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Sie fühlten sich sehr wohl bei der Premiere (v.li.): Karin Genstorfer, Bärbel Zapf, Berta Knispel, Rosa Dornreiter sowie Katharina und Hans Zachskorn.

Seniorennachmittag

Das gute alte „Liebhart’s“-Gefühl

  • Armin Rösl
    vonArmin Rösl
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Der erste Seniorennachmittag in den neuen Räumen auf dem alten „Liebhart’s“-Gelände in Poing-Süd war ein voller Erfolg.

Poing – Gemütlich beinander sitzen, ratschen, alte Bekannte treffen und neue kennenlernen: Auf dem Grundstück des ehemaligen „Liebhart’s“ Bräuhauses an der Anzinger Straße 1 in Poing-Süd ist das gute alte Wirtshaus-Gefühl zurückgekehrt. Der Ortsverein der Arbeiterwohlfahrt (AWO) hat am Montag dort erstmals seinen Seniorennachmittag durchgeführt – die Bude war mit gut 40 Besuchern voll. Organisator und AWO-Ortsvorsitzender Peter Maier freut’s: „Wir können nur die Türe öffnen, ob und wie es von den Leuten angenommen wird, können wir nicht beeinflussen.“

Karin Genstorfer (79), Bärbel Zapf (75), Berta Knispel (82), Rosa Dornreiter (78) sowie Katharina (72) und ihr Mann Hans Zachskorn (71) sitzen an einem der Tische und sind froh über das Angebot des Seniorennachmittags an diesem neuen Ort. Der für sie ein altbekannter ist, sie alle waren früher Stammgäste im „Liebhart’s“. „Im Saal des Wirtshauses hatte ich meine Hochzeitsfeier“, erzählt Knispel. „Ich war hier mit meinem Mann zum ersten Mal auf einem Ball“, berichtet Genstorfer. „Wir waren oft hier zum Essen, und die alte Disco oben, das ,Western’, kennen wir auch noch“, sagt Hans Zachskorn. Als sie gehört und gelesen haben, dass nach dem Abriss des alten Wirtshauses ein neues Gebäude gebaut wird mit Räumen für einen Seniorentreff, „haben wir applaudiert und uns darauf gefreut“, so Zachskorn.

Fast alle am Tisch sind zum ersten Mal bei einem AWO-Seniorennachmittag, die Stube an der Poststraße sei nicht so einladend gewesen. Aber jetzt: Ein großer, heller Aufenthaltsraum mit angenehmer Akustik, die eine normale Unterhaltung selbst mit Hörgerät möglich macht. Klingt lustig, ist aber ernst gemeint, sagt AWO-Ortsvorsitzender Peter Maier.

Am Tisch der sechs Senioren herrscht beste Stimmung, es wird über Poing geratscht („hat sich zu einer

Das ehrenamtliche Seniorennachmittagsteam (v.li.): Birgit Wegscheider, Brigitte Wulf, Monika Penninger und Margret Mohring.

kleinen Stadt entwickelt“, „hier gibt’s alles, was man braucht“, „Alt-Poing ist zum Glück noch ein Dorf geblieben“) und in Erinnerungen an das alte „Liebhart’s“ Bräuhaus geschwelgt. „Die Gaststätten sterben leider aus, da ist es wichtig, dass es so einen Treff für uns gibt“, sagt Hans Zachskorn und fügt hinzu: „Ich möchte in Kontakt sein mit meiner Generation, deshalb gehe ich hierher.“

Die Poinger AWO führt seit gut 35 Jahren Seniorennachmittage durch, bislang in der alten und kleinen AWO-Stube an der Poststraße 4. Die Bedingungen dort sind suboptimal, weil die Räume und Toiletten beispielsweise nicht barrierefrei sind. Und die Küche genügt auch nicht heutigen Ansprüchen. In den neuen Räumen, die die Gemeinde Poing an der Anzinger Straße 1 angemietet hat und örtlichen Vereinen zur Verfügung stellt, gibt es vollständige Barrierefreiheit und eine moderne Küche. Die Seniorennachmittage sind öffentlich und für jeden, egal ob AWO-Mitglied oder nicht. Kaffee gibt es kostenlos, den Rest zum Selbstkostenpreis.

Für die Bewirtung sorgen vier Frauen, die sich abwechselnd um die Seniorennachmittage und das leibliche Wohl der Besucher kümmern: Brigitte Wulf (64), Margret Mohring (65), Monika Penninger (65) und Birgit Wegscheider (47). Jede der drei älteren Damen sagt zu ihrer Motivation, ehrenamtlich tätig zu sein, dasselbe: „Nachdem ich in Rente gegangen bin, will ich die Zeit sinnvoll nutzen und etwas tun.“ Etwas Sinnvolles tun, davon spricht auch Wegscheider. Sie nimmt derzeit eine Auszeit von ihrem Vollzeitjob in der IT-Branche, und ist nun lieber mit und für Menschen tätig und engagiert: „Hier sind lauter nette und liebe Leute, das macht mir sehr viel Freude.“

Termine

Die Seniorennachmittage der Poinger AWO finden jeden Montag und Mittwoch von 13 bis 17 Uhr in den neuen Vereinsräumen an der Anzinger Straße 1 statt. Zusätzlich werden die Rommé- und Spielenachmittage in der AWO-Stube (Poststraße 4) weitergeführt – jeden Donnerstag von 13 bis 17 Uhr. Und jeden ersten Donnerstag im Monat findet ein weiterer Seniorennachmittag im Max-Mannheimer-Bürgerhaus statt – ein Angebot des Projekts MEGA (Mehr-Generationen-Aktiv), eine Kooperation von AWO und Familienzentrum Poing.

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