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Auf dem Areal des künftigen Neubaugebiets W7 wird das Poinger Gymnasium gebaut. Ob mit oder ohne Tiefgarage, darüber sind sich das Landratsamt und die Gemeinde uneins. 

Bebauungsplan

Gymnasium mit Tiefgarage

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Das Landratsamt ist gegen den Bau einer Tiefgarage für das neue Gymnasium in Poing. Der Gemeinderat ist dafür, um weniger Flächen zu versiegeln bzw. mehr Platz für Wohnbebauung zu haben. 

Poing – Das könnte noch spannend werden: Die Gemeinde Poing hat im Bebauungsplan für das Neubaugebiet W7 für das Gymnasium eine Tiefgarage vorgesehen. Das Landratsamt ist dagegen, der Landkreis ist für die Finanzierung des Gymnasiums zuständig. In einer Stellungnahme zum Bebauungsplan schreibt die Kreisbehörde: „Die (...) vorgegebene Tiefgarage verursacht für das Gymnasium erhebliche Mehrkosten gegenüber oberirdischen Stellplätzen von mindestens vier Millionen Euro (bei günstigen Grundwasserverhältnissen). (...) Ein Mehraufwand von vier bis fünf Millionen Euro scheint aus keinem der in dem vorliegenden Bebauungsplan für eine Tiefgarage vorgetragenen Argumente vertretbar.“ Poings Gemeindeverwaltung, die von ihr beauftragten Planer für das W7 und der Gemeinderat sehen das anders. Eine Tiefgarage sei deshalb notwendig, um die erforderlichen 150 Stellplätze für Gymnasium und Turnhalle (die voraussichtlich Vereinen aus Poing und den Nachbargemeinden als Wettkampfstätte dienen wird, entsprechende Gespräche laufen) unterzubekommen. Weder Verwaltung, Planer noch Gemeinderat wollen oberirdische Parkplätze, für die weitere Flächen versiegelt werden müssten.

Mit der Tiefgaragenlösung wären für das Areal Gymnasium etwa 3,5 Hektar ausreichend, so die Ansicht der Gemeinde. Das Landratsamt hatte im Vorfeld fünf Hektar gefordert – inklusive oberirdischer Parkplätze. Dies wäre kostengünstiger, auch im Unterhalt. Der Landkreis Ebersberg ist Träger aller weiterführenden Schulen, also auch des künftigen Poinger Gymnasiums. In ihrer Stellungnahme schreibt die Kreisbehörde: „Das Landratsamt als künftiger Sachaufwandsträger bevorzugt eine Lösung ohne Tiefgarage: Eine solche gibt es an keiner der zehn Landkreisschulen.“

Einige Mitglieder des Poinger Gemeinderates reagierten in der öffentlichen Sitzung am Donnerstagabend verwundert über die Aussage. Unter anderem meldeten sich Dritter Bürgermeister Günter Scherzl (FWG) und Werner Dankesreiter (Grüne) zu Wort – sie kritisierten, dass das Landratsamt mit ihrer Forderung nach fünf Hektar bzw. oberirdischen Parkplätzen noch mehr Flächen versiegeln würde. Laut Planer und Verwaltung sei es Ziel aller, so wenig wie möglich Flächen für das Gymnasium zu beanspruchen – um möglichst viele Flächen für die Wohnbebauung zur Verfügung stellen zu können. Deshalb sei die 3,5-Hektar-Lösung die bessere. Zitat der Verwaltung bzw. des Planfertigers zur Stellungnahme des Landratsamtes: „In dem hochverdichteten Plangebiet erscheint auch auf der Schulfläche eine flächenschonende Konzeption angezeigt. Die Machbarkeitsstudie hat gezeigt, dass auf den vorgesehenen 3,5 Hektar Fläche ein mehrgeschossiger Bau, Tiefgaragenstellplätze und Freisportflächen für ein Gymnasium mit circa 1000 Schülern und Schülerinnen untergebracht werden können.“

Demzufolge hat der Gemeinderat am Donnerstag beschlossen, an der Tiefgarage festzuhalten.  

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