Modeschöpferin Laura Biagiotti gestorben

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Seit ihrer Kindheit ist Kirsten Marie Matos-Thümecke fasziniert von Glas. Sie verarbeitet alte Flaschen zu Neuem.

Glaskunst

Es war einmal eine Flasche

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Hinter der Café-Station an Poings Hauptstraße hat sich Kirsten Marie Matos-Thümecke ihren Traum erfüllt: In der ehemaligen Backstube befindet sich das Atelier der Glaskünstlerin, die aus alten Flaschen neue Gegenstände zaubert.

Einige der Passanten am Münchner Hauptbahnhof, die Kirsten Marie Matos-Thümecke beobachtet haben, haben sich wohl gewundert über diese Frau. Im schicken Business-Anzug sammelte sie im Gebüsch kleine leere Jägermeister-Flaschen und steckte sie in ihre Handtasche. „Manche haben mich angeschaut, als wäre ich verrückt“, erzählt die 47-Jährige und lacht. Sie hatte einen Geschäftstermin ganz anderer Art, doch sie konnte ihr Hobby nicht lassen. Aus den Fläschchen macht sie neue Gegenstände, wie Visitenkartenhalter fürs Büro.

Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt: Jägermeister-Fläschchen werden zu Zahnstocherhaltern...

Seit kurzer Zeit arbeitet Matos-Thümecke nicht mehr zuhause in Pöring im Keller, sondern im Hinterhof der Café-Station an der Poinger Hauptstraße. Dort hat sie ihr Hobby zum Beruf gemacht und die ehemalige Backstube in eine Atelier-Werkstatt umgestaltet. Mit großer Säge, vielen Feilen, einem Glasofen, einer Sandstrahlmaschine und mehr. Die ehemalige Sozialarbeiterin ist Glaskünstlerin geworden. „Schon als Kind haben mich die farbigen Glassteine fasziniert, die meine Mutter gesammelt hatte“, erzählt sie. Sie selbst machte sich an den Stränden ihrer Heimatinsel Puerto Rico ebenfalls auf die Suche nach Seeglas – Müll, den das Meer in kleine Schmuckstücke verwandelt und anschwemmt.

...Wodka-Flaschen zu Müsli-Behältern.

Aus altem Glas etwas Neues schaffen, das ist ihre Berufung, ihre Liebe. „Weil es dafür keine Ausbildung gibt, habe ich mir alles selbst erlernt und mir Rat von Glasbläsern und anderen Glaskünstlern geholt“, erzählt sie. Hunderte Flaschen stehen in den Regalen, unbearbeitet und bearbeitet. Aus schweren Flaschenböden macht Matos-Thümecke beispielsweise Whisky-Gläser, aus Weinflaschen Karaffen, in dem sie den Flaschenhals schräg absägt. Mithilfe des Ofens presst sie Flaschen flach, die als Käseplatte oder Obstteller verwendet werden können. Zahnstocherhalter, Müsli-Gläser, Eierbecher, Servierteller aus Champagnerflaschen, Schmuck, Windlichter, Seifenablagen, Accessoires für den Garten – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Kirsten Marie Matos-Thümecke sammelt die meisten ihrer Flaschen selbst, manche davon sind Unikate, Sonderproduktionen von Spirituosenherstellern zum Beispiel. Darüber hinaus erhält sie von Brauereien nicht mehr benötigte Flaschen. Einige von ihnen sind nach der Bearbeitung gar nicht mehr als solche zu erkennen. „Once upon a bottle“ nennt die Künstlerin ihr Projekt, übersetzt: „Es war einmal eine Flasche“. Für Verkauf und Vermarktung ihrer Produkte baut Matos-Thümecke einen Online-Shop auf, „außerdem werde ich mit einem Stand beim Winter-Tollwood sein“. Wer sich selbst ein Bild vom künstlerischen Flaschen-Recycling machen will, kommt einfach in ihr „Atelier im Hinterhaus“, wie die Künstlerin ihre Werkstatt genannt hat. Dort gehört jemand zum Inventar, der mit Glas gar nichts am Hut hat: Hündin „Freyja“, die jeden Besucher freudig begrüßt und die Arbeit ihres Frauchens genau beobachtet.

Das "Atelier im Hinterhaus" befindet sich an der Hauptstraße 11b (im Hof der Café-Station). Im Internet unter www.once-upon-a-bottle.com

Armin Rösl

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