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Als Poings neuer Pfarrer ist Christoph Klingan in erster Linie Seelsorger, wie hier bei der Segnung von Erstklässlern. Weil in der Pfarrei derzeit aber einige Baustellen, zusätzlich zur neuen Kirche, offen sind, hat er auch einen Berg an Verwaltungsarbeit vor sich. Ausgleich sucht der 38-Jährige hauptsächlich in den Bergen. An Montagen, wenn Priester frei haben, geht er oft zum Wandern.

Pfarrei St. Michael

Viele Baustellen für Poings neuen Pfarrer

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Personalwechsel, Sanierung des Pfarrhauses, Neubau von Pfarrkirche und Kindergarten: Poings neuer Pfarrer Christoph Klingan ist nicht nur als Seelsorger gefragt. 

Dass in Poing eine neue Pfarrkirche gebaut wird, hat Christoph Klingan schon vor seinem Amtsantritt am 1. September gewusst. Dass es in der Pfarrgemeinde aber zahlreiche weitere, zum Teil offene Baustellen gibt, davon sei er doch überrascht gewesen, gibt er zu. Seit einem Monat ist der 38-Jährige der neue katholische Pfarrer von St. Michael – und muss sich derzeit um weit mehr kümmern als nur um die Seelsorge. „Das ist momentan schon viel auf einmal“, sagt er und zählt auf: Neubau des Kindergartens am Endbachweg, Sanierung des Pfarrhauses an der Schulstraße, Personalwechsel, Besetzung einer neu geschaffenen Stelle für die Verwaltung der beiden kirchlichen Kindergärten in Poing.

Hinzu kommt, dass Klingan nach dem Weggang von Kirchenmusikerin Angelika Tasler auf der Suche nach einer Nachfolge ist. Die Stelle ist mit 20 Stunden ausgeschrieben, berichtet er, erste Bewerbungsgespräche folgen in den nächsten Wochen. Immerhin: Mit Georg Mühlbauer aus Neufarn ist ein neuer Mesner schon da, der am 1. Juli seinen Dienst begann.

Angst und bange wird Christoph Klingan nicht. „Es ist vielleicht sogar besser, dass jetzt gleich alles geballt kommt, statt nach und nach.“ Im nächsten Satz lobt er die zahlreichen Ehrenamtlichen, die seit vielen Jahren in der Pfarrgemeinde aktiv sind und auf die man sich verlassen könne: zum Beispiel die Kolpingfamilie, der Pfarrgemeinderat, die Kirchenverwaltung, das Kindergottesdienst-Team und der Frauenbund.

Froh und positiv überrascht sei er darüber, wie offen und freundlich er empfangen worden ist. „Das ist nicht selbstverständlich, nachdem Herr Holzner so lange hier war.“ Michael Holzner wurde im Februar vom Ordinariat nach knapp 19 Jahren abberufen und ist seit 1. März als Vikar in der Pfarrei Neuaubing-Westkreuz in München tätig. Seither hatten Anzings Pfarrer Bernhard Waldherr und Diakon Hans Dimke aus Forstinning die Pfarrei St. Michael bis zum 1. September interimsmäßig geführt.

Nach den turbulenten Monaten vor seinem Amtsantritt richtet Christoph Klingan seinen Blick in die Zukunft. Die Pfarrei stehe in einigen Bereichen vor einem Neuanfang und er freue sich darauf, diesen mitzugestalten. Im Pfarrhaus hat der 38-Jährige schon gehörig aufgeräumt: Der große Raum im Erdgeschoss, in dem Michael Holzner sein Wohnzimmer hatte, ist komplett leer geräumt. Auf einem einfachen Tisch steht Klingans Computer, den Rest des Zimmers könne er sich ebenfalls als Büro vorstellen, sagt er. Beispielsweise für den Pastoralreferenten Michael Wendlinger und die Gemeindereferentin Kathrin Peis. „Es reicht eigentlich, wenn der Pfarrer nur im 1. Stock seinen Wohnbereich hat.“ Konkrete Pläne für die Sanierung und den Umbau gebe es allerdings noch nicht. Bis zur Fertigstellung wohnt Christoph Klingan in einer Mietwohnung in Poing.

In der Seelsorge laufe mittlerweile wieder das normale Programm wie vor dem Weggang Holzners. „Die Gottesdienstordnung ist die gleiche wie früher.“ In der Übergangszeit hatten einige Gottesdienste ausfallen müssen.

Klingans offizielle Amtseinführung findet am Sonntag, 23. Oktober, mit einem Festgottesdienst und anschließendem Stehempfang statt. Just am selben Tag, an dem die evangelische Gemeinde ihren neuen Vikar David Scherf begrüßen und feiern wird. „Leider ging es nicht an einem anderen Termin, weil wir uns am 23. Oktober gleichzeitig bei Pfarrer Waldherr und Diakon Dimke bedanken wollen“, entschuldigt Klingan. „Aber wir werden eine Abordnung von uns rüber schicken, von ihnen wird eine zu uns kommen“, sagt er lächelnd.

Poings evangelischen Pfarrer Michael Simonsen habe er schon kennengelernt, berichtet der 38-Jährige. Sein erster Eindruck: „Die Ökumene wird hier in Poing großgeschrieben und gelebt. Das freut mich, weil das auch ein großes Anliegen von mir ist."

Christoph Klingan, der am 18. Oktober seinen 39. Geburtstag feiert, war die vergangenen fünf Jahre Privatsekretär (= Büroleiter) von Kardinal Marx. Bevor er mit 25 Jahren mit dem Theologie-Studium begann, hat Klingan an der Bayerischen Beamtenfachhochschule in Hof die Ausbildung zum Verwaltungsfachwirt absolviert; dieses war berufsbegleitend zu seiner Tätigkeit bei der Stadt München, wo er insgesamt vier Jahre in der Bauaufsichtsbehörde tätig war. Im Jahr 2008 wurde er zum Priester geweiht.

Armin Rösl

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