesamt sind es 84 Kinder, die erstmals das Heilige Sakrament der Kommunion empfangen. Was in diesen Corona-Zeiten nicht selbstverständlich ist. Während viele Pfarreien die Erstkommunion auf unbestimmte Zeit oder auf den Herbst verschoben haben, hat Poings Pfarrer Philipp Werner entschieden: Wir lassen die Erstkommunionen stattfinden. Mit Gemeindereferent Michael Wendlinger und der Kommunion-Beauftragen Martina Hohl habe er sich beraten und viele Gespräche geführt, erzählt er. Am Ende stand der Entschluss fest: Wir machen’s! Unter Erfüllung aller Auflagen wie Maskenpflicht und geringer Anzahl an Teilnehmern. Statt, wie normalerweise pro Jahr, zwei bis vier Gottesdienste (je nach Anzahl der Kinder), sind es heuer zwölf – in kleinen Gruppen. Ein Marathon.

Poing: Pfarrer entscheidet sich für Erstkommunion

Werner, Wendlinger und Hohl haben laut Pfarrer unter anderem deshalb so entschieden, „weil ab Herbst die Kommunionkinder schon in der vierten Klasse sind“ – ein Schuljahr, dass wegen des Übertritts auf weiterführende Schulen eh schon voll und anstrengend genug sei. „Wollen wir die Kinder und Familien dann noch mit der Kommunion belasten?“, sei eine Frage und gleichzeitig ein Argument von Michael Wendliger gewesen, erzählt Pfarrer Werner. Nein, wolle man nicht. Zumal man dann wohl auch wieder mit den Gruppenstunden von vorne hätte beginnen müssen, weil die Kinder bis zum Herbst wohl einiges wieder vergessen hätten. Und überhaupt: Wer weiß schon, was im Herbst ist? Was, wenn wegen einer neuen Corona-Welle ein zweiter kompletter Shutdown erfolgt?

Erste Pfarrei im Landkreis Ebersberg

Somit war bzw. ist Poings Pfarrei die erste im Landkreis Ebersberg, die trotz Corona die Erstkommunionen noch in diesem Schuljahr feiert. Möglich machen dies zum einen die gelockerten Bedingungen für einen Kirchenbesuch, zum anderen aber noch viel mehr die Organisation und die Umsetzung durch das Poinger Kirchenteam.

Poing: Erstkommunion unter besonderen Umständen

Seit Montag brauchen bayernweit Besucher in den Sitzreihen keine Mund-Nase-Maske mehr zu tragen, außerdem ist die Zahl an erlaubten Besuchern erhöht worden – auf ein Drittel der Gesamtplätze. In der Poings Pfarrkirche Seliger Rupert Mayer bedeute dies nun 101 Besucherplätze, so Pfarrer Werner. Schon vor diesen neuen Lockerungen hat er die ersten Erstkommunionen gefeiert, als der Besuch von Gottesdiensten nach dem Corona-Lockdown wieder erlaubt war – damals allerdings nur mit Maske und einer sehr geringen Anzahl an Besuchern.

Wenig Kritik, viel Zustimmung

Dennoch, so berichtet Philipp Werner, habe es nur wenig Kritik und Vorbehalte von Eltern gegeben. Nach den Feiern habe er bislang ausschließlich positive Resonanz erhalten. „Durch die geringere Anzahl an Kindern ist die Feier schon auch etwas Besonderes“, sagt er. Weil die Kinder stärker in den Gottesdienst einbezogen werden könnten (zum Beispiel beim Vorlesen von Texten), als es sonst der Fall gewesen wäre. Weil die Kinder sowie die Eltern und Geschwister viel intensiver und, sinnbildlich gesprochen, näher dran seien am Geschehen.

Poing: Jedes Wochenende sieben Gottesdienste

Sieben Kommunionfeiern liegen noch vor Pfarrer Philipp Werner, der alle selbst zelebriert. Für die regulären Gottesdienste an Wochenenden, die weiterhin stattfinden (teilweise sogar in doppelter Anzahl), helfen andere Seelsorger aus. Insgesamt sind es momentan jedes Wochenende sieben Gottesdienste, zählt Werner auf: zwei Erstkommunionfeiern, zwei Gottesdienste der kroatischen Gemeinde sowie drei normale Gottesdienste. Und dann sind noch 60 Firmlinge im Wartestand: Ob und wie die Firmung demnächst stattfinden kann, darüber gebe es derzeit erste Gespräche und Überlegungen.

Poing: Eine Lawine an Taufen

„Bei der großen Zahl an Kommunionkindern und auch mit Blick auf die Firmlinge konnten wir nicht bis September warten“, sagt Pfarrer Philipp Werner. Und das ist nicht das einzige, was wegen Corona kurzfristig ausgefallen ist bzw. verschoben werden musste: „Den August taufen wir durch“, sagt er mit einem Lächeln. Im baby-/kinderreichen Poing mussten in den vergangenen drei Monaten zahlreiche Taufen abgesagt werden. Nun erwarte ihn „eine Lawine an Taufen“, so Werner. 

Ebenfalls in der Warteschlange: Hochzeiten. „Wir haben bei den Trauungen jetzt schon Terminanfragen zum Beispiel für November 2021 und sogar fürs Jahr 2022“, berichtet Pfarrer Philipp Werner.

Wegen der Corona-Beschränkungen hatte das Osterfest noch ohne Besucher stattfinden müssen. Damit zumindest symbolisch Gläubige bei den Ostergottesdiensten dabei sein konnten, hatte die Pfarrei eine pfiffige Idee:Namensschilder aufstellen. 

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