+
Groß war der Rummel 2008, als die Polizei bei Océ den Start eines illegalen Autorennens platzen ließ. Grid-Girls protestierten gegen die Polizei-Aktion. Bei den heutigen Treffen geht es gesitteter zu.

Autoszene

Tuning-Treffpunkt Poing

  • schließen

Auf dem Océ-Parkplatz in Poing kommt monatlich die Tuning-Szene zusammen. Mit Genehmigung und ganz legal - anders, als beim Autorennen-Aufruhr vor einigen Jahren.

Drei Mal war der Océ-Parkplatz schon Treffpunkt für Autofans mit ihren getunten Wagen. Beim bisher letzten, Anfang, Oktober, waren laut Polizei etwa 500 Teilnehmer da. Organisiert werden die genehmigten Veranstaltungen von „Streetculture Germany“, einer Vereinigung im Internet. Zuvor fanden die Treffen auf dem Parkplatz des Möbelhauses XXXLutz in Aschheim statt, nun ist die Tuning-Szene nach Poing umgezogen. Im August, September und Oktober fand jeweils ein Treffen an einem Samstagabend statt, von 20 bis 23 Uhr.

Auf der Internetseite von „Streetculture“ heißt es: „Einfaches Abendtreffen gleichgesinnter Schrauber und Tuner, die sich ihre Fahrzeuge zeigen wollen. Ohne Pokale, Show und Aktionen, einfach abhängen, kennenlernen, den Abend mit Gleichgesinnten genießen. Das ganze auf Privatgelände, der Platz wurde von uns angemietet.“ Laut Polizei waren alle bisherigen Veranstaltungen ordnungsgemäß angemeldet und genehmigt worden.

Im Gegensatz zu jenem großen Rummel, den es vor acht Jahren um getunte Autos gab, als sich in der Océ-Eventhalle Teilnehmer eines illegalen Rennens getroffen hatten. Unter ihnen war Bordellkönig Marcus von Anhalt, der den Beinamen „Prinz Protz“ trägt. Die Halle war damals für ein Auto-Treffen angemietet worden, die wahren Hintergründe waren laut Océ nicht bekannt. Als herauskam, dass es sich um den Start für ein Rennen über öffentliche Straßen (vorzugsweise Autobahnen) mit Ziel Hamburg handelt, rückte die Polizei mit einem Großaufgebot an und stellte die teuren Wagen vorläufig sicher. Das Motto der geplatzten Veranstaltung, für die mehr als 100 Teilnehmer gemeldet waren, lautete: „Rush 2008: Luxus, Glamour, Lifestyle auf der Autobahn. Die teuersten Straßenkreuzer der Welt starten zum luxuriösesten Auto-Event Deutschlands.“

Die Abendtreffen von „Streetculture Germany“ haben mit so etwas nichts zu tun. Dennoch werden sie stets von der Polizei besucht, berichtet Poings stellvertretender Dienststellenleiter Manfred Winter, aber: „Wir kontrollieren die Fahrzeuge.“ Beim jüngsten Treffen seien einige Verstöße festgestellt worden, weil Anbauten nicht genehmigt waren. Beschlagnahmungen von Autos habe es keine gegeben. In Sachen Verkehrsgefährdung oder Lärmbelästigung sei ebenfalls nichts vorgefallen.

Die Veranstalter haben für die Treffen in Poing eine Art Benimmregel aufgestellt: „Bitte, Leute, macht uns den Gefallen und fahrt ordentlich an und ab, auch durch die Ortschaften, wenn ihr durch eine fahren solltet. Wir werden diesmal auch härter als in Aschheim durchgreifen, wer sich daneben benimmt, der kann gleich wieder fahren. Wir wollen ein cooles, chilliges Zusammensein, also helft alle ein bisschen mit, dass wir hier auch eine lange coole Zeit mit Euch haben können.“ Unter anderem sind „Burnouts“ verboten, das Durchdrehen von Reifen im Stand.

Armin Rösl

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Ebersberger Jugendstadion wird abgerissen
Das Tribünengebäude am Ebersberger Jugendstadion mit den darunter befindlichen Umkleidekabinen wird dem Boden gleich gemacht. Das steht nach dem verheerenden …
Ebersberger Jugendstadion wird abgerissen
Quote erreicht: Zorneding bekommt schnelles Internet
40 Prozent der Haushalte in der Gemeinde Zorneding haben Verträge mit der Deutschen Glasfaser unterschrieben. So geht es jetzt weiter.
Quote erreicht: Zorneding bekommt schnelles Internet
Aßling stemmt sich gegen Abschiebung
„Abschiebung ohne Einzelfallprüfung ist inhuman und unchristlich!“ So lässt sich eine Aßlinger Resolution zusammenfassen, die nach Berlin und in die Staatskanzlei geht. …
Aßling stemmt sich gegen Abschiebung
Der Stetter Franz macht‘s
Eine Ära ist beendet. Der Markt Schwabener Theaterverein hat eine neue Führung.  
Der Stetter Franz macht‘s

Kommentare