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Lebensmittel aus der Region sind für Bürgermeister Albert Hingerl wichtiger, als aufschließlich auf Bio-Produkte zu beharren. Damit hätten auch die Caterer ein Problem.

Diskussion um Bio-Lebensmittel

Lieber Regionales essen

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Die Gemeinde Poing wird bei öffentlichen Veranstaltungen weiterhin regionale Lebensmittel anbieten. Egal, ob "bio" oder nicht. Die Grünen wollten "bio", scheiterten aber mit ihrem Antrag.

Ginge es nach den Grünen, würde die Gemeinde Poing bei allen Veranstaltungen mit eigener Bewirtung (beispielsweise Neujahrsempfang, Ramadama, Gemeinderatssitzungen) künftig nur noch Bio-Lebensmittel servieren. Das ist der erste Teil des Antrags, den die dreiköpfige Fraktion von Bündnis90/Die Grünen an den Gemeinderat gestellt hat. Teil zwei: „Die Gemeinde möge sich auch dafür einsetzen, dass bei öffentlichen Veranstaltungen (z.B. Straßenfestival, Volksfest etc.) wenigstens teilweise und schrittweise zunehmend Bio-Lebensmittel angeboten werden.“

Schön und gut, so Bürgermeister Albert Hingerl (SPD), so einfach aber ist das gar nicht. Rathaus-Geschäftsleiter Thomas Stark erläuterte in der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend, warum: Auf Nachfrage haben die Caterer, die die Gemeinde Poing versorgen, mitgeteilt, dass sie fast ausschließlich bzw. so gut es geht regionale Produkte einkaufen. Die seien zwar nicht immer „bio“, aber eben aus der Nachbarschaft. Und das soll auch so bleiben, betonte Bürgermeister Hingerl: „Ich will, dass weiterhin auf die Regionalität gesetzt wird. Und ich möchte auf keinen Fall, dass unsere Caterer künftig keine Semmeln mehr liefern dürfen, weil die nicht ,bio’ sind.“ Deshalb ließ er über den ersten Punkt des Grünen-Antrages erst gar nicht abstimmen, sondern betonte an, dass er sowieso qua Amt allein für die Entscheidung, wer das Essen liefert und woher es stammt, zuständig ist – und diese Verantwortung weiter übernehme.

Zum zweiten Punkt meinte Wolfgang Spieth (FDP): „Der Gemeinderat ist nicht der Ernährungsberater der Bürger.“ Man könne beispielsweise Vereinen nicht vorschreiben, was sie am Straßenfestival oder bei sonstigen Veranstaltungen zum Essen und Trinken anbieten. Das sah auch der überwiegende Rest im Gemeinderat so, dennoch kam Spieth mit seinem spontan gestellten Antrag nicht durch, das Ansinnen der Grünen von der Tagesordnung zu nehmen und einfach nicht zu behandeln. Mit 12:10 Stimmen (auch Hingerl hatte für die Absetzung die Hand gehoben) wurde der zweite Teil doch weiter diskutiert. Letztendlich formulierte SPD-Fraktionssprecher Peter Maier einen Kompromissvorschlag, vereinfacht ausgedrückt: Die Gemeinde möge anregen, dass, je nach Möglichkeit, bei Veranstaltungen Bio-Lebensmittel angeboten werden. Kein Befehl, lediglich eine Anregung. Dies wurde denn auch mit 12:10 Stimmen beschlossen.

Damit waren die Grünen zufrieden. Werner Dankesreiter sagte zum Schluss: „Wir wollen niemanden ausbooten, sondern Einfluss darauf ausüben, dass nicht nur auf Regionalität, sondern auch auf Bio geachtet wird."

Armin Rösl

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