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Die Gemeinde Poing muss nächstes Jahr 24,5 Millionen Euro Kreisumlage zahlen.

Auswirkung von 2020

Poing muss 24,5 Millionen Euro an den Landkreis zahlen

  • Armin Rösl
    VonArmin Rösl
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Die Gemeinde Poing muss nächstes Jahr 24,5 Millionen Euro Kreisumlage zahlen. Im Jahr 2021 waren es lediglich elf Millionen. Die enorme Steigerung hat einen Grund.

Poing – Die Gemeinde Poing erwartet nach 2021 für das Jahr 2022 einen neuen Rekordhaushalt: Laut von der Kämmerei erstelltem Vorbericht wird das Gesamtvolumen knapp 97,5 Millionen Euro betragen. Vergangenes Jahr waren es knapp 82,5 Millionen Euro. Wie es zu der Steigerung kommt? Im nächsten Jahr muss Poing eine Kreisumlage an den Landkreis Ebersberg in Höhe von schätzungsweise 24,5 Millionen Euro (2021 waren es circa 11 Millionen Euro) zahlen. Auch dies ein Rekord – der absehbar und so einkalkuliert war, wie Bürgermeister Thomas Stark erläutert.

Einnahmen und Ausgaben im Jahr 2022

Eine Auswahl an Schätzungen bzw. Ansätzen der Kämmerei für das Haushaltsjahr 2022. Die Beträge sind gerundet.

Einnahmen
Gewerbesteuer: 11 Millionen Euro
Einkommenssteuerbeteiligung: 15,6 Mio. Euro
Umsatzsteuerbeteiligung: 1,2 Mio. Euro
Einkommenssteuersatz: 1,1 Mio. Euro
Benutzungsgebühren: 1,3 Mio. Euro
laufende Zuschüsse: 6,1 Mio. Euro
Grundstücksverkäufe: 13 Mio. Euro

Ausgaben

Personalausgaben: 8,9 Mio. Euro
Gebäudeunterhalt: 4,0 Mio. Euro
Zuschusszahlungen: 10,7 Mio. Euro
Kreisumlage: 24,5 Mio. Euro

Quelle: Gemeinde Poing

Um den Grund für diese hohe Zahlung an den Landkreis zu finden, muss man ins Jahr 2020 zurückgehen. Damals hat die Gemeinde überraschend von einem in Poing ansässigen Unternehmen eine Gewerbesteuernachzahlung in Höhe von 26,4 Millionen Euro erhalten. Es handelte sich um eine vom Finanzamt angeordnete Nachzahlung aus dem Jahr 2014.

Poing: Verwaltung war vorbereitet

Diese hat nun Folgen für das Jahr 2022, erklärt Stark. Steuereinnahmen würden generell zeitversetzt um zwei Jahre in die Kreisumlage eingerechnet. Durch die hohe Steuerkraft, die Poing 2020 hatte, fällt die Steuerumlage an den Landkreis nun entsprechend aus. Aber: „Unser Kämmerer hat uns damals schon darauf hingewiesen“, so Stark. Entsprechend sei der erwartbare Betrag in die Rücklagen eingestellt worden. Aus denen er nächstes Jahr für die Kreisumlage entnommen wird.

Finanzplan bis 2025 im Finanzausschuss

In der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses des Gemeinderates am Dienstagabend hat die Verwaltung bzw. Kämmerei den Haushalt für 2022 sowie den Finanzplan bis 2025 vorgestellt. Beides wurde von den Ausschussmitgliedern einstimmig angenommen mit Empfehlung an den Gemeinderat, beides so zu genehmigen.

Poing: Projekte sind nicht gefährdet

Trotz der einmalig hohen Pflichtzahlung an den Landkreis sind in Poing alle bereits beschlossenen und in den nächsten Jahren geplanten Projekte nicht gefährdet. So sind für den Neubau des Schulschwimmbades und einer Mensa an der Anni-Pickert-Schule für die Haushaltsjahre bis 2025 insgesamt rund 17 Millionen Euro eingeplant. Inklusive Risikobudget, berichtet Bürgermeister Thomas Stark. Im Januar werde im Gemeinderat die detaillierte Vorplanung für das Großprojekt vorgestellt.

Poing: Schulden sinken auf unter 20 Millionen Euro

Zum 1. Januar 2022 wird die Gemeinde Poing laut Kämmerei 23,2 Millionen Euro Schulden haben, die laut Finanzierungsplan bis 2025 in Schritten von jeweils gut 860.000 Euro pro Jahr rückgezahlt werden. Eine neue Schuldenaufnahme sei nicht notwendig, kündigte Stark an. Ende 2025, so der Plan, werde der Schuldenstand erstmals unter 20 Millionen Euro liegen. Noch für 2022 rechnet Poing mit 13 Millionen Euro Einnahmen aus Grundstücksverkäufen im Neubaugebiet Lerchenwinkel.

Warteliste mit Bürgerhaus, Rathaus und Sportzentrum

Große, zum Teil seit vielen Jahren gehegte Wunschprojekte lassen sich mit der derzeitigen und mittelfristigen Finanzlage immer noch nicht realisieren: die Erweiterung (2. Bauabschnitt) des Bürgerhauses und der Neubau des Rathauses (beides in der neuen Ortsmitte) sowie die Erweiterung des Sportzentrums bleiben laut Bürgermeister auf der Warteliste.

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