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Dienstag hieß es noch, sie müssen raus: Diese Angestellten der Backhaus Grimminger GmbH in Parsdorf haben in den vergangenen Tagen ein Wechselbad der Gefühle erlebt – zwischen Hoffen und Bangen. Jetzt steht fest: Sie müssen nicht kurzfristig ausziehen und sich eine andere Bleibe suchen. Sie können im Arbeiterwohnheim in Poing bleiben.

Wohnheim sollte zur Unterkunft werden

Zu kurzfristig: Arbeiter müssen nicht Asylbewerbern weichen

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Poing - Das Arbeiterwohnheim in Poing wird doch nicht zur Asylbewerber-Unterkunft. Der Betreiber erklärte am Mittwoch die Verhandlungen für gescheitert und beendet. Der Schrecken bei den Insassen bleibt.

In den vergangenen Tagen herrschte großes Rätselraten. Die Bewohner des Arbeiterwohnheims erhielten Anfang der Woche mündlich die Auskunft, dass sie bis Ende Januar ausziehen müssten. Weil das Landratsamt Ebersberg im Auftrag der Regierung von Oberbayern (die finanziellen Mittel waren bereits genehmigt) das Gebäude als Asylbewerber-Unterkunft anmieten werde. Am Mittwochvormittag erfuhren die Bewohner, dass sie doch bleiben könnten. Im Landratsamt aber wusste man davon nichts – „unser Stand ist, dass die Verträge in den nächsten Tagen unterschriftsreif sind und ab Anfang Februar Asylbewerber einziehen können“, sagte Stefanie Geisler noch am Vormittag auf Anfrage unserer Zeitung.

Um 16 Uhr gab die im niederbayerischen Ortenburg ansässige Firma Günter Haslreiter Immobilien & Vermögensverwaltung, die das Wohnheim betreibt, bekannt, dass die Verhandlungen gescheitert und beendet sind – und die jetzigen Bewohner (fast ausschließlich Geringverdiener und Arbeiter aus verschiedenen Ländern) bleiben können. „Insbesondere lag mir die Kurzfristigkeit im Magen“, sagte Günter Haslreiter im Telefonat mit unserer Redaktion. Er habe ein schlechtes Gefühl, wenn er die aktuellen Bewohner von heute auf morgen auf die Straße hätte setzen müssen.

Haslreiter selbst ist im Übrigen gar nicht derjenige gewesen, der das Arbeiterwohnheim dem Landratsamt angeboten hat. „Ein Dritter wollte das Gebäude von uns pachten und an das Landratsamt weiter vermieten“, berichtet der Unternehmer.

Prinzipiell sei dies keine schlechte Idee, weshalb er auch die Verhandlungen mit dem Interessenten aufgenommen habe. Aber: „Wir sind uns nicht einig geworden.“

Dass der Ist-Stand bleibt, darüber freuen sich die Bewohner bzw. deren Arbeitgeber. Wie Gabriele 

Am Mittwoch erfuhren die Bewohner per Zettel, dass sie doch bleiben dürfen.

Grimminger, Geschäftsführerin der Backhaus Grimminger GmbH in Parsdorf, die unter anderem für den Feinkosthändler Käfer Backwaren produziert. Bei Grimminger sind laut Produktionsleiter Aziz Krasniqi rund 100 Mitarbeiter aus aller Herren Länder beschäftigt, darunter auch Flüchtlinge. Zehn der Bäcker leben teilweise seit über zwei Jahren im Wohnheim in Poing. Als sie vor zwei Tagen erfuhren, dass sie Ende Januar ausziehen müssten, herrschte große Unsicherheit. „Woher soll ich in zehn Tagen in München und Umland günstige Wohnungen für meine Mitarbeiter finden?“, fragte sich Gabriele Grimminger am Dienstag. Die zehn Bäcker hatten Angst, dass sie auf der Straße landen.

Arbeiter sind heilfroh, dass sie bleiben dürfen

Dass dem nun nicht so wird, darüber sind die Männer aus Rumänien, Bulgarien, Albanien, Kroatien, aus dem Kosovo und der Türkei heilfroh und erleichtert. Ebenso ihre Chefin, die bereits begonnen hatte, alle Hebel in Bewegung zu setzen.

Aus dem Landratsamt hieß es, dass die neue Entwicklung „ein großes Problem“ darstelle. Schließlich habe man fest damit gerechnet, im Arbeiterwohnheim bis zu 135 Asylbewerber längerfristig unterbringen zu können. Die Günter Halsreiter Immobilien & Vermögensverwaltung betreibt das Wohnheim in Poing mit einer Kapazität von 138 Betten seit knapp zehn Jahren. Die Bettenanmietung ist provisionsfrei, die Miete ist monatlich im Voraus zu bezahlen.

Die Zimmerpreise (zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer in Höhe von sieben Prozent) betragen 285 Euro (belegt mit einer Person) bzw. 570 Euro (zwei Personen) pro Woche; die Monatsmiete beläuft sich auf 650 bzw. 790 Euro. Eine Kaution wird nicht verlangt. Im Mietpreis sind enthalten: wöchentliche Reinigung der Zimmer und der allgemein zugänglichen Bereiche sowie tägliche Reinigung der Sanitäranlagen und Küchen; alle 14 Tage Wechsel und Ausgabe der Bettwäsche; Heizung, Strom, Kalt- und Warmwasser sowie die Rundfunkgebühren.

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