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Das Amtsgericht Ebersberg hat die Lehrerin, die wegen Körperverletzung angeklagt war, freigesprochen.

Urteil

Freispruch für Lehrerin

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Aus Mangel an Beweisen ist die Lehrerin (61), die im November 2017 in der Anni-Pickert-Schule Poing drei Schüler verletzt haben soll, freigesprochen worden. 

Poing/Ebersberg – Die wegen Körperverletzung angeklagte 61-jährige Lehrerin, der vorgeworfen worden war, vor eineinhalb Jahren in Poing drei Grundschüler verletzt zu haben, ist am Montagnachmittag freigesprochen worden. Der Vorsitzende des Jugendschutzgerichts am Amtsgericht Ebersberg, Dieter Kaltbeitzer, begründete sein Urteil mit den zum Teil stark widersprüchlichen Aussagen der vermeintlichen Opfer sowie weiterer Zeugen im Kindesalter. Erwachsene Zeugen, die den Vorfall Ende November 2017 in der Aula der Anni-Pickert-Schule während des Adventsmarkts genau gesehen haben, gibt es nicht.

Insbesondere die Abweichungen zwischen jetzigen Aussagen vor Gericht und jenen, die die Kinder Wochen bzw. Monate nach dem Vorfall bei der Polizei zu Protokoll gegeben haben, sind nach Ansicht des Richters teilweise gravierend. Damals, so Kaltbeitzer, sei von „würgen“ und „schlagen“ die Rede gewesen, vor Gericht aber hätten die Kinder dies nicht mehr so drastisch geschildert. Warum? Darauf wisse er keine Antwort, so der Vorsitzende Richter. In seiner Urteilsbegründung mutmaßte er, dass die Kinder Erzählungen, die sie von anderen über den Vorfall gehört hatten, zum Teil als ihre eigene Wahrnehmung geschildert haben. „Kindliche Zeugen sind leicht beeinflussbar“, sagte Kaltbeitzer.

Nach den beiden Verhandlungstagen stehe für ihn zwar fest, dass die Lehrerin erheblich alkoholisiert gewesen war (der von der Polizei durchgeführte Atemalkoholtest unmittelbar nach dem Vorfall ergab einen Wert von 1,03 - was hochgerechnet 2,06 Promille Blutalkohol entspricht) und sie die drei Buben im Alter von damals acht und neun Jahren lautstark geschimpft und mindestens ein Kind kurz festgehalten hat –alles, was darüber hinaus geschehen sein soll, könne aber nicht bewiesen werden. Die Rötungen und Abschürfungen an Armen und im Halsbereich der Kinder könnten laut Gerichtsmedizinerin und Richter auch vom Fangenspielen gekommen seien. Die Lehrerin hatte die Kinder, die durch die Aula gerannt waren, gestoppt.

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