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Der U-Bahnhof Messestadt Ost soll ab Dezember 2021 von Poing aus mit einem neuen Linienbus erreichbar sein, der über Angelbrechting führt. 

Gemeinderatsbeschluss

Zusatzangebot zur S2: Linienbus von Poing zur Messestadt

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Um ein Zusatzangebot zur S2 zu schaffen, soll ein Linienbus von Poing zur Messestadt Ost eingeführt werden. Der fährt allerdings frühestens in zwei Jahren. 

Poing – Als Zusatzangebot zur S-Bahn soll eine neue MVV-Regionalbuslinie mit der Nummer 459 eingeführt werden – von Poing zur Messestadt Ost (U-Bahn). Das hat der Gemeinderat in seiner öffentlichen Sitzung am Donnerstagabend mit einem Grundsatzbeschluss festgelegt. Läuft alles nach Plan, soll der Bus ab dem 12. Dezember 2021 verkehren, zunächst für drei Jahre. Alles nach Plan heißt, dass auch die Gemeinde Vaterstetten sowie der Kreistag der neuen Buslinie und der anteiligen Finanzierung (jeweils ein Drittel) zustimmen.


Poing: Linienführung über Angelbrechting

Die Linienführung ist wie folgt geplant: S-Bahnhof Poing-Süd – Angelbrechting – Neufarn – Parsdorf – Weißenfeld – Messestadt Ost und zurück. Montag bis Freitag von 5.46 Uhr bis 22.26 Uhr. In den Hauptverkehrszeiten ist ein 20-Minuten-Takt vorgesehen, ansonsten 40 Minuten. Die Fahrtzeit wird mit 22 Minuten kalkuliert. Ein Teil der Strecke führt über die A 94.

20-Minuten-Takt in der Hauptverkehrszeit

Wegen der Vorlaufplanungen und Abstimmungen sowie der notwendigen Ausschreibung könne die Linie frühestens erst in zwei Jahren starten, informierte Bürgermeister Albert Hingerl (SPD) in der Sitzung. Die Bruttobetriebskosten betragen nach Schätzung des MVV zwischen 560.000 und 685.000 Euro pro Jahr. Das würde für die Gemeinden Poing und Vaterstetten sowie den Landkreis Ebersberg jeweils zwischen 187.000 bis 228.000 Euro bedeuten.


FWG Poing kritisiert Vorgehen der Verwaltung

Ob es das Geld tatsächlich wert ist? Das fragt sich die Gemeinderatsfraktion der Freien Wählergemeinschaft (FWG), die als einzige gegen den Grundsatzbeschluss stimmte. Insbesondere sei man überrascht, dass der Gemeinderat quasi vor vollendete Tatsachen gestellt werde, ohne dass konkrete Bedarfszahlen für eine zusätzliche Buslinie vorliegen, kritisierte FWG-Gemeinderat Bernhard Slawik: „Ich bin nicht in der Lage, über rund 200.000 Euro zu entscheiden, ohne einer konkreten Faktenlage.“ Deshalb schlug er vor, dass die Verwaltung konkrete Daten erhebe und die Entscheidung bis dahin vertagt werde.

Zusatzangebot zur überfüllten S2

Die große Mehrheit im Gemeinderat sieht dies anders. SPD-Fraktionssprecher Peter Maier erinnerte daran, dass es seine Fraktion gewesen war, die mit dem Antrag und Versuch eines Express-Busses das Thema ins Rollen gebracht habe. Der Bedarf sei zweifelsohne gegeben, da auf der S-Bahnlinie 2 in absehbarer Zeit keine Verbesserung der Situation (volle Züge, immer wieder Störungen) in Sicht seien. Weil aber Poing sowie die Nachbargemeinden durch Neubaugebiete und Zuzug auch in den nächsten Jahren weiter wachsen, müsse man zusätzliche Angebote schaffen.

Poing: Positives Signal an Nachbargemeinden

Der gleichen Meinung ist die CSU-Fraktion, für die Michael Lanzl sagte: „Den Bus kann man auch als positives Signal an die Nachbargemeinden sehen, die uns immer wieder vorwerfen, wir würden so viel bauen, uns aber nicht um den Verkehr kümmern.“ Und Werner Dankesreiter (Bündnis90/Die Grünen): „Der Bus als Direktverbindung zur Messestadt Ost und zurück ist gut.“

Problemstelle A94

Lanzl und Dankesreiter waren es aber auch, die auf ein mögliches Problem der neuen Linie hingewiesen haben: Wenn der Bus morgens ein Stück auf der A 94 Richtung Riem fahre, könne er in den morgendlichen Berufsverkehrsstau geraten. Trotzdem stimmten CSU, Grüne und SPD der Einführung der neuen Linie zu.

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