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„Ich mag es, wenn Kirchen hell sind“: Pfarrerin Johanna Thein am neuen Arbeitsplatz, der Christuskirche. 

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Poing hat eine neue Pfarrerin

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Die evangelische Gemeinde Poing-Pliening hat zum ersten Mal zwei Vollzeit-Pfarrer: Michael Simonsen wird ab sofort unterstützt von Johanna Thein.

Poing – Nach ihrem Einführungsgottesdienst vor einer Woche hat Johanna Thein die ersten Tage in ihrer neuen Pfarrei hauptsächlich mit Kennenlernen verbracht. Die Menschen in der Gemeinde, die Projekte, und den Ort an sich. Die 31-Jährige kannte Poing bis vor vier Monaten gar nicht, im November erfuhr sie, dass sie hierher berufen wird. „Ich musste erst mal googeln“, gibt sie mit einem Schmunzeln zu. Geboren ist sie in Coburg, als Pfarrerstochter, das Studium führte sie nach Erlangen, Münster und Bonn, ihr Vikariat (Pfarrer-Ausbildung) absolvierte sie in Schweinfurt. Jetzt also Poing, zunächst auf drei Jahre befristet. So lange dauert der Probedienst nach dem Vikariat.

Kinder und Familien werde der Schwerpunkt ihrer Arbeit sein, erzählt Pfarrer Michael Simonsen, der die Pfarrgemeinde leitet. Er freut sich über die neu geschaffene Stelle, weil im Laufe der vergangenen Jahre durch das Wachstum und dem Kinderreichtum Poings immer mehr Menschen und somit auch Mitglieder der evangelischen Kirche hinzugekommen sind. Aktuell sind es in der Pfarrei rund 2800. „Wir betreuen aber viel mehr Menschen“, sagt Simonsen. Bei Bedarf auch jene, die nicht offiziell Kirchenmitglied sind.

Dass Poing ein Ort mit vielen jungen Familien ist, hat Johanna Thein in ihren ersten Tagen schon bemerkt: „Beim Spazieren gehen treffe ich immer auf Mütter oder Väter mit kleinen Kindern.“ So ganz anders als in ihrer bisherigen Gemeinde in Schweinfurt.

Sie selbst hat noch keine Kinder, hierhergezogen ist sie mit ihrem Mann, die Hochzeit war im Januar. Mit in die Wohnung in Ottersberg eingezogen ist ein kleiner Hund, den die beiden vor fünf Tagen zu sich genommen haben. Da sind Spaziergänge programmiert.

Die Entscheidung, dass sie Pfarrerin werden will, traf sie kurz vor dem Abitur, erzählt Thein. Als Tochter eines evangelischen Pfarrers wuchs sie mit dem Glauben auf – und sie genoss schon als Kind und Jugendliche die Gemeinschaft mit anderen. Später hat sie in der Gemeinde mitgeholfen.

Irgendwann sei der Entschluss gefallen, dass sie den Glauben und den Umgang mit Menschen verbinden möchte. Dennoch habe sie später reiflich überlegt, ob sie wirklich Pfarrerin werden will, weil: „Es ist ein 24-Stunden.“ Sie hat Ja gesagt, und sitzt jetzt in der Christuskirche, deren Gottesdienstraum von der Sonne hell erleuchtet ist. „Ich mag’ es, wenn es in Kirchen hell ist“, sagt sie und lächelt. Am Ostermontag wird sie ihren ersten eigenen Gottesdienst als Poings neue Pfarrerin halten.

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