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Wenn Poings neue Bahnunterführung Ende November eröffnet wird, wird sie keinen barrierefreien Zugang zum Bahnsteig haben. Dieser soll in den Jahren 2020/21 nachgerüstet werden.

Nicht barrierefrei

Neue Unterführung mit Makel

  • Armin Rösl
    VonArmin Rösl
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Nein, das ist kein Witz: Die neue Fußgängerunterführung, die derzeit am Poinger S-Bahnhof gebaut wird, wird nicht barrierefrei sein.

Poing – Es kommt tatsächlich so, wie es niemand wollte: Wenn die neue Fußgängerunterführung am Poinger S-Bahnhof Ende November wie geplant eröffnet wird, wird der Zugang zum Bahnsteig sowie in die Züge nicht barrierefrei sein. Der hierfür erforderliche Ausbau sei von der Deutschen Bahn erst in den Jahren 2020/2021 vorgesehen. Das hat Bürgermeister Albert Hingerl in der Bürgerversammlung mitgeteilt. Eine Durchführung mit Vorfinanzierung durch die Gemeinde schon in diesem Jahr, zeitgleich mit dem Bau der Unterführung, sei von der Bahn abgelehnt worden.

Wie Hingerl erläuterte, habe die Bahn zwar den barrierefreien Ausbau ausgeschrieben, aber viel zu hohe Angebote dafür erhalten. Die Gemeinde Poing selbst habe die Maßnahme ebenfalls ausgeschrieben, allerdings ohne Erfolg: Laut Hingerl ging kein einziges Angebot einer Baufirma ein.

Er listete in der Bürgerversammlung auf, welche Maßnahmen zur Barrierefreiheit vorgesehen sind: Umbau der Bahnsteige auf eine Höhe von 96 Zentimetern über Schienenoberkante; ergänzender Bau von barrierefreien Zugängen sowie ergänzende Treppenanlagen zu den Bahnsteigen. Außerdem soll das Dach am Bahnsteig Richtung München neu gebaut werden. „Es wird noch ein Jahr dauern, bis die Barrierefreiheit zu den Bahnsteigen fertig ist“, sagte Hingerl.

In der Bürgerversammlung gab er einen Überblick über die laufende Baumaßnahme, die er trotz der Umstände als „meine Lieblingsbaustelle“ bezeichnete – weil der Neubau nach Jahrzehnten der Diskussion und Planung endlich Realität wird. Laut aktueller Schätzung liegen die Gesamtkosten bei 9,5 Millionen Euro (ohne den barrierefreien Ausbau).

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