Dominik-Brunner-Realschule

Sozialkunde in der Praxis: Realschüler fragen Politiker

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Warum ist die AfD so stark? Was halten Sie von der „Fridays-for-Future“-Bewegung? Zehntklässler der Realschule Poing diskutierten mit Kommunal- und Landespolitiker. 

Poing – Cannabis legalisieren? Warum ist die AfD so stark? Was ist der beste Kraftstoff für Autos in der Zukunft? Was halten Sie von der „Fridays-for-Future“-Bewegung? Diese und weitere Fragen stellten Schüler der 10. Jahrgangsstufe der Dominik-Brunner-Realschule am Freitag in einer Sozialkunde-Sonderstunde. Auf dem Podium: die Landtagsabgeordneten Doris Rauscher (SPD), Florian Siekmann (Grüne), Martin Hagen (FDP) sowie Günter Scherzl (Freie Wählergemeinschaft, Dritter Bürgermeister von Poing) und Christian Bauer (CSU-Bürgermeisterkandidat aus Grafing).

In Sachen Cannabis sprachen sich Grüne, SPD und FDP für eine Legalisierung aus, allerdings nur unter bestimmten Bedingungen und gesetzlichen Vorgaben. Cannabis müsse raus aus der Illegalität, die Abgabe aber müsse kontrolliert erfolgen, sagten Rauscher, Siekmann und Hagen. Scherzl und Bauer sehen Cannabis als Einstiegsdroge Nummer 1 für härtere Drogen und würden die Legalisierung ausschließlich zu medizinischen Zwecken befürworten.

Poing: Cannabis, Fridays for Future, AfD

Auch beim Thema Klimaschutz waren sich alle Podiumsteilnehmer einig: die „Fridays-for-Future“-Bewegung sei wichtig, da sie das Thema auf der politischen Agenda ganz nach oben gebracht habe. Jetzt müssten Parteien und Wirtschaft umsetzbare und vernünftige Lösungen finden.

In Sachen AfD berichteten Doris Rauscher und Martin Hagen von ihrer Arbeit im Landtag, insbesondere in den Ausschüssen (Hagen: „Dort wird die Arbeit gemacht“). Laut der SPD- und dem FDP-Abgeordneten seien die AfD-Mitglieder in den Ausschüssen „sehr dezent und angepasst“ (Rauscher) und würden „gar nichts machen“ (Hagen). Nur im großen Landtagsplenum, wenn Zuschauer und Öffentlichkeit da seien, würde die AfD mit Parolen und Populismus auffallen. 

Alle Parteien fordern: ÖPNV ausbauen

Dass es die Partei überhaupt in den Landtag geschafft habe, begründen Rauscher, Hagen und alle anderen Podiumsteilnehmer damit, dass die AfD mit den Ängsten der Menschen spiele und ein Auffangbecken für Frustrierte sei. Günter Scherzl von der FWG Poing sagte, dass sich die AfD „leider als Protestpartei etabliert“ habe. FDP-Landtagsfraktionssprecher Hagen allerdings hat Hoffnung, wie er sagte, denn: Junge Menschen würden der AfD nicht folgen. Wichtig sei, dass die etablierten Parteien den Bürgern Lösungen anbieten müssten, denn die AfD habe keine Lösungen, sondern nur Parolen.

Apropos Lösungen: Welches der Kraftstoff der Zukunft fürs Auto sei, das vermochte keiner der Politiker sagen. Dies müsse man den Experten der Wirtschaft überlassen. Alle aber plädierten für einen Ausbau und eine erhebliche Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs.

Ursprünglich waren zur Sozialkunde-Stunde mit Politikern auch von Freien Wählern, CSU und AfD Landtagsabgeordnete eingeladen gewesen, berichtete Lehrerin und Organisatorin Carola Stoll. Wegen Krankheit hätten CSU und Freie Wähler Ersatz, die AfD gar niemanden geschickt.   

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