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Die aktuelle Baustelle (im Hintergrund) bereitet schon Sorgen – die komplette Vollsperrung der Hauptstraße im November wird noch problematischer, befürchten die Geschäftsleute Silvia Hetterich, Claudia Kröhnert, Michael Hetterich, Heike Fechter, Hermine Nick und Kuddusu Erben.

Hauptstrasse

Vollsperrung bereitet Sorgen

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Einige Geschäftsleute und Anwohner in Poings Hauptstraße blicken mit Sorge auf die vorgesehene Vollsperrung. Im November wird ein neuer Fahrbahnbelag aufgebracht, die Gewerbetreibenden erwarten massive Umsatzverluste.

Schon seitdem die Zufahrt zur Hauptstraße von der Kreuzung Neufarner Straße her gesperrt ist, sei der Umsatz zurückgegangen, klagen Geschäftsleute. „Um etwa 40 bis 50 Prozent“, sagen Kuddusu Erben vom „Istanbul Kebab Haus“, Serena Bellucc von der Pizzeria „Il Colosseo“ und Claudia Kröhnert vom Wein- und Feinkostladen „Genuss-Entdecker“. Ähnliches berichten Heike Fechter vom Modegeschäft „Babalu“ und Hermine Nick vom „Schnick-Schnack“. Sie alle kritisieren, dass es zu wenig Hinweisschilder gebe, die anzeigen, dass man durchaus in die Hauptstraße fahren kann – von der Anzinger Straße und von sämtlichen Nebenstraßen. Bis zur Baustelle auf Höhe der Hausnummer 3, wo eine Fernwärmeleitung verlegt wird.

Nachdem dies erledigt ist, steht eine Vollsperrung der Hauptstraße ins Haus – wenn der Fahrbahnbelag erneuert wird. Laut Landratsamt beginnen die Arbeiten voraussichtlich in der zweiten Novemberwoche und sollen, abhängig von der Witterung, 14 Tage dauern. Gesperrt sein werde die Hauptstraße von der Einmündung Anzinger Straße bis zur Neufarner Straße. Eine einseitige Fahrbahn-Teilsperrung ist laut Sprecherin Evelyn Schwaiger nicht möglich, weil die Straße im Ganzen asphaltiert werde, damit in der Mitte keine Naht entstehe. Diese würde die Haltbarkeit beeinträchtigen.

Gegen die Baumaßnahme an sich haben die Geschäftsleute nichts, betonen sie. Auch wenn sie massive Umsatzverluste erwarten. Sie kritisieren allerdings die Informationspolitik – bis dato hätten sie nichts Konkretes erfahren, außer einer Ankündigung durch die Gemeinde Poing. Die habe vergangene Woche mitgeteilt, dass die Hauptstraße schon ab nächster Woche gesperrt sei.

Zuständig ist aber das Landratsamt, da es sich um eine Kreisstraße handelt. „Die ausführende Firma benachrichtigt die Anwohner und Geschäftsleute in der Regel etwa 14 Tage vor einer Maßnahme“, teilt Behördensprecherin Schwaiger mit.

Zweiter Kritikpunkt der Gewerbetreibenden: Warum kann man die Sanierung nicht in den Sommerferien durchführen? Dazu Schwaiger: „Die Festlegung eines Termins für ein solches Vorhaben hängt von vielen Parametern ab. Zudem wurden in Poing zunächst die Arbeiten an der Neufarner Straße erledigt.“ Mit dem Termin im November ist der Marktsonntag, der am 23. Oktober stattfindet, nicht beeinträchtigt.

Der Zustand der Hauptstraße ist seit Jahren Thema, nicht nur bei Anliegern, sondern auch im Gemeinderat. Mehrmals wurde gefordert, dass der Fahrbahnbelag saniert werden müsse. Nun, nachdem sämtliche Arbeiten am Fernwärmenetz sowie an Strom und Wasser so gut wie abgeschlossen sind, erhält die Straße die langersehnte neue Decke. Einfach werden die zwei Wochen Sperrung für Anwohner und Geschäftsleute nicht, zumal auch der Paketzustelldienst betroffen sein wird. Außerdem stelle sich die Frage, wo Anlieger ihre Autos parken sollen, sagen Michael und Silvia Hetterich, deren Textilvertretung in der Hauptstraße sitzt. „Und wie sollen wir mit den Waren rauskommen?“, fragen sie sich.

Sollte während der Bauzeit ein medizinischer Notfall eintreten oder ein Brand ausbrechen, soll dies laut Landratsamtssprecherin Evelyn Schwaiger keine Probleme bereiten: „Rettungswege sind immer offen, Absperrungen werden im Notfall beiseite geräumt."

Armin Rösl

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