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Auch schon wieder vier Jahre her, dass über eine Verlegung der Buden auf die Kiesfläche am Spielplatz (blau markiert) diskutiert wurde. Passiert ist bis heute nichts.

Poinger Wochenmarkt

Von Feierlaune keine Spur

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Der Poinger Wochenmarkt hat am Freitag seinen 10. Geburtstag. Den Händlern aber ist nicht groß nach Feiern zumute.

Mit dem Umsatz am eigenen Stand sind sie zufrieden, mit den äußeren Umständen allerdings nicht. Sowohl Anette Hermann vom Hanshof (Angelbrechting) als auch der Poinger Getränkehändler Hans Morgenstern klagen, dass es dem Wochenmarkt an Attraktivität fehlt. „Wir haben den Eindruck, dass der Markt für die Gemeinde halt so mitläuft“, sagt Hermann. Darum kümmern würde sie sich aber nicht.

Das sieht Morgenstern genauso, der enttäuscht ist von der Nicht-Weiterentwicklung. „Denen ist der Markt egal“, kritisiert er die Gemeinde Poing. In den vergangenen Jahren hatte es immer wieder Gespräche, teils mit Beteiligung von Bürgern, gegeben; Vorschläge wie eine Teil-Überdachung des Platzes, der Bau einer Bühne für Veranstaltungen oder eine Verlegung der Buden (im Jahr 2012) waren auf den Tisch gekommen – bis heute hat man von all dem nichts mehr gehört, geschweige denn erlebt, das etwas umgesetzt worden wäre. „Das ist enttäuschend“, sagen Anette Herrmann und Hans Morgenstern unisono. Und: „Es ist erbärmlich, dass nichts geboten wird.“

Die Gemeinde Poing hat vor zehn Jahren die Deutsche Marktgilde mit dem Betrieb des Wochenmarktes beauftragt. In den neun Jahren zuvor, als die Buden beim ehemaligen Strasser-Hotel an der Poststraße in Poing-Süd standen, leitete der örtliche Gewerbeverband die Geschicke. „Die Marktgilde ist ein deutschlandweites Unternehmen und verlangt horrende Standgebühren“, erzählt Morgenstern. Manche fliegende Händler, wie der Hendl-Brater, hätten deshalb Poing den Rücken gekehrt. In Markt Schwaben, wo die Gemeinde den Wochenmarkt selbst betreibt, zahle man nur einen Bruchteil von dem, was in Poing verlangt wird.

Hans Morgenstern nennt ein weiteres Problem: „Wir würden den Markt gerne so gestalten, wie wir möchten. Das geht aber wegen der Marktgilde nicht.“ Vor ein paar Wochen sei er im Rathaus gewesen und habe im Ordnungsamt nachgefragt, ob er den Vertrag mit der Marktgilde sehen könne. Hintergrund: Er würde den Markt gerne übernehmen, eventuell zusammen mit einheimischen Standbetreibern. „Mir wurde gesagt, dass sie die Unterlagen nicht finden würden“, wundert sich Morgenstern.

Als der Wochenmarkt vor zehn Jahren von Poing-Süd in die neue Ortsmitte umgezogen war, hatten viele die Hoffnung, dass mehr Kunden kommen würden. Dem sei nicht der Fall, berichtet der Getränkehändler. „Die Leute, die von der S-Bahn kommen, gehen durch und interessieren sich nicht. Und die ältere Bevölkerung, die zu uns kommt, stirbt aus.“ Im Vergleich zum alten Standort, wo er schon seinen Getränkestand hatte, seien es im Laufe der vergangenen Jahre sogar weniger Kunden geworden.

Mit der Resonanz an ihrem Obst- und Gemüsestand ist Anette Hermann vom Hansnhof zufrieden: „Wir können uns nicht beschweren.“ Trotzdem hofft auch sie, dass die Gemeinde den Wochenmarkt künftig nicht mehr wie ein Stiefkind behandelt.

Der Wochenmarkt hat freitags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Zum 10. Geburtstag gibt es am heutigen Freitag einige Aktionen.

Armin Rösl

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