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Das Poinger „Bienen-Team“ (v.li.): Vera Scherfer (Leiterin Bauzentrum), Reinhard Pfeiffer (stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung Messe München), Andreas Speer (Geschäftsführer Eigenheim und Garten), Erwin Rossel (Imkerverein), Luitgard Stephan-Wagenhäuser (Rektorin der Anni-Pickert-Schule), Bürgermeister Albert Hingerl, Bauhofleiter Ludwig Mayr und Josef Obermeier (Vorsitzender Gartenbauverein). 

Bienen-Projekt

Poing summt

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Damit sich Bienen und andere Insekten in Poing wohlfühlen, startet die Gemeinde zusammen mit dem Gartenbau- und dem Imkerverein sowie der Anni-Pickert-Schule ein Bienen-Projekt. Das Bauzentrum unterstützt die Aktion mit 3500 Euro. 

von armin rösl

Poing – Die Gemeinde Poing will nicht nur Wachstumsgemeinde für Neubürger sein, sondern auch für Bienen und andere Insekten. Unter dem Titel „Poing summt“ startet die Kommune nächstes Jahr ein Projekt zur Biodiversität, das über lange Zeit hinweg laufen und Bestand haben soll. Damit sich alles, was klein ist und summt und brummt und fliegt, ebenfalls in der aktuell 16.100 Einwohner-Gemeinde wohlfühlt. Zur Unterstützung der verschiedenen Vorhaben und Aktionen hat das Bauzentrum Poing in Grub, das unter der Regie der Messe München steht, am Mittwoch eine Spende in Höhe von 3500 Euro an das Poinger „Bienen-Team“ überreicht, wie Bürgermeister Albert Hingerl die Verantwortlichen nannte. Im Team sind die Gemeinde Poing selbst mit dem Bauhof, der Gartenbauverein Poing-Angelbrechting, der Imkerverein Anzing-Poing sowie die Anni-Pickert-Schule.

Bauhofleiter Ludwig Mayr berichtete am Mittwoch, dass die Gemeinde derzeit zwölf Hektar an Ausgleichsflächen betreue. Diese sind hauptsächlich als blühende Wiesen angelegt, damit Bienen, Schmetterlinge und Co. dort genügend Nektar finden. Darüber hinaus würden weitere öffentliche Flächen und Wiesen in Parks so gut es geht dergestalt bearbeitet und gemäht, dass Wildblumen eine Chance haben.

Gartenbauvereinschef Josef Obermeier und Erwin Rossel vom Imkerverein kündigten an, dass sie zusammen mit der Gemeinde nächstes Jahr Infoveranstaltungen und Aufklärungsaktionen durchführen werden, um die Bürger mit Biodiversität vertraut zu machen. Unter anderem soll gezeigt werden, wie jeder selbst im Garten oder auf dem Balkon seinen Teil zur Arten- und Pflanzenvielfalt beitragen kann. Hierfür werde der Gartenbauverein mithilfe der Spende des Bauzentrums Samentüten für blumen- und bienenfreundliche Gärten und Blumentröge anbieten.

Schulleiterin Luitgard Stephan-Wagenhäuser berichtete, dass nächstes Jahr eine Klasse der Anni-Pickert-Schule die Patenschaft für eine Blühwiese übernehmen und diese pflegen werde. Mit der Aktion „Poing summt“ sollen generell alle rund 640 Schüler für die Natur sensibilisiert werden. Auch auf dem eigenen Gelände: „Wir werden unser Bienenhotel im Schulhof wieder aktivieren.“

In Sachen Bienen ist der Imkerverein Anzing-Poing bereits seit vielen Jahren aktiv und hat unter anderem den Bienenlehrpfad in der Verlängerung des Pfarrhofweges in Poing-Süd realisiert. Laut Erwin Rossel gibt es im Verein aktuell 198 Bienenvölker, die von Hobbyimkern betreut und gepflegt werden. Der Honig aus Poing ist weit über die Gemeindegrenzen hinweg für seine gute Qualität bekannt: Vergangenes Jahr wurde eine der Sorten des Vereinsvorsitzenden Michael Irl zum besten Honig Bayerns gekürt. Biodiversität wird definiert als „die Variabilität unter lebenden Organismen jeglicher Herkunft und die ökologischen Komplexe, zu denen sie gehören“; dies umfasst laut Lexikon „die Vielfalt innerhalb der Arten und die Vielfalt der Ökosysteme“.

Angesichts des neuen Projekts und der damit verbundenen Aktionen merkte Bürgermeister Hingerl am Ende des Spendenübergabetermins im Bauzentrum mit einem Lächeln, aber ernst gemeint, an, dass Poing nicht nur brumme hinsichtlich des Bevölkerungswachstums, sondern künftig eben auch summe. Je mehr, desto besser für Mensch und Natur.

Laut dem stellvertretenden Vorsitzenden der Geschäftsführung Messe München, Dr. Reinhard Pfeiffer, ist es heuer das siebte Mal, dass das Bauzentrum auf einen Weihnachtsbaum verzichtet und sich stattdessen zusammen mit der Bauzentrum-Betriebsgesellschaft Eigenheim und Garten für ein gemeinnütziges Projekt in der Gemeinde Poing engagiert.

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