Poing Offsite Oce-Parkplatz
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Auf dem ehemaligen Océ-Parkplatz (re.) an der Gruber Straße (links im Hintergrund) soll „Offsite Poing“ entstehen.

„Offsite Poing“

Poing: Investor baut für 515 neue Arbeitsplätze

  • Armin Rösl
    vonArmin Rösl
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Noch ist der ehemalige Océ-Parkplatz an der Gruber Straße in Poing Ödland. Das soll sich bald ändern, ein Investor will dort Gebäude errichten, die Raum für etwa 515 neue Arbeitsplätze bieten

Poing – Auf der Internetseite der DKW Gruppe (Berlin) heißt es unter „Leistungen“: „Wir, die DKW Gruppe, stellen uns ab sofort breiter auf. Neben unserem bisherigen Asset, dem Kauf und Verkauf von Bestandsimmobilien, bauen wir in diesem Jahr unser Geschäftsfeld auf Projektentwicklungen und auf Grundstücksankäufe sowie auf gewerbliche Immobilienprojekte aus. Dabei agieren wir bundesweit und gleichzeitig selektiv an Metropolstandorten und deren entwicklungsfähigen Einzugsgebieten.“ Im aktuellen Fall ist München die Metropole und Poing im „entwicklungsfähigen Einzugsgebiet“: Die DKW Gruppe ist Investor des Projekts auf dem ehemaligen Océ-Parkplatz an der Gruber Straße, westlich der Siemensallee (auf der anderen Seite befindet sich der Lidl-Markt), direkt an der Bahnstrecke.

Vier Gebäuderiegel mit bis zu fünf Stockwerken

Auf dem Grundstück sollen vier Gebäuderiegel, bis zu fünf Stockwerke hoch (maximal sind 20 Meter erlaubt), gebaut werden – mit einem Boardinghouse (Beherbergungsbetrieb mit Zimmer/Appartements für längere Aufenthalte), mit mehreren und kleinteiligen Büro-/Gewerbeflächen sowie mit Gastronomie. Vorgesehen sind die Gewerbeflächen beispielsweise für „nicht-störende Produktionen“ wie ein Zahnlabor.

Zeitplan noch nicht festgelegt

Hauptansatz des Projekts mit dem Arbeitstitel „Offsite Poing“ sei ein „Co-Working-Place“ mit Flächen, die entsprechend flexibel gestaltbar sind, erläuterte DKW-Geschäftsführer Patrick Herzog-Smethurst, der zur Gemeinderatssitzung eigens aus Berlin angereist war. Der Investor rechnet eigenen Angaben zufolge mit circa 515 Beschäftigten, die in „Offsite Poing“ tätig sein werden. In einer Stellungnahme zum Projekt schreibt die Industrie- und Handelskammer (IHK) für München und Oberbayern: „Aus Sicht der gewerblichen Wirtschaft ist es ausdrücklich zu begrüßen und zu befürworten, dass mit diesem Planvorhaben hochwertige gewerbliche Bauflächen geschaffen werden sollen.“

In der Gemeinderatssitzung erläuterte DKW-Geschäftsführer Herzog-Smethurst, dass man grundsätzlich „nachhaltige und grüne Gebäude baue“, dem werde auch in Poing so sein. „Grüne Dächer, Photovoltaik und Ladestationen für Elektrofahrzeuge“, zählte später der von der DKW beauftragte Architekt auf. Zwischen den Gebäudekomplexen werden insgesamt drei Innenhöfe mit Bepflanzungen situiert.

Bürgermeister Thomas Stark dankte dem Investor, dass er trotz Corona-Krise das Vorhaben jetzt vorantreiben wolle. Erstmals wurde das Konzept im September 2017 vorgestellt, seitdem aber hat sich nicht viel getan. Hinter den Kulissen aber hat der Investor gewechselt, weshalb nach dem Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplans im Jahr 2018 Stillstand herrschte.

Bebauungsplan verabschiedet

Nun, zwei Jahre später, geht es weiter. Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung den vorhabenbezogenen Bebauungsplan für das Büro-/Verwaltungsgebäude sowie Boardinghouse einstimmig beschlossen. Darin enthalten sind bereits die Beteiligung der Öffentlichkeit, der Behörden und sonstiger Träger öffentlicher Belange (unter anderem Landesbund für Vogelschutz) und deren Anmerkungen.

Das Grundstück des ehemaligen Parkplatzes, der seit Jahren brach liegt, ist etwa 1,8 Hektar groß und ist als Gewerbegebiet ausgewiesen. Wann das Projekt umgesetzt wird, wann der Spatenstich erfolgt und wann „Offsite Poing“ fertiggestellt sein soll, darüber wurden in der Gemeinderatssitzung noch keine Angaben gemacht. Auch nicht darüber, wer mögliche Mieter sein könnten.

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