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Nach 37 Jahren am Standort Poing verlässt Schlemmer die Gemeinde und zieht nach Dornach.

Umzug

Poing verliert 200 Arbeitsplätze

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Die Schlemmer Group verlagert seinen Hauptsitz von Poing nach Dornach. Der Umzug des Technologie-Unternehmens erfolgt bereits Anfang Juli, teilt das Unternehmen mit. 

Poing – Nach 37 Jahren löst der Technologiekonzern Schlemmer Group (Spezialist für Kabelschutzsysteme, hauptsächlich im Automobilbereich) seinen Stammsitz in Poing auf und verlagert ihn nach Dornach (Gemeinde Aschheim im Landkreis München). Der Umzug soll bereits Anfang Juli erfolgen, teilt das Unternehmen mit. Etwa 200 Mitarbeiter werden Poing verlassen und ebenfalls in den neuen Hauptsitz übersiedeln. Im bestehenden Bürokomplex „Eight Dornach“ habe man die räumlichen Möglichkeiten, die man aufgrund des starken Wachstums des Unternehmens benötige, informiert die Schlemmer Group. „In Poing wurde der Platz zuletzt knapp“, heißt es in der Mitteilung. Darin wird CEO Josef Minster wie folgt zitiert: „Unser bisheriges Headquartier ist zu klein geworden.“ Und: „Wir sind zunächst gezwungen, den Standort Poing zu verlassen.“

Was hinter der Formulierung „zunächst gezwungen“ steckt? Laut Minster hat die Konzernführung in den vergangenen vier Jahren immer wieder der Gemeinde Poing Vorschläge präsentiert für die Umgestaltung des eigenen Areals sowie der benachbarten Flächen – und diesbezüglich Gespräche mit der Verwaltung geführt. Das Grundstück Gruber Straße 48 ist im Eigentum des Konzerns, der eigenen Angaben zufolge folgende Veränderungen vornehmen wollte: Neubau der Zentrale mit Technikum sowie Neubau von 50 bis 100 neuen Wohnungen. Das Grundstück sei mit 11 000 Quadratmetern überdimensioniert für eine Firmenzentrale, weshalb der restliche Platz für Wohnbau genützt werden könnte, so Minster. „Leider konnte die Gemeinde bisher keinen unserer Vorschläge umsetzen. Das war natürlich erst einmal enttäuschend für uns.“ „Zunächst gezwungen“ deshalb, weil der CEO hofft, dass man sich doch noch irgendwann einigt. Dann, so Minster, sei eine Rückkehr der Schlemmer Group nicht ausgeschlossen.

Verwaltung und Gemeinderat haben sich tatsächlich immer wieder mit den Vorschlägen der Schlemmer Group beschäftigt und im April 2014 einen Bebauungsplan für das gesamte Areal (Gruber Straße 46 und 48) aufgelegt. Darin inkludiert ist das Nachbar-Grundstück, auf dem das ehemalige „Hammer-Gebäude“ steht, das seit Jahren so gut wie leer ist. Lediglich im Erdgeschoss befinden sich noch ein griechisches Restaurant, ein medizinisches Labor sowie einige Büroräume, die genutzt werden.

Bürgermeister Albert Hingerl zufolge lautet das Planungsziel der Gemeinde: „Schaffung eines Gewerbestandortes für Büronutzungen bzw. höherwertiges Gewerbe mit einer hohen Arbeitsplatzdichte. Mit der Planung soll die städtebauliche Qualität in dem wichtigen Eingangsbereich zur Ortsmitte verbessert werden“, schreibt er in einer Pressemitteilung vom Mittwoch. Im Zuge der Gespräche und Verhandlungen habe die Gemeinde versucht, gemeinsam mit der Schlemmer Group eine Lösung zu finden, um das Unternehmen am Standort zu halten.

Vielleicht kommt es dazu ja noch. Weder der eine, noch der andere hat die Tür endgültig zugeschlagen. Hingerl: „Wir würden uns freuen, wenn am jetzigen Standort der Neubau des Headquarters mit Technikum der Firma Schlemmer entstehen würde. Die Schlemmer Group ist in Poing jederzeit herzlich willkommen.“ Allerdings sei eine teilweise Wohnbebauung des Areals, wie von Schlemmer vorgeschlagen, nicht möglich und genehmigungsfähig. Aus „bauplanungs- und immissionsschutzrechtlichen Gründen“, wegen der direkt angrenzenden Gerüstbaufirma.

Minster betont in seiner Mitteilung, dass der Umzug nach Aschheim nicht die finale Umsiedlung der Schlemmer Group zur Folge haben müsse: „Das Grundstück in Poing gehört uns weiterhin und mit entsprechender Unterstützung von Seiten der Gemeinde lässt sich mit Sicherheit eine Planung umsetzen, von der sowohl die Bewohner Poings als auch Schlemmer profitieren.“

Zunächst aber verliert Poing ein Gewerbesteuer zahlendes Unternehmen mit 200 Arbeitsplätzen und einem konsolidierten Nettoumsatz von 298 Millionen Euro im Jahr 2016 (laut Firmenangabe). Die Schlemmer Group hat weltweit über 60 Standorte und knapp 30 Produktionsstätten mit insgesamt knapp 3000 Mitarbeitern.

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