1. Startseite
  2. Lokales
  3. Ebersberg
  4. Poing

Poing hat den jüngsten Organisten: Simon Bauer ist 19 und seit einem Jahr im Dienst

Erstellt:

Von: Armin Rösl

Kommentare

Ein junger Mann sitzt an einer Orgel.
Organist Simon Bauer. © Privat

Mit 18 Jahren hat Simon Bauer die Stelle als Kirchenmusiker in der Pfarrei St. Michael Poing angetreten. Seit einem Jahr ist er nun hier Organist, seine erste Bilanz:

Poing – Simon Bauer dürfte der jüngste Organist in der Geschichte der katholischen Pfarrei St. Michael Poing sein: Vor einem Jahr hat der heute 19-Jährige die Teilzeitstelle angetreten, seine erste Bilanz: „Mir gefällt es sehr gut und ich möchte gerne länger bleiben. Für einen angehenden Organisten ist das eine super Stelle in einer sehr netten und lebendigen Pfarrei.“ Bauer, geboren und aufgewachsen in Erding, studiert im dritten Semester Kirchenmusik in München. Nach dem Abitur vor zwei Jahren hat er bei der Erzdiözese München und Freising die Ausbildung zum nebenberuflichen Kirchenmusiker (C-Kurs) absolviert. Schon mit 13, 14 Jahren hat er Gottesdienste an der Orgel begleitet. Über den Kinderchor und seinem Klavierlehrer sei er zum Orgelspielen gekommen, erzählt er.

Poing: Orgeldienst und Chorleitung

Das ist nicht das einzige, was er in Poing tut. Er hat die bereits bestehende Jugendband übernommen und vergangenes Jahr begonnen, einen Kinderchor aufzubauen. Ebenso eine Schola, einen kleinen Chor für gregorianische Choräle. Dieser besteht in Poing derzeit aus sechs, sieben Männern, „alle etwas älter“, fügt der Kirchenmusiker hinzu. Ein, zwei jüngere wolle er in der nächsten Zeit noch hinzugewinnen, hat er sich zum Ziel gesetzt. In der Fastenzeit ist ein Auftritt der Poinger Schola geplant.

Kinderchor weiter auf- und ausbauen

Zunächst mit Blick auf Gottesdienstauftritte zu Weihnachten hat Simon Bauer vergangenes Jahr begonnen, einen Kinderchor aufzubauen. Weil das Projekt bei den Kindern gut angekommen sei („es macht vielen Spaß, sodass sie fragten, ob und wann es weitergeht“), werde er den Kinderchor ab 28. Januar fortsetzen. Dann ist jeden Freitag Probe in der Pfarrkirche Rupert Mayer, Beginn um 15.30 Uhr. Weil dort genügend Platz sei, die Corona-Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten. Wenn die Corona-Pandemie vorüber sei bzw. die Lage es erlaube, wolle er den Kinderchor ausbauen und eventuell eine zweite Gruppe als Jugendchor aufbauen.

Konzert auf der Mühleisen-Orgel

Freude bereite ihm auch die Arbeit mit der Jugendband, berichtet der junge Kirchenmusiker. „Da spielen wir auch mal Jazz und andere Richtungen.“

Simon Bauer selbst hat bei der Poinger Langen Nacht der Musik im September 2021 ein Konzert auf der Mühleisen-Orgel in der alten Kirche St. Michael gegeben. Eine Orgel, die insbesondere in Fachkreisen und unter Organisten aufgrund ihrer Qualität und ihres Klangs sehr bekannt und geschätzt ist.

Neue Pfarrkirche ohne richtige Kirchenorgel

Das komplette Gegenteil befindet sich in der neuen Pfarrkirche Seliger Rupert Mayer: eine Digitalorgel. „Musikalisch steht zwar alles zur Verfügung, nur kommt der Ton aus Lautsprecherboxen“ sagt Organist Simon Bauer. Eine Orgel ohne Orgelpfeifen eben. Oder, wie der 19-Jährige sagt: „Der Kontakt zur Pfeife fehlt.“

Architektonisch sei die Kirche Rupert Mayer außergewöhnlich und beeindruckend, akustisch aber sei sie nicht optimal, urteilt Bauer. Insbesondere beim Gesang sei dies bemerkbar, weil der Raum sehr hoch ist. „Es verliert sich viel“, sagt der Kirchenmusiker.

Macht nichts, an seinem Vorhaben und Wunsch, für längere Zeit in der Pfarrgemeinde zu bleiben und zu arbeiten, ändert das nichts. Und, wer weiß: Vielleicht ist Simon Bauer mit dabei, wenn in der Pfarrkirche einmal eine richtige Orgel mit Pfeifen eingebaut wird. Das allerdings wird aus finanziellen Gründen vermutlich noch viele Jahre dauern.

Auch interessant

Kommentare