Der Poinger und Plieninger Burschenverein bei den Verhandlungen um den Maibaum in Pliening.
+
Hand drauf: Die Poinger Burschen (re.) kamen nach Pliening, um die Rückgabe ihres Maibaums auszuhandeln.

„Ungewöhnliche Klauzeit“

Und da war er plötzlich weg: Burschenverein stiehlt Poinger Maibaum

  • Raffael Scherer
    VonRaffael Scherer
    schließen

Der Plieninger Burschenverein hat sich den Poinger 40-Meter-Baum unter den Nagel gerissen. Doch schon bald kommt er wieder zurück.

Poing/Pliening – In der Poinger Maibaum-Wachütte ging es vergangenen Samstagabend hoch her. Ob das am „Gin-Day“ oder dem guten Wetter lag, ist schwer zu sagen. Jedenfalls war das Stüberl ab 21 Uhr restlos voll. Zu späte Gäste mussten am Eingang wegen der Hygieneschutzmaßnahmen kehrtmachen. Und als die Burschen am nächsten Tag erwachten, waren die Gin-Flaschen leer, die Köpfe schwer – und der Maibaum verschwunden. Denn dieser war seit Sonntag in der Gewalt der Plieninger Burschen.

Samstagnacht waren zwar noch einige Poinger Burschen zum Aufpassen vor Ort, diese haben aber wohl mehr in Auto und Stüberl geschlafen, als aktiv Wache geschoben: „Irgendwann ist halt auch die Wache müde“, so der Vorstand des Poinger Burschenvereins, Sebastian Hermann.

Maibaumklau in Poing: Mehrere Vereine kamen schon zum Ausspähen

Bereits Donnerstagnacht hatten es die Plieninger versucht, dabei wurden sie jedoch von den Poingern erwischt. Diesmal hatten deren Späher einen besseren Zeitpunkt gefunden: „Neun Uhr vormittags ist jetzt auch nicht die normale Klauzeit, sondern eher nachts“, erklärt Finauer.

Mehrere Male hätten es zuvor schon andere Vereine probiert. „Es waren schon immer wieder welche zum Spähen da“, sagt Vorstand Hermann. Aber bisher hatten die Poinger jeweils im entscheidenden Moment sprichwörtlich ihre Hand drauf. Denn auch die Poinger kennen sich beim Maibaumklauen aus: So stahlen sie vor etwa fünf Wochen erfolgreich den Neufarner Maibaum. Doch nicht etwa aus dem Wachstüberl in Neufarn, sondern von den Anzinger Maibaumdieben, die ihn sich kurz zuvor unter den Nagel gerissen hatten.

Maibaumklau in Poing: Burschenverein will den Baum zukünftig besser sichern

Am Sonntagmorgen schoben dann rund 20 Plieninger den Bauzaun des Poinger Wachstüberls zur Seite. Dort versuchten sie es zunächst erfolglos per Hand, dann mit dem Bagger, erzählt der Plieninger Vorstand Louis Burghart „Während wir schon unterwegs waren, haben sie dann schon gespannt, dass wir das waren“, erinnert er sich. „Es ist schon schön, wenn sich wieder was rührt, egal ob im April oder September“, sagt er und grinst.

Der Plieninger Burschenverein hatte die Poinger am Sonntag schließlich zum Grillen und Verhandeln am Montagabend eingeladen. Das Ergebnis: „Da haben wir uns auf Stillschweigen nach Außen geeinigt“, erklärt Finauer. Fest steht jedoch, der Maibaum darf kommenden Samstag wieder zurück nach Poing. Begleitet von der Musikkapelle Gelting beginnt um 16 Uhr der Einzug zurück ins Poinger Stüberl. „Dann werden wir ihn noch besser einbauen, sodass es noch schwieriger wird, ihn zu klauen“, sagt Finauer. Der Verein werde sein Möglichstes tun, verspricht er. Und fügt verschmitzt hinzu: „Aber ja, theoretisch kann er trotzdem wieder geklaut werden.“

Unser Ebersberg-Newsletter informiert Sie rund um die anstehende Bundestagswahl über alle Entwicklungen und Ergebnisse aus Ihrer Region – und natürlich auch über alle anderen wichtigen Geschichten aus der Region Ebersberg. 

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare