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Klavier, Gitarre, Gesang: Mehr braucht das Duo „Shots“ nicht, um gute Musik zu machen. Jetzt bringen Ludwig Stadler (li.) und Raffael Scherer ihre erste CD auf den Markt. Am 17. Juni präsentieren sie das Album live in Poing.

Musikduo "Shots"

"kompromisslosdochgenial"

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Der Name ihrer Internetseite beschreibt das, was Ludwig Stadler (Markt Schwaben) und Raffael Scherer (Poing) machen, ganz treffend: „kompromisslosdochgenial“. Akustische Punk-Pop-Musik mit deutschen Texten. Jetzt bringt das Duo „Shots“ sein erstes Album auf den Markt.

Trotz ihrer jungen Jahe haben Ludwig Stadler und Raffael Scherer schon einen ziemlich spitzfindigen Humor und viel Kreativität im Kopf. Der 18-jährige Markt Schwabener und der 21-jähriger Poinger machen seit Jahren Musik, jetzt veröffentlichen sie als Duo namens „Shots“ ihr erstes Album mit selbstgeschriebenen Liedern. Der Titel „Aufstand im Bällebad“ passt, weil: Dem Bällebad-Alter sind beide entwachsen, niemand muss sie mehr aus dem Kinderparadies abholen, jetzt sind sie flügge – bereit zu großen Taten.

Mehrmals schon waren „Eddy“ und „Elles“ (so die selbstgewählten Künstlernamen von Raffael und Ludwig) auf Bühnen in Poing und Umgebung. Beispielsweise bei den „Open Stage“-Veranstaltungen in der Poinger Café-Station. Immer haben sie das Publikum zum Schweigen und Staunen gebracht – was ganz und gar nicht negativ, sondern positiv gemeint ist. Die manchmal lustigen, manchmal ernsten und hintersinnigen deutschsprachigen Texte sind es wert gehört zu werden. Die Lieder von „Shots“ taugen ganz und gar nicht als Hintergrund-Gedudel.

„Papa“ ist so ein Song. Aus der Sicht eines Kindes beschreibt es dessen Ohnmacht und Unverständnis dafür, dass „Papa“ gegen Ausländer hetzt und Flüchtlingsheime anzündet. Oder „Schrei es raus!“, das getrost als therapeutisch bezeichnet werden darf, fordert das Lied doch auf, Unmut und Ärger herauszuschreien, statt zu schweigen und runterzuschlucken.

Klavier, Gitarre und Gesang – mehr brauchen „Shots“ nicht. Austoben können sich „Eddy“ und „Elles“ mit ihrem Nebenprojekt, einer kleinen Punkband. Ludwig Stadler spielt seit der 1. Schulklasse Klavier, Raffael Scherer hat in der 6. Klasse mit dem Gitarrenspielen begonnen. Während Ludwig gerade das Abitur am Franz-Marc-Gymnasium Markt Schwaben absolviert hat, steckt Raffael in den letzten Zügen seines Filmregie-Studiums an der Münchner Filmhochschule.

„Ludwig ist eher für den ernsteren Part zuständig, ich für den lustigeren“, beschreibt Raffael ihre Live-Auftritte. „Zusammen sind wir eine gute Mischung“. Klar, auf der Bühne wissen sie schon, welche Lieder in welcher Reihenfolge sie spielen werden. Vieles aber ist dem Zufall bzw. der Spontanität der beiden überlassen. „Wir wollen, dass unsere Auftritte im Gedächtnis bleiben“, sagt „Eddy“. Deshalb sei meistens eine Überraschung fürs Publikum dabei – beispielsweise in Form eines Seifenblasenschwertes oder einer Rosenblütenkanone.

„Zieh die Lederhosen an, heut’ ist deine Leber dran. Masskrug hoch, ich bin bereit – es ist Volksfestzeit!“: Das ist der Refrain der ersten Single-Auskopplung „Lederhosenzeit“, die bereits auf dem Internet-Videokanal Youtube zu sehen und zu hören ist. Ein Lied, das an die ganz jungen „Ärzte“ erinnert – schmissige, unkonventionelle Melodie mit einem Text, der beim ersten Hinhören nach Party klingt, aber doch hintersinnig ist. Ach so: Eine Beschreibung der Musik ist schwierig, versuchen wir es mit „Akustik-Punk-Pop“? Klingt blöd, zugegeben. Besser taugt der Name der Internetseite des Duos: „kompromisslosdochgenial“.

„Zieh die Sonnenbrille an, heut’ ist die Bühne dran. Mikrofon hoch, ich bin bereit – es ist ,Shots’-Konzert-Zeit!“ So abgewandelt könnte man die Tour beschreiben, die das Duo in diesen Wochen unternimmt. Am Freitag, 17. Juni, findet in der Poinger Café-Station (Hauptstraße 11) das offizielle Release-Konzert des Albums statt. Beginn ist um 20 Uhr. Ab dann steht "Aufstand im Bällebad" auch auf iTunes, Spotify und Co. zur Verfügung.

Die CD ist übrigens eine waschechte Poing-Produktion – aufgenommen im Proberaum von „Shots“, der sich im Keller von Raffaels Oma befindet. Die Aufnahmen, die technische Produktion und das Album selbst haben „Eddy“ (der mit der Sonnenbrille) und „Elles“ selbst finanziert. „Eine kleine vierstellige Summe, aber der Spaß war es uns wert“, sagen die beiden. Vielleicht wird aus dem Spaß ja mal Ernst, so wie es bei mittlerweile zur Kultband aufgestiegenen „Die Ärzte“ geworden ist. Verdient hätten sie es allemal, die "Shots".

Armin Rösl

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