Jugendsozialarbeiterin Lidija Sturman hatte die Idee zur Berufsinfomesse.

Berufsinfomesse

Lockerer als Bewerbungsgespräch

  • Armin Rösl
    vonArmin Rösl
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Rund 60 Unternehmen und Organisationen haben sich bei der Berufsinfomesse in Poing präsentiert. Eine gute Sache für Firmen und Schüler.

Poing – Weil es immer wieder vorkam, dass nach Abschluss der Schule Jugendliche zu ihr gekommen sind, die keinen Ausbildungsplatz gefunden hatten, dachte sich Lidija Sturman: „Wir müssen was unternehmen, um den Schülern bei der Suche zu helfen und ihnen den Übergang von Schule in den Beruf so leicht wie möglich zu machen“. Ihre Idee: eine Berufsinfomesse. Die Jugendsozialarbeiterin der Grafen-von-Sempt-Mittelschule Markt Schwaben stellte das Konzept Schulleiter Rainer Elfinger vor, bald danach fand die erste Veranstaltung statt. Vor sechs Jahren war das, mit 28 Firmen in der Turnhalle der Mittelschule.

Am Donnerstag hatten rund 60 Unternehmen und Organisationen Infostände in der Dreifachturnhalle des Poinger Sportzentrums aufgebaut. Mehrere hundert Schüler der 8. bis 10. Klassen aus Markt Schwaben und Poing (von der Mittelschule, Realschule bis zum Gymnasium) waren gekommen, um sich über Praktikums- und Ausbildungsmöglichkeiten zu informieren. „Mich freut es sehr, dass sich die Berufsmesse so etabliert hat“, sagt Lidija Sturman heute.

Der direkte Kontakt mit Arbeitgebern, das persönliche Gespräch – „das ist sehr gut und wichtig“, sagt Rainer Elfinger, Rektor der Grafen-von-Sempt-Mittelschule. Und, so

Künftige Azubis im Blick: Wolfgang Schubert und Miriam Mebus von BayWa.

fügt er hinzu: Aufgrund der großen Auswahl und Bandbreite auf der Messe würden viele Schüler Berufe kennenlernen, die sie bis dahin gar nicht auf dem Schirm hatten. Einige der Neuntklässler seiner Schule haben an diesem Donnerstag ihr Praktikum fix gemacht, berichtet er.

Die Berufsinfomesse hat einen guten Ruf, „mittlerweile melden sich Unternehmen von selbst, weil sie dabei sein wollen“, erzählt Jugendsozialarbeiterin Lidija Sturman. Aus Gesprächen mit Firmenvertretern hat sie erfahren, dass sie sehr zufrieden waren mit den Praktikanten, die sie bislang über die Berufsinfomesse bekommen haben. Bei einigen, wie zum Beispiel Ratioform aus Landsham, geht es einen Schritt weiter: „Dort hat jemand, der bei der Messe einen Praktikumsplatz erhalten hat, später eine Ausbildung begonnen“, freut sich Sturman.

Thomas Schubert, Leiter des BayWa-Marktes in Poing, ist zum vierten Mal bei der Infomesse dabei. Zusammen mit Miriam Mebus (Abteilung Personalentwicklung) steht er interessierten Jugendlichen Rede und Antwort. Das persönliche Gespräch in zwangloser Atmosphäre ist es, was Schubert an der Messe schätzt. „Und aus Praktikanten wurden in der Vergangenheit auch schon mal Auszubildende.“ Sei es zum Einzelhandelskaufmann bzw. zur -kauffrau, oder im Abiturientenprogramm zum geprüften Handelsfachwirt. Beides ist bei der BayWa möglich.

Die Angebotspalette ist groß bei der Berufsinfomesse, viele der Firmen kommen aus der Umgebung. Nicht nur mit Vertretern aus der Führungsetage oder der Personalabteilung, sondern auch mit jungen Menschen, die derzeit eine Ausbildung absolvieren. „Das ist besonders toll, dass sich die Schüler mit Azubis über deren Erfahrungen unterhalten können“, sagt Lidija Sturman. Dieses Angebot nehmen auch an diesem Donnerstag viele der Jugendlichen gerne wahr. Manche von ihnen könnten vielleicht mal auf der anderen Seite des Infostandes stehen.

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