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Blick vom Innenraum auf die Stahlträgerkonstruktion, die jetzt eingesetzt worden ist.

Kirchneubau

Das wird "Poings Stadtkrone"

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Mit einer tonnenschweren Stahlkonstruktion, als Kreuz eingesetzt, hat Poings neue Pfarrkirche ihr Rückgrat bekommen. Bald folgen Fassade und Dach, welches aus tausenden weißen Keramikziegeln bestehen wird.

Die Architekten schwärmen von "Kristall" und "Stadtkrone", wenn sie über die neue Kirche sprechen. Der Neubau kostet rund 14,6 Millionen Euro.

„Wir sehen die Kirche als Kristall“: Die Architekten Andreas Meck (li.) und Axel Frühauf zeigen zusammen mit Projektsteuerin Ursula Gonsior den Nagelfluh für den Sockel (unten) und die Keramik für das Dach.

Die Worte, die das Büro Meck Architekten aus München zur Beschreibung der neuen Pfarrkirche wählt, sind groß: „Als Solitär konzipiert, wird die neue Kirche mit ihrer Dachlandschaft zur weithin sichtbaren Stadtkrone von Poing.“ Am Dienstag haben Prof. Andreas Meck und geschäftsführender Gesellschafter Axel Frühauf den Rohbau erläutert und die künftige Fassade präsentiert. Die besteht aus tausenden, dreidimensionalen weißen Keramikziegeln. „Wir sehen die Kirche als Kristall“, sagen die beiden bei der Vorstellung, die in einem schnöden Baucontainer stattfindet. Sie halten einen der Ziegel in die Höhe, drehen ihn ein wenig, so dass die Oberfläche, je nach Lichteinfall, unterschiedlich schimmert. So soll Poings neue Pfarrkirche an der Gruber Straße künftig im Sonnenlicht glänzen. Die Eröffnung ist für Juli 2017 vorgesehen.

Der einzige Kirchenneubau des Bistums

30 Meter hoch sowie 30 mal 30 Meter Grundfläche – das sind die Eckdaten der Kirche, die dem Seligen Pater Rupert Mayer geweiht werden wird. Das Gotteshaus in Poing ist der einzige Neubau einer Kirche im Erzbistum München und Freising. In Holzkirchen (Kreis Miesbach) wird derzeit zwar ebenfalls eine neue Kirche errichtet, allerdings als Ersatzbau für ein altes Gebäude. In Poing aber gibt es künftig zwei Kirchen. Jene in Poing-Süd wird dann lediglich nur noch als so genannte „Werktagskirche“ dienen.

Am Dienstagmorgen wurden zwei Stahlverbundträger angeliefert und in den Rohbau eingesetzt. Die beiden Teile mit einer Länge von etwa 24,5 und 15 Metern und einem Gewicht von rund 15 bzw. 5 Tonnen wurden über Kreuz als tragendes Gerüst für die Decke eingesetzt. Später, wenn die Kirche fertig ist, wird davon zwar nichts mehr zu sehen sein, aber dieses Kreuz ist das Rückgrat des Gebäudes.

Rohbau und Details zur Fassade vorgestellt

Das Ordinariat der Erzdiözese München und Freising hat den Termin zum Anlass genommen, den Rohbau sowie Details zur Fassade bei einem Pressetermin vorzustellen. Neben den beiden Architekten waren Ursula Gonsior, Projektsteuerin im Ressort Bauwesen des Erzbischöflichen Ordinariats, sowie Manfred Rudolf vom den Bau begleitenden Münchner Architekturbüro Rudolf + Sohn dabei, außerdem Poings Pfarrer Michael Holzner, Kirchenpfleger Rainer Lauterbach und der Dekan von Ebersberg, Josef Riedl.

Für rund 350 Menschen ist im Innenraum von Poings neuer Pfarrkirche Platz.

Auch wenn Holzner Ende Februar die Pfarrei St. Michael verlassen muss, ist er begeistert vom Neubau. „Es ist gut, dass sich die Kirche im Ortszentrum positioniert. Wir erhoffen uns davon eine große Wirkung.“ Mit „wir“ meint er die Pfarrgemeinde, die laut Pfarrer in Poing-Nord mittlerweile mehr Mitglieder habe als im alten Teil der Gemeinde. Die neue Kirche, so Holzner weiter, könne Gläubige beider Ortsteile vereinen. „Außerdem finde ich es gut, dass mit unserem Neubau eine Annäherung an die evangelische Kirche erfolgt.“ Die Christuskirche ist nur einen Steinwurf entfernt.

350 Menschen sollen Platz haben

Das vom Büro Meck Architekten gebaute Modell kann von unten besichtigt werden, indem man den Kopf durch ein Loch in den Altarraum steckt.

Poings neues Gotteshaus soll laut Ordinariat Platz für rund 350 Menschen bieten. „Diesen Platz benötigen wir“, betont Pfarrer Michael Holzner. Nicht unbedingt für die regelmäßigen Sonntagsgottesdienste, aber für viele andere, wie beispielsweise die Erstkommunionen und die Schulanfangsgottesdienste. Und: „Einmal im Monat feiern wir den Sonntagsgottesdienst schon im Pfarrheim Rupert Mayer. Dann kommen ganz andere Leute in die Kirche, als sonst“, hat Holzner beobachtet. Ab Sommer 2017, so seine Hoffnung, füllen alle Gläubigen das neue Gotteshaus.

Ursula Hinterberger von der Pressestelle des Ordinariats hat am Ende des Präsentationstermins kurz den weiteren zeitlichen Ablauf der Baustelle skizziert: Ab Ende Februar werde die Stahlkonstruktion errichtet, auf der dann die Fassaden und das Dach aus Keramikziegeln aufgebracht werden. „Mit dem Setzen des Raumkreuzes entsteht quasi das Rückgrat der Kirche, das entscheidend für die Stabilität des Gebäudes ist. Es bildet die Basis für die Tragkonstruktion des Daches.“ Mitte diesen Jahres soll der Innenausbau beginnen, Mitte 2017 sollen Kirche und Glockenträger fertiggestellt werden.

Für die gesamte Maßnahme hat das Erzbischöfliche Ordinariat eigenen Angaben zufolge rund 14,6 Millionen Euro eingeplant.

Armin Rösl

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