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Nach seiner öffentlichen Stellungnahme zu einem Wahlplakat der AfD hat die Partei gegen Poings Bürgermeister Albert Hingerl eine Dienstaufsichtsbeschwerde gefordert. Jetzt schalten sich Kreisjugendring und das Bündnis „Bunt statt Braun“ in die Diskussion ein.

Hingerls Statement zur AfD

„Vor so viel Mut ziehen wir den Hut“

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Der Kreisjugendring und das Bündnis „Bunt statt Braun“ stellen sich hinter Poings Bürgermeister Albert Hingerl. Der hatte die AfD öffentlich kritisiert. 

Poing – Der Kreisjugendring (KJR) Ebersberg und „Bunt statt Braun“, das Bündnis gegen Rechtsradikalismus im Landkreis haben sich in die Diskussion um die öffentliche Erklärung von Poings Bürgermeister Albert Hingerl (SPD) zu einem Wahlplakat der AfD eingeschaltet. In einem Statement mit der Überschrift „Ein Politiker mit Rückgrat“ schreibt KJR-Geschäftsführerin Jessica Früchtl: „Herr Hingerl tat das, wovor viele Menschen dieser Tage zurückschrecken: Er übt öffentlich Kritik an der AfD. Vor so viel Mut ziehen wir als Kreisjugendring Ebersberg den Hut!“.

Auch Angela Warg-Portenlänger von „Bunt statt Braun“ zollt dem Bürgermeister Respekt und schreibt: „Er ist nicht allein. Viele Menschen im Landkreis erheben ebenfalls ihre Stimme, denn jede Form von Extremismus, Antisemitismus, Intoleranz und Gewalt haben in unserem Landkreis keinen Platz.“

Hingerl hatte in der September-Sitzung des Gemeinderates Poing eine persönliche Erklärung verlesen und später im örtlichen Gemeindeblatt veröffentlicht, in der er ein Wahlplakat der AfD zum Schulstart kritisierte und das Vorhalten der Partei mit „Nazi-Propaganda“ verglich. Daraufhin legte der bayerische AfD-Landesvorstand beim Landratsamt Ebersberg Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Hingerl ein und forderte ein Disziplinarverfahren. Nach juristischer Überprüfung sieht das Landratsamt eigenen Angaben zufolge keinen Anlass, „akut kommunalaufsichtlich einzuschreiten“.

In der am Freitag veröffentlichten Stellungnahme des Kreisjugendrings schreibt dessen Geschäftsführerin: „Durch Aussagen wie sie die AfD trifft ist unsere Demokratie in Gefahr. Deutschland lebt von seiner Vielfalt und so soll es auch bleiben. Der Kreisjugendring tritt genau dafür ein und kann daher die Rede von Herrn Hingerl nur unterstreichen.“

Ähnlich argumentiert „Bunt statt Braun“, das Bündnis spricht von der AfD als „Wolf im Schafspelz“ und hofft, dass sich möglichst viele Menschen dafür engagieren, „den wachsenden Rassismus, Antisemitismus und Nationalismus gesellschaftlich zurückzudrängen“, wie es in der Erklärung heißt. Auch der Kreisjugendring bringt in seinem Statement den Wunsch zum Ausdruck, „dass mehr Menschen wie Herr Hingerl den Mut aufbringen, um aufzustehen und dieser Entwicklung entgegen zu wirken“.

Mit Blick auf die Historie verweist KJR-Geschäftsführerin Jessica Früchtl darauf, dass in der Präambel des Bayerischen Jugendrings von 1947 sich die Jugendringe „der Arbeit gegen jegliche Form der rassistischen und religiösen Unterscheidung“ verschreiben. 

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