+
Klimaschutz ja, aber keine extra „Klima-Task-Force“ in Poing.

Gemeinderatsbeschluss

Keine „Klima-Task-Force“ für Poing

  • schließen

Die Gemeinde Poing erhält keine „Klima-Task-Force“. Der Gemeinderat hat den Antrag der SPD mit großer Mehrheit abgelehnt.

Poing – Die Gemeinde Poing bekommt keine „Klima-Task-Force“. Die Einsetzung einer derartigen, frei übersetzt: schnellen Klima-Eingreiftruppe, hatte die SPD-Bürgerliste in einem Antrag gefordert. Der wurde in der jüngsten Gemeinderatssitzung von allen anderen Fraktionen abgelehnt, mit dem Ergebnis: 6 zu 16 Stimmen gegen die Task-Force.

Ihren Antrag hat die SPD mit den Worten eingeleitet: „Die Gemeinde Poing möge zur Bewältigung der Klimakrise eine Klima-Task-Force einsetzen. Die Klima-Task-Force soll entsprechende Maßnahmen vorberaten und dem Gemeinderat Vorschläge vorlegen, um die internationalen, nationalen und regionalen Klimaziele zu erreichen.“ Im Anschluss listet die SPD sechs Punkte auf, was die Gemeinde künftig tun solle. Beispiele: einen „Plastikfreier leben“-Ratgeber für Bürger erstellen; für alle gemeindlichen Neubauten die Nutzung der Sonnenenergie miteinzuplanen bzw. für Altbauten zu überprüfen, ob eine entsprechende Nachrüstung möglich ist. Nach Ansicht der SPD hätte die Task-Force mit Vertretern der Gemeinderatsfraktionen, der Verwaltung und mit externen Experten besetzt werden sollen. Für die SPD stellte Reinhard Tonollo den Antrag und dessen Ziele dem Gemeinderat vor und bat um Unterstützung.

Poing ist bereits Teil der Klimaschutzregion 

In ihrer Stellungnahme zum Antrag weist die Verwaltung darauf hin, dass die Gemeinde Poing Teil der „Klimaschutzregion“ Landkreis Ebersberg sei. Dies bedeute, dass Verwaltung und Gemeinderat bereits „die Notwendigkeit der Eindämmung der weltweiten Klimakrise und ihrer schwerwiegenden Folgen als Aufgabe von höchster Priorität“ anerkennen. Damit würden Gemeinde und Gemeinderat schon jetzt die Auswirkungen auf das Klima bei jeglichen Entscheidungen berücksichtigen. Den entsprechenden Beschluss, der „Klimaschutzregion“ beizutreten, hat der Gemeinderat Poing im Juli gefasst.

CSU-Fraktionssprecher Ludwig Berger und Bernhard Slawik (Freie Wählergemeinschaft, FWG) verwiesen darauf, dass es in der Gemeinde und in der Verwaltung bereits zahlreiche Gremien und Organisationen gebe, die sich mit dem Thema Klima-, Umwelt- und Artenschutz beschäftigen. Nicht zuletzt habe der Gemeinderat auch den Bau- und Umweltausschuss und die Gemeinde einen ehrenamtlichen Energiebeirat. Des Weiteren sei mit Michael Wenzl erst ein eigener Umweltreferent eingestellt worden, der sehr gute Arbeit leiste. All diese Tätigkeiten würden mit einer „Task-Force“ infrage gestellt werden, so Berger. Er und Slawik stören sich generell an dem militärisch anmutenden Begriff „Task-Force“.

FDP: Beschlüssen umsetzen, statt neue Anträge stellen

Wolfgang Spieth (FDP) erinnerte daran, dass der Gemeinderat bereits vor zehn Jahren einen Beschluss gefasst habe für ein Klimaschutzkonzept. Bis dato sei davon aber wenig umgesetzt worden, kritisierte er. Mit Blick auf die jetzt von der SPD gestellten Forderung sagte Spieth: „Derartige Anträge und Beschlüsse sind überflüssig und es bringt nichts, alle paar Monate einen neuen zu beschließen.“ Vielmehr müssten bereits bestehende Beschlüsse endlich umgesetzt werden.

Omid Atai (SPD) konterte die Kritik, dass es jetzt an der Zeit sei zu handeln, und hielt ein flammendes Plädoyer für den Klimaschutz. Dass dieser wichtig ist, darüber sind sich alle Fraktionen einig, wie deren Sprecher in der Ratssitzung betonten. Der Antrag der SPD ist nach Meinung von CSU-Fraktionssprecher Ludwig Berger allerdings lediglich „ein großer Ballon, in dem vieles pauschalisiert wird“. Konkrete Beispiele und Vorschläge seien in dem Antrag nur wenige zu finden.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Vordere Plätze für die altbewährten Gemeinderäte
Amtsinhaber haben Vorfahrt bei der Listenaufstellung der ÜHW in Hohenlinden. Die Versammlung will es so. Infrage gestellt wird der Modus nicht.
Vordere Plätze für die altbewährten Gemeinderäte
Stephan aus Ebersberg
Ein Brüderchen für Carolin (3) und Veronika (1): Stephan ist angekommen und damit das dritte Kind von Maria und Stephan Lettl aus Ebersberg. Der Bub wurde am 9. November …
Stephan aus Ebersberg
15 EHC-Hooligans greifen zwei Gästefans an und rauben sie aus
Der EHC Klostersee und seine Fans – das war schon in der Vergangenheit ein schwieriges Kapitel. Jetzt kam es bei einem Heimspiel erneut zu einem bösen Zwischenfall.
15 EHC-Hooligans greifen zwei Gästefans an und rauben sie aus
Altbau am Gymnasium Grafing ist generalsaniert
Pünktlich und auch finanziell punktgenau fertiggestellt worden ist jetzt die Generalsanierung des Altbaus am Gymnasium Grafing.
Altbau am Gymnasium Grafing ist generalsaniert

Kommentare