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Die derzeit mit Flüchtlingen belegte Turnhalle der Poinger Realschule. Hier kam es jetzt zu einer Massenschlägerei.

Grenze der Belastbarkeit ist erreicht

Flüchtlinge: Poinger Rektor fordert Räumung der Turnhalle

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Poing - Schulleiter, Lehrer und Elternbeiräte fordern in einer gemeinsamen Erklärung die schnelle Räumung der Turnhallen - fast zeitgleich kommt es in einer Poinger Flüchtlingsunterkunft zu einer Massenschlägerei.

Es war reiner Zufall, dass am Montagvormittag via E-Mail diese beiden Meldungen unabhängig voneinander in die Redaktionen kamen: Die Polizei teilte mit, dass in der Nacht auf Montag in der Turnhalle der Dominik-Brunner-Realschule Poing etwa 40 Asylbewerber aufeinander losgegangen waren. Kurze Zeit später folgte eine gemeinsame Erklärung von Schulleitungen, Lehrern und Elternbeiräten der Realschule, der Anni-Pickert-Schule und der Seerosenschule; Inhalt (unter anderem): Die Turnhallen der Real- und der Seerosenschule müssen „so schnell wie möglich“ für den Schul- und Vereinssport frei gemacht werden. Außerdem: „Wir fordern die Politiker des Landkreises und der Gemeinden auf, dass schleunigst alles Erdenkbare und Mögliche unternommen wird, um menschenwürdige und dauerhafte Unterkünfte für Migranten, Flüchtlinge und anerkannte Asylbewerber zu schaffen und so der problembehafteten Unterbringung der Menschen in Turnhallen endlich ein Ende zu setzen.“

Es herrschen große Spannungen

Matthias Wabner, Leiter der Dominik-Brunner-Realschule in Poing, schlägt Alarm. 

Dass es Spannungen in den Turnhallen gibt, beweist der aktuelle Fall. In der Nacht von Sonntag auf Montag sind in der Notunterkunft Turnhalle der Dominik-Brunner-Realschule gut 40 Flüchtlinge aneinander geraten. Auslöser der Massenschlägerei soll ein 20-jähriger Iraker gewesen sein, der gegen 2.30 Uhr ohne Grund den Feuermelder betätigt habe, weshalb die Freiwillige Feuerwehr anrückte. „Kurze Zeit später suchten circa 20 afghanische Bewohner den Iraker auf und gingen auf ihn los“, heißt es im Polizeibericht. „Dem Iraker eilten etwa zehn bis 20 Landsleute zu Hilfe und die Situation verschärfte sich.“ Der 20-jährige Iraker erlitt mehrere Kratzer im Gesicht und eine Kopfplatzwunde, er wurde in ein Krankenhaus gebracht. Drei weitere Asylbewerber wurden leicht verletzt. Sieben Streifenbesatzungen (insgesamt 14 Beamte) der Polizei waren im Einsatz und schafften es, die Gemüter wieder zu beruhigen.

Jetzt laufen die Ermittlungen und Vernehmungen, die sich allerdings schwierig gestalten, weil laut Polizei Dolmetscher vonnöten sind. Der 20-jährige Iraker wurde im Laufe des Montags bereits wieder aus dem Krankenhaus und er wurde in eine andere Unterkunft gebracht.

Schulleiter: „Das Sicherheitsgefühl schwindet.“

„Die Grenze der Belastbarkeit ist erreicht“, sagt Poings Realschulleiter Matthias Wabner. Nicht nur, dass Schulturnhallen über Monate hinweg als Notunterkunft genutzt werden und dieser Zustand den Schulbetrieb massiv beeinträchtige, nein, ihm und seinen Kollegen sowie vielen Eltern seien Aussagen von Reinhard Oellerer (Grüne) in der jüngsten Sitzung des Kreisausschusses sauer aufgestoßen. Wie berichtet, hatte der Kreisrat vorgeschlagen, in Schulen, deren Turnhallen mit Flüchtlingen belegt sind, bei Bedarf auch Klassenzimmer für Asylbewerber zur Verfügung zu stellen. Das sei unzumutbar, sagt Wabner, weil dadurch auch die Schulgebäude geöffnet würden. Die Folge: „Das Sicherheitsgefühl schwindet.“

Schon jetzt gebe es Probleme mit Flüchtlingen, die tagsüber, während der Unterrichtszeit, über den Zaun in den Schulhof klettern, berichtet der Realschulleiter. Besorgte Eltern berichten zudem, dass Asylbewerber ihre Kinder fotografieren würden – mancher habe Angst, sein Kind allein in die Schule gehen zu lassen. „Mit der Belegung der Turnhallen setzt man uns ein riesiges Problem rein“, sagt Wabner. Das müsse nun schnell gelöst werden.

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