+
Weniger Parkplätze, stattdessen mehr Raum für einen schmucken, kleinen Dorfplatz: So soll das Maibaum-Areal an der Kirche St. Michael umgestaltet werden. Im Zuge dessen könnte der Maibaum ein Stück weit nach Norden (vorne) verlegt werden. 

Maibaumplatz

Operation am Herzen

  • schließen

Die Anzinger Straße wird in Richtung Norden verlängert, der Maibaumplatz soll im Zuge dessen umgestaltet werden. Aber wie?

Poing – Schon in diesem Jahr soll mit der Verlängerung der Anzinger Straße in Poing-Süd unter der Bahnlinie hindurch zum Volksfestplatz Am Hanselbrunn begonnen werden. Dadurch entsteht an der Anzinger/Hauptstraße eine neue Kreuzungssituation, unmittelbar am Maibaumplatz. Der wiederum – tja, was passiert mit ihm?

Die CSU-Gemeinderatsfraktion hat hierzu eine klare Vorstellung: Der Platz, der alles andere als ein Dorfplatz ist, sondern ein Parkplatz mit einem Maibaum neben Mülltonnen, soll umgestaltet und aufgewertet werden. Damit es ein Platz wird zum Verweilen, zum Anschauen. Und nicht nur ein Parkplatz, auf dem quasi zufällig der Maibaum steht. Der Dorfcharakter müsse wieder her, frei nach der bayerischen Tradition Kirche, Wirtshaus, Maibaum.

Mit dieser Ansicht steht die CSU nicht alleine da im Gemeinderat Poing. In der Januar-Sitzung hatten sich alle Fraktionen dafür ausgesprochen, den Platz im Zuge der Umgestaltung der Kreuzung aufzuwerten. Die Frage ist nur: Wie? Das ist so einfach nicht zu beantworten, weil die Grundstücksverhältnisse in diesem Bereich kompliziert sind. Ein Teil gehört der Gemeinde, ein Teil befindet sich im Privateigentum. Daran hakte es bereits in der Sitzung des Bauausschusses im Dezember, weshalb die Entscheidung über das weitere Vorgehen verschoben werden musste.

Mittlerweile haben Gespräche mit dem Grundstückseigentümer sowie weiteren Beteiligten stattgefunden, berichtete Bürgermeister Albert Hingerl (SPD) in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates. Mit dem Ergebnis, dass der Eigentümer mithelfen möchte, den Platz so ansprechbar wie möglich zu gestalten. Nun müsse es an die Details gehen, so Hingerl. Möglich wäre beispielsweise ein Grundstückstausch.

Die Details, das sind die Parkplätze auf der Fläche an der Pfarrkirche St. Michael, gegenüber des italienischen Restaurants auf dem ehemaligen Liebhart’s-Grundstück. Hierzu hat die CSU-Fraktion einen Vorschlag: Statt der zu errichtenden neun Stellplätze (von denen ein Teil für das Restaurant ausgewiesen werden müssen), nur sechs. Die drei anderen könnten nach Ansicht von CSU-Fraktionssprecher Ludwig Berger eventuell an der Hauptstraße Ost erstellt werden. An dieser Stelle (in Richtung Kampenwandstraße, östlich der Kreuzung mit der Anzinger Straße) erscheine die Hauptstraße breit genug für drei Parkplätze.

Die dadurch entstehende freie Fläche, auch wenn sie nur klein ist, könnte, nein, müsste nach Ansicht von Berger genutzt werden, um den Maibaumplatz aufzuwerten. Und, entweder durch Verlegung um ein paar Meter nach Norden oder durch einen Flächentausch, dafür zu sorgen, dass der Maibaum künftig nicht mehr auf Privat-, sondern auf Gemeindegrund steht. In einer von Ludwig Berger unterzeichneten Erklärung der CSU-Fraktion heißt es hierzu: „Im unmittelbaren Vorfeld des Baudenkmals Kirche St. Michael und der ortsbildprägenden Moar-Villa sowie im historischen Umfeld des Moar-Hofes und des ehemaligen Liebhart-Anwesens hat die Gemeinde Poing die einmalige Chance, durch die Reduzierung eines privaten Parkplatzes im Wege eines Flächentausches einen kleinen Dorfplatz zu schaffen, der den ursprünglichen baulichen Dorfkern markiert und erheblich aufwertet.“

Der Gemeinderat beschloss einstimmig, dass die Planung für den Bereich Parkplätze/Maibaum und Dorfplatz entsprechend der Vorschläge und Diskussion in der Sitzung erfolgen soll. Unter Einbeziehung der Möglichkeit, im östlichen Bereich der Hauptstraße Parkplätze auszuweisen. Bürgermeister Albert Hingerl (SPD) sagte am Ende: „Ziel ist, dass der Maibaum 2020 schon auf dem neuen Platz aufgestellt wird.“

Ursprung für die Diskussion ist die Verlängerung der Anzinger Straße in Richtung Norden. Diese Großbaumaßnahme soll noch in diesem Jahr starten. Hierfür ist der Bau einer neuen Bahnunterführung notwendig, im Bereich des Volksfestplatzes Am Hanselbrunn. Im Haushalt der Gemeinde Poing für die Jahre 2019 und 2020 sind für den Straßenbau und die Bahnunterführung (Planung und Bauarbeiten) finanzielle Mittel in Höhe von 6,3 Millionen Euro eingestellt.

Nachdem diese Maßnahme abgeschlossen ist, soll die Hauptstraße abgestuft werden von einer Kreis- in eine Gemeindestraße. Die Verlängerung der Anzinger Straße und die Straße Am Hanselbrunn sind dann sozusagen die Umgehung der Hauptstraße. Dann, so die Planung, wird der Verkehr dort weniger – was wiederum die Frage aufwirft, wie man die Hauptstraße attraktiv macht für die bestehenden Geschäfte sowie für die Bürger. Darüber wird sich der Gemeinderat in den nächsten Jahren Gedanken machen müssen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Wohnhaus in Flammen - 100 Helfer kämpfen gegen Brand - Feuerwehrmann verletzt - Video
Großbrand im Zentrum von Ebersberg: In der Eberhardstraße stand das Haus der Glaserei Mascher im Vollbrand. Rund 100 Feuerwehrkräfte sind im Einsatz. Die Rauchschwaden …
Wohnhaus in Flammen - 100 Helfer kämpfen gegen Brand - Feuerwehrmann verletzt - Video
Bürgermeisterwahl Pliening: Eva Strauss probiert‘s noch einmal
Die SPD Pliening hat nach 2014 noch einmal Eva Strauss als Bürgermeisterkandidatin nominiert. Die 56-Jährige ist parteifrei. Jetzt sind‘s drei Kandidaten.
Bürgermeisterwahl Pliening: Eva Strauss probiert‘s noch einmal
Maximilian Josef aus Steinhöring
Endlich ist es soweit. Maximilian Josef ist da. Der Bub schläft aber erstmal aus. Maximilian ist das erste Kind von Anna Maria und Michael Eichner aus Steinhöring und …
Maximilian Josef aus Steinhöring
Unterricht soll im September 2022 starten
59,5 Mio. Euro soll die neue Schule in Markt Schwaben kosten. Jetzt liegen die neuen, überarbeiteten Pläne auf dem Tisch. 
Unterricht soll im September 2022 starten

Kommentare