Vor etwa eineinhalb Jahren, kurz vor der Eröffnung, erläuterte Prof. Andreas Meck die von ihm entworfene neue Pfarrkirche Sel. Rupert Mayer in Poing. foto: dziemballa

Prof. Andreas Meck

Letzter Wunsch wird erfüllt: Requiem für Architekt in Poings Kirche

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Das Requiem für den verstorbenen renommierten Münchner Architekten Prof. Andreas Meck wird in Poings neuer Pfarrkirche gehalten. Er wünschte es sich so. 

Poing – Pfarrer Philipp Werner erzählt, dass es der Wunsch von Prof. Andreas Meck selbst gewesen sei, dass das Requiem in der von ihm entworfenen katholischen Pfarrkirche Seliger Rupert Mayer gehalten wird. Der renommierte Münchner Architekt Meck ist am 20. August nach schwerer Krankheit im Alter von 59 Jahren gestorben. Das Requiem findet am morgigen Donnerstag in der Poinger Kirche statt, Beginn ist um 10 Uhr. Zelebriert wird der Gottesdienst von Pfarrer Wieslaw Poradzisz aus der Pfarrei St. Nikolaus in München-Neuried, deren Kirche Meck ebenfalls entworfen hat. Konzelebrant ist Poings neuer Pfarrer Philipp Werner, teilt das Ordinariat des Erzbistums München und Freising mit.

Poing: Höchstrangiger Architektenpreis

Über das Bauwerk und insbesondere dessen Fassade ist viel geschrieben, berichtet und diskutiert worden. Als Meck zusammen mit seinem Kollegen Axel Frühauf die Pläne erstmals vorgestellt hatte, sagte er, dass die Kirche einem Bergkristall ähneln werde. Dafür sollten nicht nur die Form, sondern insbesondere die rund 15.000 weißen Kacheln an der Fassade sorgen. Tatsächlich funkelt die Kirche im Schein der Sonne manchmal wie ein Kristall. Trotzdem nennen viele Leute die Kirche „Sprungschanze Gottes“, weil sie eben auch an eine Skisprungschanze erinnert.

Poing: Spitzname „Sprungschanze Gottes“

Egal, die im Juni 2018 geweihte und eröffnete Kirche hat Anfang dieses Jahres die „Große Nike“ erhalten, die höchstrangige Auszeichnung des Bundes Deutscher Architekten. Und hat in der Rangliste unter anderem die Elbphilharmonie in Hamburg hinter sich gelassen.

Neue Pfarrkirche Poing: Zum Himmel strebend

Wenige Tage vor der Weihe erläuterte Andreas Meck bei einem Pressetermin Konzept und Bau der Kirche. Mit Blick vom Innenraum hinauf zur Decke sagte er: „Ein zum Himmel strebender Raum.“ Oben, in rund 30 Metern Höhe, befindet sich eines der großen Fenster, durch das das Licht weich in den großen Raum fällt. Getragen wird die Kirche durch ein Stahlkreuz in der Decke, das während des Rohbaus eingesetzt worden und jetzt nicht mehr zu sehen ist. Gekostet hat das Bauwerk rund 14,6 Millionen Euro.

Große Würdigung von Diözesanbaumeister

In einer vom Ordinariat veröffentlichten Pressemitteilung zum Requiem wird Diözesanbaumeister Hanns-Martin Römisch zu Mecks Kirchbau zitiert: „In Poing verbinden sich Erde und Wasser mit dem Licht zu einem sakralen Ort, der den Menschen nicht außen vor lässt, sondern ernst nimmt, ihn sachte vorbereitet auf eine andere, göttliche Dimension.“ Die Kirche zeige sich schon von Weitem mir ihrer „gleißend-kristallinen Dachkrone als übergeordneter Bau, der sich kraftvoll als Zentrum eines neu entstehenden Stadtteiles zu Wort meldet“. Beim Näherkommen bemerke man die Sockelzone, belegt mit regionalen Nagelfluhplatten. „Wie Erde und Himmel stoßen die beiden Zonen aufeinander und sollen genau dies erzählen“, so Römisch. 

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