+
„Lehrer mit Herz – jetzt nicht mehr!“ lautete Freitagfrüh der Auftakt des bayernweiten Aktionstages in der Poinger Grundschule Karl-Sittler-Straße mit Rektorin Verena Heigl (oben, Mitte) und BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann (links, 4. von unten).

Bayernweiter Aktionstag

Poinger Lehrkräfte sagen „NEIN!“

  • Armin Rösl
    VonArmin Rösl
    schließen

Auftakt des bayernweiten „Aktionstag Lehrermangel“ war Freitagfrüh in der Karl-Sittler-Grundschule Poing. Mit dabei: BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann.

Poing In Poing haben sich am Freitag um 7.30 Uhr, vor Unterrichtsstart, Lehrerinnen der beiden Poinger Grundschulen Karl-Sittler-Straße und am Bergfeld versammelt zum Auftakt des bayernweiten „Aktionstag Lehrermangel“ des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV). Der wehrt sich gegen das vom Kultusministerium angekündigte Maßnahmepaket zur Bekämpfung des Lehrermangels an Grundschulen. Unter anderem sollen Lehrerinnen und Lehrer ab dem nächsten Schuljahr eine Stunde pro Woche mehr unterrichten.

Poing: BLLV-Präsidentin zurück in ehemaliger schulischer Heimat

Beim Start des Aktionstages mit dabei war BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann, die von 2007 bis 2015 Rektorin der Anni-Pickert-Schule Poing war. Sie dankte den Lehrerinnen für die Unterstützung und kündigte an, weiterhin alles zu tun, um die Situation der Grundschullehrerinnen und -lehrer zu verbessern.

Poinger Lehrer: Wir sind schon jetzt am Limit

Unter der Leitung von Rektorin Verena Heigl hat das Kollegium der Grundschule Karl-Sittler-Straße seine Aktion unter das Motto „Lehrer mit Herz – jetzt nicht mehr!“ gestellt. In einer schriftlichen Erklärung von Poinger Lehrkräften heißt es: „Wir Lehrer arbeiten jetzt schon am Limit und sind überlastet“. Als Gründe geben sie an: „Jetzt schon zunehmende Belastung durch anwachsende Mehrarbeit“, „Erwartungen der Schülereltern steigen (Kindererziehung wird an uns Lehrer abgegeben)“, „zusätzliche Zeit für besondere Aufgaben wie Projekte, Ausflüge etc.“, „mehr Stress in Ganztagsklassen, Inklusion, zusätzliche Elterngespräche“, „Digitalisierung und aufwendige Dokumentation“, „Vertretungsstunden von kranken Lehrern“, „zusätzliche kommissarische Schulleitungsaufgaben wegen fehlendem Personal“, „einige Kollegen haben zusätzliche familiäre Belastung durch zu pflegende Angehörige und Kinder (Enkelkinder)“.

Lehrer mit Herz sind passé

Des Weiteren heißt es in der Erklärung: „Durch die neuen Forderungen zeigt sich unser Arbeitgeber (der Freistaat Bayern, die Redaktion) nicht sehr solidarisch und respektvoll uns gegenüber und bietet keine Entlastung. Mit noch mehr Einsatz, mehr Arbeitsstunden und Abschaffung der vorzeitigen Pensionierung leidet die Unterrichtsqualität. Noch mehr Unterrichtsausfälle sind prognostiziert, wenn sich die Gesundheit und Motivation der Lehrer verschlechtert. Kein Herz mehr für unsere Schüler!“

Poing: Was Lehrerinnen und Lehrer machen

Das Motto „Lehrer mit Herz – jetzt nicht mehr!“ haben die Lehrerinnen bildlich umgesetzt, indem sie sich zu einem Herz um den Schriftzug „NEIN!“ geformt haben. Mit dabei waren der 1. BLLV-Vizepräsident Gerd Nitschke und Ebersbergs BLLV-Kreisvorsitzender Knut Schweinsberg. Des Weiteren wurde ein kleines Plakat aufgehängt mit von Grundschülerinnen und -schülern aufgeschriebenen Antworten auf die Frage: „Was macht ein Lehrer/eine Lehrerin?“ Beispiele: „Mit den Lehrern schreiben wir und rechnen wir“, „Sie plant Ausflüge“, „Eine Lehrerin hilft verletzten Kindern“, „Sie lesen uns was vor“.  

Beim Aktionstag des BLLV haben Tausende Lehrerinnen und Lehrer ihren Unmut gezeigt. 

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare