Macht Spaß: Poings evangelischer Pfarrer mit seinem neuen Fahrzeug, mit dem er durch die Gemeinde kurvt und Anhalter gerne mitnimmt. 

Spaß im Poinger Verkehr

Pfarrer Simonsen und sein Tuk-Tuk

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Poings evangelischer Pfarrer Michael Simonsen kurvt jetzt fröhlich und umweltfreundlich mit einer Elektro-Rikscha durch Poing und Umgebung.

Poing – Na klar ist es ein Gag. Aber ein guter und ökologisch sinnvoller noch dazu: Poings evangelischer Pfarrer Michael Simonsen hat sich eine Elektro-Rikscha zugelegt, quasi ein Tuk-Tuk ohne „tuk-tuk“. In Asien fahren viele Menschen mit solchen Rikschas rum, die allerdings mit Verbrennungsmotoren ausgestattet sind, viel Abgas in die Luft blasen und wegen ihres Geräuschs lautmalerisch „Tuk-Tuk“ genannt werden.

Simonsen kurvt im Gegensatz dazu sauber durch Poing und Umgebung. Unter der Vorderbank seiner Rikscha, die er bei einer Firma in China bestellt und sich über den Seeweg hat liefern lassen, befinden sich sechs Autobatterien, auf dem Dach ist eine 200-Watt-Solar-Paneele montiert für Sonnenenergie.

„Ja“, gibt Michael Simonsen zu, „klar ist das ein kleiner Gag. Aber auch ökologisch eine gute Möglichkeit, von A nach B zu kommen.“ Und wenn er mal von A nach B unterwegs ist, nimmt er auch gerne Anhalter mit, die zum Einkaufen müssen oder ähnliches. Wenn der Pfarrer am Steuer des Mofas sitzt (als solches ist es zugelassen), legt er sich in jede Kurve, beim Gasgeben beugt er den Oberkörper nach vorne, als wolle er der ganzen Sache noch mehr Geschwindigkeit verleihen. Hilft aber nichts, das E-Tuk-Tuk auf drei Rädern fährt nicht schneller als 30 km/h. Das ist dem Pfarrer egal, er sagt über seine Neuanschaffung: „wenig Status, viel Symbol“.

Wenn er damit durch Poing braust oder in die Gemeinde Pliening, die ebenfalls zur evangelischen Pfarrgemeinde gehört, lächeln ihm Passanten zu, Auto- und Lastwagenfahrer heben den Daumen. Sieht ja auch lustig aus, das Gefährt, das aus einem Volksfest-Kinderkarussell entnommen scheint.

Kein Witz: Es ist genug Raum im Fahrzeug. Auf der Vorderbank am Lenker sitzt der großgewachsene Pfarrer, hinten auf der Rückbank haben zwei Erwachsene ausreichend Beinfreiheit. Simonsen beschreibt es mit einem Schmunzeln so: „Es ist Platz für sechs Chinesen oder drei Europäer.“ Ach, und einen kleinen Kofferraum hat die bunte Schüssel auch noch.

Sechs bis acht Stunden Aufladezeit an der heimischen Steckdose benötigt es, um die E-Rikscha aufzuladen. Reichweite: etwa 50 Kilometer. Höchstgeschwindigkeit, wie bereits erwähnt: 30 Stundenkilometer. Wenn man in dem Fahrzeug aus Blech sitzt, fühlt es sich an wie 50. Es rumpelt und knattert wie in den Tuk-Tuk-Taxis in Thailand, jedes Schlagloch wird 1:1 und ungefedert mitgenommen. „Einen Bandscheibenvorfall sollte man keinen haben“, sagt Michael Simonsen und grinst.

Laut Zulassungsstelle handelt es sich um ein „elektrisch betriebenes Kleinkraftrad“, informiert der Pfarrer. Notwendig sind lediglich Versicherungskennzeichen und Mofaführerschein – schon kann die Fahrt losgehen im schnuckeligen und fröhlichen Gute-Laune-Tuk-Tuk.  rm

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