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Das "Dream Team" der Asylbewerber beeindruckte beim Poinger Hallenkick.

Asylbewerber kicken bei Hallenturnier

TSV Poing setzt starkes Zeichen

Poing - Keine Frage: Natürlich feierten die Alten Herren des Kirchheimer SC beim 5. Nachtturnier des TSV Poing nach dem 2:1 im Finale gegen den NK Dinamo München ausgelassen ihren Triumph. Doch manchmal rücken Ergebnisse in den Hintergrund – auch im Fußball.

„Wir wollen den Flüchtlingen in unserer Gemeinde zeigen, dass die Poinger gastfreundlich, weltoffen und hilfsbereit sind“, erklärte Turnier-Organisator Robert Blazina bei der Siegerehrung. Eine klare Botschaft.

Der TSV Poing hatte deshalb eine Mannschaft mit Flüchtlingen aus der Gemeinde zum Hallenkick eingeladen. Die Alten Herren des TSV übernahmen die Startgebühr und Verpflegung, organisierten Trikots, Hallenschuhe und Torwarthandschuhe. Gut ausgestattet ging das „Dream-Team Poing“ dann auch hochmotiviert zu Werke. Nach einem 1:3 gegen den späteren Turniersieger Kirchheim und einem 0:0 gegen den TSV Poing II besiegte die Flüchtlings-Mannschaft den FC Schwabing mit 3:0.

Im Platzierungsspiel musste sich das Dream-Team dann allerdings dem FC Herta München mit 1:3 geschlagen geben und landete somit auf Rang sechs.

„Ich habe leuchtende Augen gesehen“

„Die Jungs haben sich wacker geschlagen und super gespielt. Die Stimmung war toll“, fand Trainer Thomas Horn. Viel wichtiger als die Platzierung waren ohnehin das Miteinander und der gemeinsame Spaß am Fußball. „Ich habe leuchtende Augen gesehen. Die Flüchtlinge haben sich richtig gefreut“, berichtete Ingrid Knauer vom Poinger Helferkreis für Asylbewerber.

„Sport und besonders der Fußball bieten tolle Integrationsmöglichkeiten. Aus einem einfachen Grund: Dem Ball ist es egal, wer gegen ihn tritt. Er will sogar, dass alle gegen ihn treten. Fußball macht keine Unterschiede zwischen Kulturen, Religionen und Sprachen. Es hat einfach Spaß gemacht, bei diesem Turnier dabei zu sein“, war auch Rainer Koch begeistert. Im Auftrag der DFB-Stiftung Egidius Braun übergab der DFB-Vizepräsident und Präsident des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) einen Scheck über 500 Euro an den Poinger TSV-Vereinsvorstand Robert Rieger.

„Jeder soll in Poing mitspielen können“

Der TSV Poing ist damit einer von inzwischen schon über 1500 Klubs in ganz Deutschland, die im Rahmen der Aktion „1:0 für ein Willkommen“ eine finanzielle Starthilfe für ihr Flüchtlings-Engagement von der Stiftung erhalten haben. „Das ist eine super Geschichte. Wir wollen die Menschen bei uns integrieren. Alle hatten heute viel Spaß“, betonte Rieger. Viel Lob bekam der Turn- und Sportverein auch von Bürgermeister Albert Hingerl: „Die Idee des TSV finde ich klasse. Jeder soll in Poing mitspielen können.“

Neben der DFB-Stiftung unterstützen auch die Poinger Initiative „Weltstadtvorstadt mit Herz“ (Armin Rösl und Christina Landgraf) sowie mehrere örtliche Firmen das Flüchtlings-Engagement des Vereins. Das Nachtturnier wurde von einem Kamerateam (DFB.TV) begleitet. Bericht auf tv.dfb.de.

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