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2020 Euro zum Geburtstag: Pfarrer Philipp Werner (2.v.li.) überreicht Christine Bloch den Spendenscheck.

Spende zum Geburtstag

18 Jahre: Poinger Tafel ist jetzt volljährig

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Die Poinger Tafel war vor 18 Jahren die erste Einrichtung dieser Art im Landkreis Ebersberg. Zum Start kamen sechs Personen, heute sind es rund 90 Stammgäste. 

Poing – Es ist reiner Zufall, aber die Spendensumme beträgt tatsächlich exakt 2020 Euro. Passend zur aktuellen Jahreszahl. 2020 Euro kamen am Sonntag vor Weihnachten 2019 zusammen, als in der Poinger katholischen Filialkirche St. Michael erstmals eine „Bayerische Heilige Nacht“ aufgeführt wurde. 

Poing: Spendenerlös aus „Heiliger Nacht“

Am Mittwoch hat Pfarrer Philipp Werner im Namen aller Mitwirkenden den symbolischen Scheck an Christine Bloch, Leiterin der Tafel, überreicht. 2020 Euro, die gleichzeitig ein schönes Geburtstagsgeschenk für die Tafel sind, die in diesem Jahr ihren 18. feiert und somit volljährig wird, wie Bloch schmunzelnd sagt.

49 Familien sind bei der Tafel registriert

Als die heute 61-Jährige die Einrichtung gründete, war es die erste Tafel im Landkreis Ebersberg. Und nicht wenige wunderten sich, dass ausgerechnet im scheinbar reichen Poing eine Lebensmittelausgabe für Bedürftige notwendig sei. War es aber, und ist es bis heute.

Poing: 39 Tafel-Kinder

Zum Start im Jahr 2002 kamen sechs Besucher zur Poinger Tafel, die jeden Mittwochvormittag in der evangelischen Christuskirche öffnet. Heute sind es rund 90 Stammgäste, berichtet Christine Bloch; bei der Tafel sind 49 Familien registriert mit insgesamt 39 Kindern, 25 dieser Familien kommen regelmäßig zur Tafel, fünf werden beliefert.

Viele Lebensmittelspenden

Gegen einen symbolischen Betrag von einem Euro erhalten die Tafelgänger Lebensmittel, die sie sich so normalerweise nicht leisten können. Frische Lebensmittel, allesamt kostenlos zur Verfügung gestellt von Supermärkten und Unternehmen aus Poing und Umgebung. Hinzu kommen haltbare Lebensmittel und Hygieneartikel, die dank verschiedener Spendenaktionen angeboten werden können. Außerdem gebrauchte, von Bürgern gespendete Bekleidung.

45 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer

Christine Bloch erzählt, dass 45 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer bei bzw. für die Poinger Tafel tätig sind. Nicht nur bei der Essensausgabe, beim Einsammeln und Transport der Waren, sondern auch bei weiteren Aktionen wie der Weihnachtsgeschenke-Aktion für Tafel-Kinder.

Spendengeld für Schulbedarf und Geburtstagsgeschenke

Für zwei solcher weiteren Aktionen wird laut Tafel-Leiterin das jetzt gespendete Geld verwendet: Für die Erstausrüstung von Schulkindern bedürftiger Familien mit Schulmaterial zu Beginn eines Schuljahres und für kleine Geburtstagsgeschenke für Tafel-Kinder. „Mich freut die Spende riesig“, sagte Bloch am Mittwoch, „damit können wir weitermachen so wie immer.“

Große Spendenbereitschaft bei „Heiliger Nacht“

Bei der Scheckübergabe lobte Pfarrer Philipp Werner die Arbeit der Tafel und wies darauf hin, dass es eben auch in Poing Bedürftigkeit gebe, „aber sie ist sehr gut versteckt“. Christian Falterer, der bei der „Bayerischen Heiligen Nacht“ die Weihnachtsgeschichte nach Ludwig Thoma las, habe die Idee gehabt, um Spenden für ein gemeinnütziges Projekt in Poing zu bitten. In Gesprächen mit Bürgermeister Albert Hingerl und dem 3. Bürgermeister Günter Scherzl hätten beide, unabhängig voneinander, die Poinger Tafel vorgeschlagen, berichtet Werner. Bei der „Heiligen Nacht“, bei der die Gruppe Vuizbandoffen und der Reithofener Zwoagsang für die musikalische Umrahmung sorgten, war die Kirche St. Michael bis auf den letzten Platz besetzt. Nicht nur die Veranstaltung selbst, sondern auch der Spendenaufruf sei ein voller Erfolg gewesen, freut sich Poings Pfarrer. Das wiederum sehr zur Freude von Christine Bloch, ihren Helferinnen und Helfern und den Tafelgängern.

Wer mehr über die Poinger Tafel und ihre Arbeit wissen möchte, findet Informationen im Internet unter www.poinger-tafel.de.

Lesen Sie auch: Beim Neujahrsempfang 2020 erhielt Christine Bloch die Poinger Bürgermedaille.

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